Lammax-Knickstachel von Mario Lamarre

In diesem Film stellt der kanadische Bassbauer Mario Lamarre seine Antwort auf das Problem „Knickstachel“ vor. Im Gegensatz zum abgewinkelt in den Unterklotz gebohrten Stachel von Christian Laborie kommt der Lammax-Stachel ohne größere Eingriffe am Instrument aus.

Veröffentlicht unter Bassbau, Instrument, neue Produkte | Hinterlasse einen Kommentar

Emanzipation des Kontrabasses – Von der neuen Popularität der großen Bassgeige

Radiotipp:

Als Soloinstrument beginnt sich der Kontrabass eigentlich erst in unseren Tagen ein wenig mehr zu etablieren und die engen Grenzen des ewigen „Fundaments im Orchester“ zu verlassen. Komponisten schreiben Kammermusik- und Solowerke für das Instrument. Immer mehr Bassisten treten solistisch auf. Es wurden einige Kontrabass-Ensembles gegründet. Nicht zu vergessen ist die Vielseitigkeit des Instruments, das außer in der Klassik auch in Rock und Jazz zum Einsatz kommt. Die Musikszene zeigt die neu gewonnene Attraktivität des Bassriesen, seine Möglichkeiten und Grenzen sowie den besonderen Reiz und die Herausforderungen.

Der Radiobeitrag von Elisabeth Richter wurde Anfang Mai im Deutschlandfunk gesendet, ist aber noch online hörbar.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Musikmesse Frankfurt: Karten zu verlosen

 

Vom 5. bis 8. April wird Frankfurt wieder zur selbst ernannten Musikhauptstadt: Es ist wieder Musikmesse! Zu sehen und zu hören gibt es nicht nur Instrumente, sondern auch ein umfangreiches Programm mit Konzerten und Workshops – auf der Messe, und auch bis in den Abend in der ganzen Stadt.
Links: www.musikmesse.comwww.musikmesse-events.com

Unter allen, die mir folgende Quizfrage korrekt beantworten, verlose ich wieder 5 x 2 Eintrittskarten zur Messe:

Red Mitchell ist nicht der einzige Jazzbassist, den seine Mutter gebar. Wie heißt sein ebenfalls Bass spielender Bruder?

Die Lösung bitte per E-Mail an mich (mit Namen und Adresse; bitte nicht die öffentliche Kommentar-Funktion benutzen …). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, Einsendeschluss ist der 1.4.2017. Verantwortlich für die Einlösung ist die Musikmesse, nicht ich. Die Gewinner werden von mir per E-Mail benachrichtigt; die Karten können dann an der Messe abgeholt werden.

Auflösung

Die richtige Antwort ist: Gordon B. „Whitey“ Michell. Er war nicht nur als Jazzbassist erfolgreich, sondern auch als Drehbuchautor für Film und Fernsehen. Über seine zwei Karrieren im Showbiz schrieb er eine Autobiografie: HACKENSACK TO HOLLYWOOD: MY TWO SHOW BUSINESS CAREERS by Gordon Whitey Mitchell

In diesem Film von 1959 ist er zusammen mit Anita O’Day auf dem Newport Festival zu sehen (nur kurz) und zu hören (auch nicht so richtig, aber der Film ist dennoch cool).

Veröffentlicht unter Allgemein, Jazz | Hinterlasse einen Kommentar

Martin Wind on Tour

Martin Wind (New York University, Hofstra University) ist im März mit den Anke Helfrich Trio auf Tournee durch Deutschland, und wird am Montag, den 13. März hier bei uns in Frankfurt für Einzelunterricht am Dr. Hoch’s Konservatorium zur Verfügung stehen. Kontakt:
www.martinwind.com

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Meisterkurs für Kontrabass in Bad Kohlgrub

10. Juli – 14. Juli 2017 mit Josef Gilgenreiner; Kursort: Bad Kohlgrub
Der Kurs richtete sich an Studierende und fortgeschrittene Schüler und Schülerinnen.

Themen:
– Literaturstudium
– Probespielvorbereitung (Orchesterstellen-Training)
– Arbeitstechnik und Übemethoden
– Mentale Techniken für die Arbeitsphase, im Konzert und Probespiel
Alle Programmpunkte werden in deutscher und englischer Sprache angeboten.

Zusatzveranstaltungen:
Besuch des Ateliers von Horst Grünert, Kontrabassbau, in Penzberg
Besuch des Richard-Strauss-Institutes in Garmisch- Partenkirchen, Führung von Dr. Christian Wolf
Vortrag über den Barocken Bass von Prof. Günter Holzhausen: „Der barocke quintgestimmte Dreisaiter in Frankreich und Italien im Vergleich zum sechssaitigen deutschen Violone“
Abschlusskonzert

Anmeldung bis Freitag, 9. Juni 2017 nach dem Klick
Kosten:  340 Euro (4 bis 5 Lektionen, je nach Teilnehmerzahl), ohne Übernachtung

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Bass-Duo Glen Moore und David Friesen

Die beiden Bassisten Glen Moore und David Friesen sind zusammen auf Europa-Tour, und auch zu einigen Konzerten in Deutschland. am 19.3. im Frankfurter Jazzkeller, und in Eschborn am 23.3.

Bei Heiner Windelband im Bramsche findet außerdem ein Kontrabass-Workshop statt: Dienstag, 21. März von 11–18 Uhr; Konzert in der Konzertscheune im Kloster Malgarten am Mittwoch, den 22. März um 19.30 Uhr. Weitere Informationen unter: www.windelband.de; Sünnenblink Musikwerkstatt, Am Kloster 6, Kloster Malgarten, 49565 Bramsche

Veröffentlicht unter Jazz | Hinterlasse einen Kommentar

Bassisten in den Jazz-Polls

Seit den 1930er Jahren veröffentlichten die amerikanischen Jazz-Magazin Downbeat und Metronome Jazz Polls – also Ranglisten, wo die jeweils wichtigsten Instrumentalisten ihres Fachs aufgelistet werden. Zunächst waren diese Polls (deutsch: Abstimmung, Wahl) reine Readers Polls – die Leser wählten die Musiker nach ihrem Geschmack und persönlichen Vorlieben. Der Sinn und Zweck solcher Polls wurde natürlich schon früh kontrovers diskutiert – schließlich ist Jazz kein sportlicher Wettbewerb, wo es eindeutige Sieger und Verlierer gibt. Die Publikumszeitschrift Esquire (in der bereits früh über Jazz berichtet wurde) ging deswegen einen anderen Weg und ließ den Kritiker Robert Goffin eine Liste mit drei All-American Bands zusammenstellen (am Bass: Al Morgan, John Kirby, Billy Taylor). 1944 wurde der Esquire Jazz Award eingeführt, der von einem Gremium von Kritikern verliehen wurde. Jazzkritiker Leonhard Feather schrieb zur Einführung des Esquire Jazz Awards:

„Wir wollten unseren Poll nicht ablaufen lassen, wie die von Down Beat oder Metronome, wobei üblichererweise Charlie Barnet oder Tex Beneke die Sieger in [der Kategorie] Hot Tenor geworden wären, gefolgt von Coleman Hawkins und Ben Webster, Ziggy Elman hätte in Hot Trumpet gewonnen und Alvino Rey bei Gitarre; Helen O’Connell oder Dinah Shore wären die Nummer-eins-Sängerinnen geworden, während Billie Holiday ohne Auszeichnung geblieben wäre. Der einzige Weg, um dies zu vermeiden, war es, einen Kreis von Experten zusammenzustellen, statt auf die Leserschaft zurückzugreifen.“

Die Gewinner der Gold und Silver Awards traten im Januar 1944 als Esquire All American All Stars auf; hierzu gehörten Billie Holiday, Roy Eldridge, Jack Teagarden, Barney Bigard, Coleman Hawkins, Art Tatum, Al Casey, Sidney Catlett und der Bassist Oscar Pettiford. 1946 wurde der Award aber bereits wieder eingestellt.

Ab 1953 gab es im Downbeat zusätzlich zum Leser-Poll auch einen Kritiker-Poll, und ab 1962 die Sparten Artist deserving wider recognition bzw. später Rising Stars. Als weitere Publikumszeitschrift veröffentlichte ab 1957 auch der Playboy unter seinem Herausgeber Hugh Heffner, einem großen Jazzfan, einen Readers Jazz Poll, bei dem 430.000 Leser mitmachten. Gewinner in der Sparte Bass war Ray Brown, knapp vor Oscar Pettiford. Der Playboy Jazz Poll wurde begleitet von einem Preisträger-Konzert und Schallplatten-Veröffentlichungen, die Leonhard Feather betreute. Im Laufe der Jahre verwässerte sich das Profil aber zunehmend, und auch eindeutige Nicht-Jazzmusiker wie die Peter, Paul & Mary, The Beatles und Sting schafften es in den Playboy Jazz Poll, der in den 1990ern eingestellt wurde. (Das Playboy Jazz Festival hat aber bis in die Gegenwart überlebt.)
Auch in deutschen Zeitschriften gab es in den 1950er Jahren solche Polls (mehr nach dem Klick).

Beim Vergleich der Ergebnisse der Polls fällt auf, dass Musiker fehlen, die heute allgemein als wichtige Erneuerer und Impulsgeber des Jazz-Kontrabass gelten: Jimmy Blanton und Scott LaFaro tauchen nirgends auf, was allerdings auch daran liegen mag, dass ihnen nur kurze Lebenszeit vergönnt war. Oscar Pettiford als prägender Bassist des Bebop schaffte es immerhin in Kritiker-Polls.
Bob Haggart, der die Polls in den frühen Jahren dominierte, ist heute nicht mehr so bekannt. Er war aber damals nicht nur sehr populär, sondern schrieb auch die erste Schule für Jazz-Bass – für die Entwicklung des Jazz-Kontrabass hat er also ohne Zweifel eine große Bedeutung. Außerdem schaffte er es mit der Aufnahme “Big Noise from Winetka” in die Hitparaden und schrieb mit „What’s New“ einen viel gespielten Jazz-Standard.
Artie Bernstein, der 1943 und 1944 an die Spitze schaffte, ist heute hingegen weitgehend unbekannt. Eddie Safranski, im selben Jahr geboren wie Jimmy Blanton, ist aus heutiger Sicht nicht er erste Bassisten-Name, der einem für die Epoche der Nachkriegsjahre einfällt. Er war aber ein in den 1950ern sehr viel beschäftigter Studio-Bassist, und profitierte bei seiner Wahl sicherlich auch von der hohen Popularität seines Bandleaders Stan Kanton.

Ein wiederkehrendes Muster in den Polls ist, dass ein Name oft über einen längeren Zeitraum, eine ganze Epoche dominiert: erst Bob Haggart, dann Eddie Safranski, Ray Brown, Richard Davis, Ron Carter und schließlich Charlie Haden. In den Jahren, wo es einen Wechsel an der Spitze gab, wurde dieser in den Kritiker-Polls schon ein Jahr vorweg genommen: 1963 mit Charlie Mingus, 1967 mit Richard Davis,  1980 Charlie Haden, 1999 Dave Holland – (fast) immer hatten die Kritiker schon ein Jahr früher als die Leser den richtigen Riecher. Eine Ausnahme ist Ron Carter, der ab 1973 in den Reader Polls vorne lag, aber erst zwei Jahre später auch von den Kritikern gewürdigt wurde.

JahrDownbeat Readers PollDownbeat Critics PollDownbeat –
Artist deserving
wider recognition /
Rising Stars
Metronome Reader’s Poll
1936Pops Foster
1937Bob Haggart
1938Bob Haggart
1939Bob HaggartBob Haggart
1940Bob HaggartBob Haggart
1941Bob HaggartBob Haggart
1942Bob HaggartBob Haggart
1943Artie BernsteinBob Haggart
1944Artie BernsteinBob Haggart
1945Chubby Jackson
1946Eddie SafranskiSlam Steward
1947Eddie SafranskiEddie Safranski
1948Eddie SafranskiEddie Safranski
1949Eddie SafranskiEddie Safranski
1950Eddie SafranskiEddie Safranski
1951Eddie SafranskiEddie Safranski
1952Eddie SafranskiEddie Safranski
1953Ray BrownOscar PettifordEddie Safranski
1954Ray BrownRay BrownEddie Safranski
1955Ray BrownOscar PettifordRay Brown
1956Ray BrownOscar PettifordRay Brown
1957Ray BrownOscar PettifordRay Brown
1958Ray BrownRay BrownRay Brown
1959Ray BrownRay BrownRay Brown
1960Ray BrownRay BrownRay Brown
1961Ray BrownRay Brown
1962Ray BrownRay BrownArt Davis
1963Ray BrownCharles MingusGary Peacock
1964Charles MingusCharles MingusSteve Swallow
1965Charles MingusCharles MingusRon Carter
1966Ray BrownCharles MingusRichard Davis
1967Ray BrownRichard DavisDavid Izenzon
1968Richard DavisRichard Davis
1969Richard DavisRichard Davis
1970Richard DavisRichard Davis
1971Richard DavisRichard DavisMiroslavVitous
1972Richard DavisRichard Davis
1973Ron CarterRichard Davis
1974Ron CarterRichard DavisStanley Clarke
1975Ron CarterRon Carter
1976Ron CarterRon Carter
1977Ron CarterRon Carter
1978Ron CarterRon Carter
1979Ron CarterRon Carter
1980Ron CarterCharlie Haden
1981Ron CarterNiels-Henning Ørsted Pedersen
1982Ron CarterCharlie Haden
1983Ron CarterCharlie Haden
1984Charlie HadenCharlie Haden
1985Ron CarterCharlie Haden
1986Ron CarterCharlie Haden
1987Charlie HadenCharlie Haden
1988Charlie HadenCharlie Haden
1989Charlie HadenCharlie Haden
1990Charlie HadenCharlie Haden
1991Charlie HadenCharlie Haden
1992Charlie HadenCharlie Haden
1993Charlie HadenCharlie Haden
1994Charlie HadenCharlie Haden
1995Charlie HadenCharlie Haden
1996Charlie HadenCharlie Haden
1997Charlie HadenCharlie Haden
1998Charlie HadenCharlie Haden
1999Ray BrownDave Holland
2000Dave HollandDave Holland
2001Dave HollandDave Holland
2002Dave HollandDave Holland
2003Dave HollandDave Holland
2004Dave HollandDave HollandScott Colley
2005Dave HollandDave HollandBen Allison
2006Dave HollandDave HollandBen Allison
2007Ron CarterDave HollandBen Allison
2008Christian McBrideChristian McBrideEsperanza Spalding
2009Christian McBrideChristian McBrideEsperanza Spalding
Veröffentlicht unter Jazz, Musik | Hinterlasse einen Kommentar

1300 transponierbare Jazz-Akkordschemata

iGigBook ist eine iOS-App, die als PDF gespeicherte Noten sortiert, indiziert und verwalten hilft. Ich finde sie nicht sonderlich gut programmiert und habe mit der Bedienung auch nach Jahren der Benutzung so meine Probleme. Aber eine bessere App für diesen Zweck (als PDF gespeicherte Noten am iPad nutzen) habe ich noch nicht gefunden.
Der Autor der Software stellt unter www.jazzstudies.us einen Teil der Funktionen von iGigBook auch im Browser kostenfrei zur Verfügung: dort können Akkordschemata von 1300 Jazzstandards nicht nur abgerufen, sondern auch in beliebige Tonarten transponiert werden. Wer diese Funktion auch offline nutzen will, sollte sich mal die zwar kostenpflichtige, aber rundum gelungene Software iRealpro ansehen (die ich an dieser Stelle ja schon mehrfach empfohlen habe).

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Kickstarter-Projekt: Verstellbarer Knickstachel

Bassist Emilio Guarino aus New Jersey (USA) hat einen verstellbaren Knichstachel entwickelt, und braucht für die Serienfertigung dieses interessanten Kontrabass-Teils Unterstützung auf Kickstarter:

Angled bass endpins were first adopted by Francois Rabbath and his students, but thanks to their many benefits they are becoming more mainstream every year.
Angled endpins are very popular because they make the bass easier to play. The bass feels as if it is floating. It moves with the motion you need to play the instrument, not against it. Straight endpins balance best when the bass is completely vertical. This position is not ideal for actually playing it. If you’ve ever felt like it was difficult to keep the bass in a comfortable position, you know what I’m talking about. Angled endpins keep the bass in a comfortable position in all ranges of the instrument.

I created The Chromatic Endpin to solve these problems. I wanted a solution that I could use on different basses and allow me to experiment without modifying my instrument. Also, it has the added benefit of being very user friendly. No professional installation is necessary. It takes less than two minutes to assemble and it adjusts even faster.

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Werkstatt-Tipps

In der Kontrabass-Werkstatt kommt üblicherweise Warmleim (Kochenleim) zum Einsatz. Traditioneller Warmleim ist schon seit Jahrhunderten bekannt und bewährt, hat eine Reihe von Vorteilen gegenüber Industrieprodukten. Er hat aber auch einen großen Nachteil: da er nur in warmen Zustand verarbeitet werden kann und beim Erkalten rasch geliert, muss man sich beim Verleimen ziemlich sputen. Im Winter wird das Arbeiten mit Warmleim durch kalte Werkstücke zusätzlich erschwert. Wenn man die zu verleimenden Teile anwärmt, gewinnt man wertvolle Zeit, bevor der Leim anzieht. Ein loses Griffbrett kann man dazu auf die Heizung legen – bei anderen Teilen geht das aber nicht. Um den Hals anzuwärmen, benutze ich einen elektrischen „Schal“: eigentlich handelt es sich um einen Tellerwärmer, mit dem der/die geneigte Hausmann/frau am Esstisch die leeren Teller anwärmt, auf dass der Schweinebraten länger warm bleibe. Er besteht aus einer Stofftasche mit Heizdrähten und einem Stromanschluss, und hat gebraucht ein paar Euro gekostet.


Zum Aufleimen eines Griffbretts braucht man nicht nur Zwingen, sondern auch Keile und Zulagen. Im Bereich des Halsfußes sind die Oberflächen von Blättchen und Griffbrett nicht parallel, so dass eine Zwinge leicht abrutscht. Ich verwende als Zulage gerne etwas, das ich ohnehin in der Werkstatt herumliegen habe: einen Schleifklotz aus Hartgummi. Die flache Seite passt sich auf Druck etwas der Querrundung des Griffbretts an, und verrutscht deswegen kaum. Der Clou aber ist die Oberseite: sie hat einen Radius, der es erlaubt, auch bei unterschiedlichsten Bassmodellen die Zwinge immer bestmöglichst (also annähernd im rechten Winkel) zum Blättchen anzusetzen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Herb Ellis über das Begleiten

Unless it’s your group, people want you to play behind them. And they love it when you play great solos – but let’s face it: they don’t care as long as they are playing great solos.

– guitarist Herb Ellis

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Fragebogen: Thomas Bugert

Der Mannheimer Bassist Thomas Bugert hat jüngst ein Buch veröffentlicht, in dem er eine Reihe von namhaften Jazzbassisten unter die Lupe nimmt: „The Bassmasters – was du von den Top-Bassisten lernen kannst“.

Neben Transkriptionen und einer Betrachtung der Spielkonzepte erfährt man mehr über das Leben und Wirken der Bassisten. Folgende Bassisten hat Thomas porträtiert: Jimmy Blanton, Israel Crosby, Wilbur Ware, Ray Brown, Paul West, Paul Chambers, Scott LaFaro, Ron Carter, Charlie Haden, Butch Warren, Dave Holland, Dan Berglund, Christian McBride

Weitere Infos zum Buch gibt es in seinem Bassblog, wo er sich schwerpunktmäßig mit spieltechnischen Fragen auseinandersetzt: www.bassicbass.com 

Buch: The Bassmasters

Ich habe Thomas bei dieser Gelegenheit gleich mal meinen Fragebogen geschickt, mit dem er ich hier etwas näher vorstellt:

Welche CD steckt gerade in deiner Stereoanlage?

Horace Silver – The Cape Verdean Blues

Welche(n) Bassisten hörst Du am liebsten?

Kann ich so nicht beatworten, da es mir immer um den Gesamtsound der Band geht

Welcher Bassist hat Dich am meisten beeinflusst?

Das sind viele von den üblichen Verdächtigen … Der erste Bassist, der mir bewusst aufgefallen ist und mich dann auch zum Bassspielen gebracht hat, war Dave Ellefson von der Metalband Megadeth. Das war der Anfang einer langen musikalischen Reise.

Welche CD würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen?

Das Bill Evans Trio wäre auf jeden Fall in der engeren Auswahl. Ich  würde aber versuchen zu handeln ob ich meinen iPod mitnehmen darf, da ich je nach Stimmung ganz verschiedene Sachen höre.

Wer ist Dein Lieblingskomponist?

Das ist abhängig davon, warum ich gerade Musik höre. Es gibt für mich nicht den einen für alles.

Was übst Du gerade auf dem Bass?

Neben dem was gerade aktuell für das nächste Konzert anliegt, habe ich immer ein Jahresprojekt. Dieses Jahr war das Melodisch Moll. Dazu kommt ein Standard pro Monat mit dem ich mich genauer auseinandersetze. Diesen Monat ist das Triste von A.C. Jobim

Wie bist Du zum Bassspielen gekommen?

3 Gitarristen waren einer zu viel in der Band. Und dann kam Dave Ellefson.

Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten Auftritt als Kontrabassist?

Nein. Das habe ich wohl irgendwie verdrängt …

Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Instrument? Und Deinen ersten Bass?

Der erst E- Bass war ein Washburn Axxess, der erste Kontrabass ein Halbmassiver von GEWA.

Welches war dein bisher wichtigstes Konzert (oder Plattenaufnahme)?

Eigentlich ist das nächste Konzert immer das wichtigste

Hast Du einen Lieblings-Jazzstandard?

Nein, da gibt es so viele: Auf Sessions spiele ich gerne „Softly“ oder „Alone together“ zum Kennenlernen

Welche Eigenschaft ist für einen Bassisten am wichtigsten?

Band- und songdienliches Spiel

Was hoffst Du Deinen Schülern beibringen zu können?

Ich hoffe, dass sie alles Wichtige lernen, um Spaß mit dem Instrument zu haben und mit anderen zusammenspielen zu können. Gerade das Zusammenspiel ist für mich das Wichtigste. Egal ob Band, Orchester oder sonst irgendeine Besetzung. Alleine zuhause Licks üben kann man machen, finde ich aber meistens unbefriedigend.

Was für ein Instrument spielst Du (Bass, Saiten, ggfs. Tonabnehmer)?

Ich bin der Meinung, dass man sich auf seinem Instrument vor allem wohlfühlen muss. Das war’s. An Top-Musikern bewundere ich, dass sie auf jedem Instrument gut klingen.
Ich probiere gerne viel herum. So habe ich einen Realist-, Bassbalsereit- und Schertler-Tonabnehmer auf meinem Zimmermann-Kontrabass von 1908. Im Augenblick habe ich Evah Pirazzi Saiten drauf und verstärke das Ganze mit einem Realbass-Verstärker.

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Änderungen im Artenschutz – was Bassisten wissen sollten

Zum Jahreswechsel ist der Musikhandel in heller Aufregung: mit vergleichsweise geringer Vorlaufzeit wird zum 1. Januar 2017 der Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES in Kraft treten. Dieses stellt weitere bedrohte Holzarten unter Schutz:

  • Palisander Dalbergia (alle Arten) – (mit Ausnahme von Dalbergia Nigra/Riopalisander, das bereits seit mehreren Jahren geschützt ist)
  • Bubinga (Guibourtia tessmannii, pellegriniana, demeusei)

Der Artenschutz ist ein wichtiges Anliegen, das auch von allen Musikern, Herstellern  und Händlern, die ich kenne, voll unterstützt wird. Gleichwohl stellt die Umsetzung die Musikwelt vor Herausforderungen. Kontrabassisten sind von den Änderungen zum Jahreswechsel weniger betroffen –  Palisander kommt hier i. d. R. nur für Teile wie Stachelbirnen und Saitenhalter zum Einsatz. Vom für Kontrabass-Griffbretter verwendeten Ebenholz steht nur die aus Madagaskar stammende Spezies schon seit Jahren unter besonderem Schutz, alle anderen Ebenhölzer sind (noch) frei handelbar. Für Gitarristen sieht die Situation aber anders aus: für Griffbretter ist Palisander das wohl meist verbaute Holz. Und wenn man als Kontrabassist einen Bogen mit auf Reisen nehmen möchte, gelten auch hier für viele oft verwendeten Materialien wie Fernambuk, Elfenbein, Schildpatt und Reptilienleder Einschränkungen. Was sollte man als Musiker dazu wissen?

Für den reinen Besitz von Instrumenten mit Teilen aus geschützten Arten sind keine Nachweisdokumente erforderlich.
Musiker, die vor 2017 ein betroffenes Produkt erworben haben (Vorerwerbsware), können anhand der Rechnung nachweisen, dass die Ware vor der Neuregelung in der EU war.
Für Instrumente, die nach dem 2.1.2017 erworben werden, ist darauf zu achten, dass das betroffene Material auf der Rechnung ausgewiesen ist:
„Das Produkt beinhaltet Materialien lt. CITES Anhang II in Konformität mit der Verordnung VO 338/97 Bezeichnung der betroffenen Teile mit Handelsnamen, botanischem Namen und Gewicht (Beispiel: Gitarren-Griffbrett, Indischer Palisander, Dalbergia latifolia, 130 g).“
Wer ganz sicher gehen will, kann Instrumente aus seinem Besitz bei der unteren Naturschutzbehörde (z. B. Landratsamt) als „Vorerwerbsware“ (also als vor dem Stichtag erworben) anmelden. Das gilt vor allem für Händler – aber sofern man nicht für alle Instrumente Rechnungen aufbewahrt hat, kann das auch für Endverbraucher (Musiker) sinnvoll sein. Dies sollte allerdings bis Ende dieser Woche (!) passiert sein …

Für Reisen innerhalb der EU bleibt alles beim Alten. Bei Reisen in das EU-Ausland ist die Mitnahme von Musikinstrumenten, die betroffene Hölzer beinhalten, ohne Vorlage von Dokumenten gestattet, sofern das Gewicht der von CITES II betroffenen Hölzer in allen Musikinstrumenten zusammen weniger als 10 kg beträgt (wird beim Kontrabass also etwas knapp!). Das Gewicht von Transportbehältnissen und Zubehör wird nicht mit eingerechnet.
Diese Regelung gilt nur für die persönliche Mitnahme aus nicht kommerziellen Gründen (wobei ein bevorstehender Auftritt gegen Gage nicht als kommerzieller Grund angesehen wird). Private Versendungen erfordern beim Grenzübergang in ein Nicht-EU Land für den Fall eines Verkaufs eine Ausfuhr- bzw. Wiederausfuhrbescheinigung und für den Fall einer temporären Ausfuhr (Reise) ein Zolldokument.

Mehr Informationen dazu gibt es beim Bundesamt für Naturschutz.

Veröffentlicht unter Allgemein, Bassbau | Hinterlasse einen Kommentar