Gestern im Jazzkeller …

… kam ich ziemlich verspätet und durchnässt an. Wegen der Stärke des Unwetters konnte ich nicht rechtzeitig aufbrechen, und dann fuhr mir noch jemand hinten auf mein Auto, als ich an einer unübersichtlichen Kreuzung (ausgefallene Ampel und Feuerwehreinsatz) wegen einer Radfahrerin bremsen musste. (Die Polizei war zwar schon da, konnte sich aber nicht um uns kümmern … das dauerte also etwas.)
Auf der Bühne hatte ich dann auch kaum Gelegenheit, zu trocknen: der Schweiß lief nur so in Strömen. Beim Kontrabassspielen hat das zur Folge, dass sich die Saiten bald stumpf anfühlen und das ziemlich auf die Finger geht. Das ist dann so ähnlich wie beim Wandern in nassen Schuhen: auch durchtrainiert bekommt die Haut ruck-zuck Blasen und wunde Stellen. Und auch die unlackierte Halsrückseite fühlt sich durch die Feuchtigkeit bald an wie Sandpapier.

Ein altes Hausmittel half mir aber über den Abend: Hirschtalg. Dieses Fett ist quasi das Gegenteil von Kolophonium – es macht die Fingerkuppen geschmeidig, ohne zu kleben.  Natürlich fühlen sich die Saiten dann etwas „fettig“ an, und an Streichen ist dann auch nicht zu denken, wenn man wie ich ziemlich nah an der Strichstelle pizzt. Aber es ist eine prima Prophylaxe gegen Blasen an den Fingern, und lässt sich auch wieder einfach von den Saiten wischen (wenn man es besonders gründlich mag, mit etwas Alkohol).

Die Holz der Halsrückseite, dessen Poren sich durch die Feuchtigkeit öffnen, bekommt man auch zwischendurch schnell mit etwas feinem Schleißvlies wieder hautsympatisch glatt. Schleifvlies bekommt man im Baumarkt und hat gegenüber Stahlwolle den Vorteil, dass man es einfacher in der Kontrabasstasche mitführen kann, da es nicht so zerbröselt.

Neuveröffentlichung: Eccles-Sonate

„Die Sonate ist allseits bekannt und spielt traditionell in der Kontrabassausbildung eine wichtige Rolle. Daher war es an der Zeit, eine Edition frei von ,willkürlichen Herausgeberzutaten‘ mit Faksimile vorzulegen. Die Continuo-Aussetzung ist den akustisch instrumentalen Gegebenheiten des Kontrabasses angepasst. Für den Gebrauch zur ,historisch informierten Aufführung‘ auch im modernen Umfeld steht der Continuopart neben Normal- auch in Solostimmung zur Verfügung.“
Henry Eccles (*1675 - 85, †1735 - 45): Sonata XI G minor, Transkription für Kontrabass & b. c. (Orchester- und Solostimmung), hrsg. von Sven Rössel. Urtext Edition mit Faksimile. Reihe Collegium Musicum - Kölner Reihe Alter Musik • EW 787. www.edition-walhall.de

Spruce Duce

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Spruce Duce, ein Schlagzeug-Roboter, den sich Keyboarder Steve Averill aus Holz und Modellbau-Motoren bastelte, ist im Vergleich zum geigespielenden Roboter von Toyota eigentlich Low-Tech. Das Ergebnis kann sich aber durchaus sehen bzw. hören lassen: Video auf YouTube

Werkstatt-Tipp: Innenbeleuchtung

LED-Lampen sind hell, klein und brauchen nur selten neue Batterien. Auf dem Fahrad habe ich sie deswegen schon längst schätzen gelernt. Auch für Notenpultleuchten eignen sie sich prima, denn man kann sie mal eben schnell an den Notenständer klemmen, wenn es dunkel wird, ohne erst eine Steckdose und Verlängerungskabel ausfindig machen zu müssen.

Die als Notenpultleuchten von K+M angebotenen „Mighty Bright“-Lampen machen sich aber auch in der Werkstatt nützlich: sie sind gerade noch schlank genug, um durch die ƒ-Löcher eines Kontrabasses zu passen. So kann man mit ihnen den Korpus ausleuchten, wenn man etwas untersuchen oder reparieren möchte, oder der Stimmstock aufgestellt werden soll. Die Klammer, mit der die Lampe eigentlich am Notenständer angeklemmt wird, hakt sich dabei schon im ƒ-Loch ein, so dass die Lampe nicht versehentlich in den Bass fallen kann. Durch die beiden flexiblen Schwanenhälse kann man die Lichtquellen so ausrichten, dass der Schattenwurf minimiert wird.

MightyBright

(Der Bass ist übrigens mein Pickup-Testbass – deswegen das Kabelgewirr im Hintergrund …)

Bass-T-Shirts

12. Juli 2010bis30. Juli 2010

Sommeraktion bei Spreadshirt, dem T-Shirt-Dienst: Bei einer Bestellung über 40 € bekommt man ein Accessoire bis zu 20 € gratis dazu! Diese Aktion gilt auch für die Bass-T-Shirs, die ich dort eingestellt habe. Zur Auswahl stehen: eine Schürze, eine Baseballkappe oder eine Tragetasche. Couponcode EINSGRATIS, gültig nur vom 12. Juli bis 30. Juli 2010.

4. World Bass Festival

8. August 2010bis14. August 2010

Dieser Herbst hat in Sachen Kontrabass wahrlich einiges zu bieten: im Oktober findet in Berlin die BASS 2010 – ein großes internationales Bass-Event – statt, und im November veranstaltet die CISB (Chinesische Kontrabassisten-Gesellschaft) ein großes Kontrabass-Festival in Peking. Doch zuvor findet im August im polnischen Wroclaw (Breslau) das 4. World Bass Festival der Polish Society of Double Bassists  statt. 35 Solisten aus Klassik und Jazz werden dort Konzerte geben und in Masterclasses ihr Wissen weitergeben. Das Festival in Wroclaw überschneidet sich übrigens mit dem ebenfalls international besetzten Festival in Saubrigues-Capbreton/Frankreich – der Festival-Kalender ist in 2010 also prall gefüllt …

Mit Klimaanlage zum Klimaschutz-Musical

Heute, nach dem Achtelfinale, wurde in der Schule meines Sohnes das Klima-Musical „Eisbär, Dr. Ping und die Freunde der Erde“ von der Musical-AG aufgeführt. Die Handlung: „Eisbär Lothar und Dr. Ping, Professor der Südpol-Uni, haben ein gemeinsames Problem: Die Erde hat Fieber und ihr Zuhause schmilzt. Also ziehen sie los, um die Menschen für den Schutz des Klimas zu gewinnen.“ Und so weiter, man kennt das ja. Was irgendwie auch klar war: die meisten Eltern kamen, trotz allerbestem Fahrrad-Wetters, dann doch lieber mit dem Auto.

Jazz Life im Sommer

Vor ein paar Jahren bekam ich den  prachtvollen Bildband Jazz Life von William Claxton und J.E. Behrendt zum Geburtstag geschenkt. Dieses Buch im XXL-Format bringt etliche Kilo auf die Waage, weshalb ich es – trotz seiner tollen Bilder – leider viel zu selten in die Hand nehme. Deswegen habe ich mich gefreut, als mich der Mannheimer Bassist Maurice Kühn (der das Buch auch gerade zum Geburtstag bekam) auf ein paar interessante Bilder aufmerksam machte, die so richtig schön zur Sommerzeit passen.

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Kalifornien, Anno 1960: Vibraphonist Terry Gibbs hat Musikerkollegen wie Paul Chambers, Wynton Kelly, Mel Lewis und Sonny Stitt mit (ihren?) Frauen in seinem Haus zu Gast. Man liegt am Pool, jammt im Wohnzimmer, und geknutscht wird auch … Wann sieht man schonmal Paul Chambers in Unterhosen am Bass? Sonny Stitt hingegen trägt noch Hemd und Schlips. Die sommerliche, entspannte Atmosphäre, die man gerne mit Kalifornien assoziiert, fangen die Bilder hervorragend ein.

Das Buch Jazz Life ist im Taschen Verlag, Köln, erschienen und illustriert eine Reise, die Claxton und Behrend 1960 quer durch die USA machten. Viele der berühmten Jazzmusiker-Fotos, die man von Plattencovern und aus anderen Büchern kennt, entstammen diesem opulenten Buch. Das Buch enthält außerdem zwei CDs mit Jazzaufnahmen.

Auftrittsmöglichkeiten für Jazzmusiker

Ein Thema, dass jeden praktizierenden Musiker beschäftigt: wie komme ich an Auftrittsmöglichkeiten, am besten auch noch adäquat bezahlt? Johannes Schaedlich hat auf seiner Website mal ein paar Gedanken zum Thema Gig-Akquise zu Papier gebracht. Recht lang, aber unterhaltsam und lesenswert. Vor allem auch für Veranstalter.
(Ebenfalls lesenswert sind auch seine anderen Texte, z.B. über einer Charlie Haden Masterclass, an dem er teilnahm.)

5. Internationales Kontrabass-Festival in Peking

15. November 2010bis20. November 2010

CISB, die chinesische Gesellschaft der Kontrabassisten, veranstaltet im November ein großes, internationales Kontrabass-Festival in Peking:

Supported by the Beijing municipal government, cosponsored by the Double Bass Society under the Chinese Musician Association and China Conservatory of Music, this year’s 2010 Fifth Beijing International Double Bass Music Festival will take place in Beijing starting from Nov. 15 to Nov. 20, 2010. The world famous Bassiona Amorosa ensemble and eight renowned double bass players from Germany, the United States, Russia and other countries will be invited to hold special concerts and have master classes during the festival. Meanwhile, in order to further the cultural exchange between China and the abroad double bass field as well as promote the composition, education, and performance of Chinese musical works for double bass, the first Chinese Double Bass Works Performance Show will also be held during the festival. As an important part of the festival, the Chinese Works Performance Show will officially be held regularly from this year forward.
The Beijing International Double Bass Music Festival organization committee and the arts council shall be responsible for organizing and planning the event while the performance show jury committee will be responsible for judging.
The performance show awards include a Performance Award (comprised of an Excellent Performance Award and Performance Award), the Best Teacher Award (given to the tutors who have guided and encouraged the outstanding performers), and the Best Chinese Double Bass Works Award (categorized according to the different forms of double bass compositions and arrangements). Each year’s performance show trophy will be named after the senior generation bass players and educators who have greatly contributed to the Chinese double bass community.

Venue: China Conservatory of Music
Requirements: Play a piece of Chinese work, any form is accepted (i.e. solo, un-accompaniment, ensemble, etc.). No age restriction.

Website: www.ccmusic.edu.cn

Download Application Form (Word doc.)

Stegschrauben-Tricks

Die klanglichen Eigenschaften von Stegschrauben ist ein oft diskutiertes Thema im Bassbau. Sie sind schon sehr praktisch, aber schaden sie vielleicht dem Klang mehr als sie der Bespielbarkeit nützen? Oder wiegt die stets optimale Saitenlage etwaige Dämpfungseffekte klanglich wieder auf? Welche Schrauben sind die besten? In Amerika, wo die Stegschrauben in den 1930ern erstmals auch im Bassbau verwendet wurden, findet man sie heute auf fast jedem Bass. Hierzulande ist man da aber etwas zurückhaltender – wohl auch aufgrund konstanterer klimatischer Bedingungen.
Andrew Brown hat sich vor einigen Jahren einmal die Arbeit gemacht, und Stellschrauben aus verschiedenen Materialien mit wissenschaftlicher Akribie untersucht. Sein Ergebnis: leichte Schrauben aus Holz und Aluminium haben tatsächlich weniger Auswirkung auf den Klang als schwerere aus Messing.
Stellschrauben zur Höhenverstellung unterscheiden sich nicht nur im Material, sondern auch in Design und Konstruktion. Die Patentmechaniken von Franz Moser, quasi der Mercedes unter den Stegschrauben, sind mit ihrem kugelförmigen Gelenk und Feingewinde natürlich sehr leichtgängig. Einfache Aluminiumschrauben, die direkt in ein ins Holz geschnittenes Gewinde geschraubt werden, sind zwar sehr leicht und von geringer Dämpfung, aber unter der Last der gestimmten Saiten zunächst sehr schwergängig. Aber hier kann man mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen. Ein einfaches Hausmittel ist Kerzenwachs oder Graphit (Bleistift), mit dem man das Alugewinde einreibt. Die Auflageflächen der Schraube, auf denen der Steg steht, kann man ebenfalls mit einem weichen Bleistift einreiben, um hier für weniger Reibung zu sorgen.
Noch weiter reduzieren lässt sie die Reibung, wenn man zwischen Schraube und Stegfuß (oder Stegoberteil – das kommt darauf an, wie herum die Schrauben eingebaut sind) eine Unterlegscheibe legt.

Um das Gewinde noch leichtgängiger zu machen, gibt es aber noch einen weiteren Trick: im Baumarkt bekommt man hauchdünnes Teflon-Band, das im Sanitärbereich das traditionelle Hanf zum Dichten von Wasseranschlüssen abgelöst hat. Dieses Teflonband wickelt man um das Gewinde: es schmiegt sich eng an, und macht es gleitfähiger.
Stegschrauben

Frühstücksfernsehen

Smalls NYC

New York – die Hauptstadt des Jazz. Leider zu weit weg, um spontan mal eben kurz hinzufahren und durch die Clubs zu ziehen …
Der  New Yorker Jazzclub Smalls hat eine Webcam installiert, die live ins Internet überträgt, was so im Club stattfindet. So kann man immerhin am heimischen Computer-Bildschirm das Geschehen miterleben. Allerdings zu nachtschlafener Zeit: ich habe es heute morgen das erste Mal geschafft, rechtzeitig aufzustehen und mal mal reinzuschauen. Leider endete die heutige Session schon um halb drei Ortszeit, also halb neun MEZ.

Jazzfotos von Werner Kohn auf Issuu

Auf Issuu, einer Art digitalem Zeitschriftenkiosk, habe ich dieses Buch mit Jazzfotografien von Werner Kohn entdeckt:

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