Bassist/in gesucht

thomas-heidepriemEine Stellenausschreibung habe ich hier auch noch nie gebloggt, aber so viele Stellen für Jazzbassisten gibt es ja bekanntlich gar nicht. Thomas Heidepriem, Bassist der hr Bigband, geht bald in Ruhestand, so dass die Bigband nun eine/n Nachfolger/in sucht.

Stellenausschreibung/Audition
Gesucht: Bassist/in (Kontrabass und E-Bass)
Die hr-Bigband sucht eine Bassist/in in der Nachfolge von Thomas Heidepriem.

Sie sind eine ausgezeichnete Bassistin / ein ausgezeichneter Bassist in solistischer und insbesondere in begleitender Funktion. Neben bereits vorhandener Erfahrung in einer Big Band, können Sie hervorragend vom Blatt spielen und sind sicher in der freien Begleitung verschiedener Musikstile. Des Weiteren bringen Sie erstklassige Referenzen mit.

Informationen erhalten Sie unter 069/155 3019 oder www.hrbigband.de. Bewerbungen von Frauen sind besonders erwünscht.

Wir freuen uns auf Ihre ausführliche Bewerbung, gerne mit Hörbeispielen, per E-Mail oder per Post an unten genannte Adresse:

Hessischer Rundfunk
Anstalt des öffentlichen Rechts
hr-Bigband Management
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt am Main
bigband@hr.de

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„Kultursponsoring“ einmal anders herum gedacht

Diese Giganfrage eines Hotels flatterte mir in E-Mail-Postfach: „Für eine Veranstaltung unseres Hotels XXX (5*Superior) sind wir auf der Suche nach 1-3 Jazzmusikern, die sich und Ihre Kunst im Rahmen eines Events präsentieren möchten. (…) Die Darbietung soll im Rahmen einer Veranstaltung stattfinden und jeweils immer ein Stück zwischen den Moderationen gespielt werden.“
Soweit, so gut – diese Sorte Gig gehört ja zum Alltag vieler Jazzmusiker. Die Zimmerpreise in dem Nobelschuppen fangen bei 280 € die Nacht an, das Restaurant wurde bereits mit Sternen im Guide Michelin ausgezeichnet. Wer jetzt mit entsprechender Gage rechnet, liegt aber falsch:
„Zum Budget würden wir vorschlagen, dass wir die Veranstaltung prominent mit den Musikern bewerben (Online, Social media, Flyer etc.) und auch Hotelgutscheine würden wir ausstellen.
Aufgrund der Budgetvorgabe, sind wir offen was das Ausbildungsniveau und den Stil der Musik/er angeht.“

Ich überlege noch, was eine angemessene Reaktion sein könnte. Natürlich sollte man die Herrschaften darüber aufklären, dass „Jazzmusiker“ ein Beruf ist, und die erbrachte Leistungen auch bezahlt werden muss. Man könnte aber auch eine eine Gruppe Grundschüler schicken, und die etwas auf ihren Blockflöten vortragen lassen. Oder habt ihr noch andere gute Ideen? Vorschläge bitte in den Kommentaren zu diesem Blogeintrag  …

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IG Jazz Mannheim: noch Workshop-Platze für Bassisten frei

Die IG Jazz Mannheim veranstaltet wischen den Jahren (28.–30.12.2016) wieder einen Workshop in der Musikschule Mannheim mit einem Dozententeam aus der IG JAZZ.

Momentan noch einige Plätze für Bass vakant. Mit dem Stichwort „Kontrabassblog“ wird bei der Anmeldung auch jetzt noch der Frühbucherrabatt gewährt.

Workshops

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Das nennt man Erpressung, liebe DHL!

Als Mitinhaber eines Kontrabass-Ladens verschicke (und bekomme) ich ja vergleichsweise viele Pakete. Früher gab es nur die Deutsche Bundespost, heute hat man die Wahl zwischen vielen Zustelldiensten. Allen gemeinsam ist, dass sie ihre Mitarbeiter nicht wirklich großzügig entlohnen. Sofern sie denn eigene Mitarbeiter haben – manche arbeiten lieber mit (schein-)selbstständigen Subunternehmern. Eigentlich kein Wunder – der Markt ist hart umkämpft, der Preisdruck hoch, denn die Kunden (also wir alle) möchten für eine Paketzustellung ja auch keine 20 € bezahlen.
Besonders in Großstädten gehen die Paketzusteller dazu über, gar keinen Zustellversuche mehr zu unternehmen, sondern das Paket lieber gleich im Paketshop oder der Filiale abzugeben. Meistens wird dann auch keine Benachrichtigung hinterlassen – die einzige Chance ist dann das Online-Tracking. Aber auch mit Tracking ist man vor Verlust einer Sendung nicht gefeit: wir haben kürzlich ein Einschreiben nach Berlin verschickt. Das wurde in einer Postfiliale hinterlegt, aber leider war nicht herauszufinden, in welcher. Deswegen ging es unabgeholt zurück nach Frankfurt. Dort wurde es in einer Postfiliale hinterlegt, die es gar nicht mehr gibt (sie wurde aus Kostengründen geschlossen). Abholen war also auch hier nicht möglich – die Sendung blieb erstmal verschollen. Ein anderes Einschreiben, dass uns zur selben Zeit aus Dänemark erreichen sollte, ging ohne Zustellversuch gleich am ersten Tag in Deutschland wieder „unzustellbar“ zurück an den Absender. Der Sinn und Zweck eines Einschreibens stellt man sich als Kunde ja etwas anders vor … aber vielleicht ist das Produkt „Einschreiben“ einfach nur ein Relikt aus einer anderen Zeitepoche.

Anders als bei Einschreiben gibt es bei Paketen ein ausführliches, tagesaktuelles Online-Tracking (Nachverfolgung), was uns Kunden durchaus interessante Einblicke in das Chaos gibt, das sich hinter den Kulissen des ehemaligen Staatsunternehmens DHL abspielen muss. Vor ein paar Wochen brachten wir ein Paket nach Österreich auf den Weg. Drei Tage später war es im Zielland, wurde aber nicht zugestellt, sondern trat sogleich wieder die Heimreise an: „Annahme verweigert“ steht unzutreffend im Tracking-Protokoll (auch der Zeitstempel „Samstag 17:39 Uhr“ ist nicht sehr glaubwürdig). Die österreichische Post hat also offenbar ähnliche strukturelle Probleme wie die deutsche. Als der Empfänger sich bei uns nach dem Paket erkundigt, hatte es laut Tracking schon wieder eine Odyssee durch Deutschland hinter sich:
„Es erfolgt ein 2. Zustellversuch“ (ohne dass es einen ersten gab)
„Die Sendung wurde in das Zustellfahrzeug geladen“
„Die Sendung wurde im Paketzentrum bearbeitet.“
„Der Empfänger hat die Annahme der Sendung verweigert.“ (nein, hat er nicht!)
„Der Empfänger ist unbekannt.“ (nein, ist er nicht!)  usw …

Interessant: auf seinem Weg ins postalische Nirwana bereiste das Paket nach seiner Rückkehr aus Österreich Regensburg, Obertshausen, Speyer, dann erneut Obertshausen, und schließlich Rodgau. Als es sich von dort nicht mehr fortbewegte, stellte ich nach sechs Wochen schließlich einen Nachforschungsantrag – immerhin ist es gegen Verlust versichert und der Wert ist mit 500€ auch keine Lappalie.

Die Antwort von DHL: um das Paket wieder zu bekommen, müssen wir nun knapp 50 € „Lagergebühr“ zahlen … ich nenne es „Lösegeld“.

Update (31.10.): Das Paket ist wieder da! Man kann nicht behaupten, DHL hätte nichts getan für’s Geld … leider nur nicht das richtige.

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Instrumentenbau in Schönbach und Bubenreuth

Dieser kleine Film von 2001 beschäftigt sich mit der Geschichte der Geigenbauer in Bubenreuth. Ursprünglich im heute tschechischen Schönbach (Luby) beheimatet, wurden sie nach dem Krieg vertrieben und fanden im fränkischen Bubenreuth Zuflucht. Die Einwohnerzahl des Dorfes stieg damit schlagartig von knapp 700 auf 2300 Menschen.

Etwas unfreiwillig komisch finde ich Szene, wo der Bassist von James Last als Fachmann für Kontrabässe befragt wird, und er im ersten Satz darauf hinweist, gar kein Kontrabassist sondern E-Bassist zu sein …

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Verlosung: 5 x Full Week Pass für die Bass2016 in Prag (20.–25.9.)

Für den Kontrabass-Kongress Bass2016, der in wenigen Tagen in Prag startet, verlose ich 5 x einen Full-Week-Pass (im Wert von je 90 €). Zur Teilnahme an der Verlosung reicht eine kurze E-Mail an mich (lohse -ätt- lando-music.com) mit dem Betreff „Bass2016“ (und Name und Adresse im Body, versteht sich). Einsendeschluss: 17.9.2016; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Informationen zum Workshop- und Konzert-Programm sowie den Wettbewerben findet man auf der Website: www.bass2016.eu/congress.html

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Mit dem Kontrabass in der Bahn unterwegs

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Letzte Woche reiste ich per Bahn zu einem Auftritt am anderen Ende der Republik, nach Pommern. Im Nahverkehr bin ich ja regelmäßig mit Bass unterwegs, aber bei weiteren Strecken gebe ich meistens dem Auto den Vorzug, denn zum Bass kommen ja in der Regel auch noch Verstärker und andere Dinge, die man unmöglich als Bahnreisender alleine transportieren kann.

Im Nahverkehr hatte ich bislang keine Probleme mit dem sperrigen Transportgut. Die S-Bahnen und Regionalexpress-Züge, die die Bahn im Rhein-Main-Gebiet einsetzt, haben allesamt großzügige Bereiche, die für Gepäck, Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder ausgewiesen sind – von außen erkennbar an dem großen Fahrrad-Piktogramm auf den Waggons. Die Mitnahme eines Fahrrads ist bei uns im Preis explizit inbegriffen, allerdings sind die Fahrpreise hier vergleichsweise hoch; in den meisten deutschen und europäische Metropolen ist man günstiger unterwegs. Mit Fahrrad wird man aber dennoch von anderen Fahrgästen recht oft angepöbelt – ein Fahrrad im Zug ist aus welchen Gründen auch immer ziemlich provokant. Mit Kontrabass ist mir das aber noch nicht passiert; zumindest im Frankfurter Nahverkehr scheint er ein Sympathieträger zu sein.

Ganz anders sieht es im Fernverkehr aus. In den ICEs der Deutschen Bahn gibt es keine Gepäckabteile, und auch sonst fehlt es an Raum für Gepäck. Die Mitnahme von Fahrrädern ist generell untersagt, und Kinderwagen müssen zusammengeklappt werden. Da wundert es nicht, dass Kontrabässe nicht gern gesehen sind – obwohl sie eigentlich erlaubt sind. Die Bahn unterscheidet in ihren Beförderungsbestimmungen zwischen Handgepäck und Traglasten. Als Handgepäck gelten leicht tragbare Gegenstände, die unter bzw. über dem Sitz untergebracht werden können. In diese Kategorie fällt ein Kontrabass nicht – er ist eine sogenannte Traglast:

„Neben Handgepäck darf der Reisende ein Stück Traglast mit sich führen. Traglasten sind Gegenstände, die – ohne Handgepäck zu sein – von einer Person getragen werden können. Gegenstände, die andere Reisende behindern, belästigen oder Schäden verursachen können, dürfen nicht mitgenommen werden. Die Beaufsichtigung obliegt dem Reisenden.“

Soweit die Theorie. In der Praxis machen Kontrabassisten aber ganz unterschiedliche Erfahrungen mit der Umsetzung der Gepäck-Regeln durch das Bahnpersonal. Auf meiner letzten Reise im ICE hatte ich auf dem Hinweg Glück: der Zug war recht leer, und das Flightcase (Bass mit abnehmbarem Hals) parkte im Bereich des Übergangs von den Abteilen zum Großraumwagen, wo der Durchgang etwas breiter ist.

Bei der Rückreise hingegen war der Zug voll. Ich parkte das Flightcase zunächst im Gang vor meinem Abteil-Sitzplatz, was die Schaffnerin aber nicht gestatten wollte. Sie pochte auf freie Fluchtwege. Da fast überall, wo etwas mehr Platz war, bereits Fahrgäste ohne Reservierung campierten, wurde es dann doch noch schwierig, einen Platz für den Bass zu finden. Schließlich durfte ich den Koffer im Eingangsbereich vor den Außentüren ablegen – flach, damit er nicht wegrollt. Mit einem Kontrabass in Tasche hätte ich mich das nicht getraut.

Fazit: Man darf den Bass als Traglast zwar eigentlich mitnehmen, aber wenn der Zug voll ist, hat man ein Problem, einen geduldeten Platz zu finden. Die Zugbegleiter sind dafür verantwortlich, dass Fluchtwege frei bleiben, und lassen sich nicht unbedingt davon beeindrucken, wenn man ihnen aus den Beförderungsrichtlinien für Traglasten vorliest, dass die Kontrabassmitnahme erlaubt ist.

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„Na, vielleicht doch besser Blockflöte gelernt?!“

Heute morgen passierte es wieder – und jeder Bassist kennt das sicher aus eigener Erfahrung: Ich schleppte einen Bass vom Bahnhof herüber in den Laden, leider ausnahmsweise ohne Bassbuggie (ohne den ich ja sonst eigentlich nicht aus dem Haus gehe). ich hatte noch keine drei Schritte getan, da schallte es mir bereits wahnsinnig originell entgegen:

Na, da hätteste doch lieber Blockflöte gelernt!

Eine passende Antwort auf diesen Spruch sollte eigentlich in unser bassistisches Grundrepertoire gehören. Deswegen heute mal eine kleine Umfrage: Was erwidert ihr für gewöhnlich bei dieser Gelegenheit?  Vorschläge bitte ins Kommentarfeld!


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Musikmesse Frankfurt 2016 – Karten zu gewinnen!

Vom 7. bis 10. April 2016 findet in Frankfurt am Main wieder die Musikmesse statt. Die Musikmesse ist in diesem Jahr nicht nur in andere Hallen umgezogen, sie ist jetzt an allen Messetagen für das Publikum geöffnet und hat auch das Rahmenprogramm auf dem Messegelände und in der Stadt Frankfurt stark erweitert. Erstmals findet parallel zur Messe das Musikmesse Festival statt. Das Festival-Ticket – ein Festival-Bändchen und ein Festival-Voucher – ist für Besucher der Musikmesse kostenlos. Ebenso ist das Festival-Ticket an der Abendkasse aller teilnehmenden Veranstaltungsorte erhältlich. Es kostet 15,- € und enthält darüber hinaus auch einen Voucher für einen vergünstigten Eintritt auf die Musikmesse.
Auf zwei Konzerte, die die Jazz Initiative im Rahmen des Festivals anbietet, will ich dabei besonders hinweisen, da ich Co-Organisator bin 😉

Hattler feat. Torsten de Winkel, Fola Dada & Oli Rubow

Hellmut Hattler (e-bass), Torsten de Winkel (g, e-sitar), Fola Dada (voc), Oli Rubow (dr, perc, electronics), Pete Delgado (visuals), Theo Metzler (sound design)
www.hellmut-hattler.de

Orange Peel (Nähe Hauptbahnhof) | Fr., 8.4.2016 | 21 Uhr | 15,–/12,–/kostenlos mit Musikmesse-Festivalticket

Checkpoint III: Jazz@EnsembleModern

Das Ensemble Modern trifft auf ein Jazz-Trio (John Schröder, Hayden Chisholm und Sebastian Gramms)

Deutsche Ensemble Akademie, Dachsaal | So., 10.4.2016 | 20 Uhr | 20,– / 15,– € erm. (Ermäßigung für Studenten, Auszubildende, JIF-Mitglieder), mit Musikmesse-Festival-Ticket 10,– €

Und jetzt kommt’s: ich verlose 5 x 2 Karten für die Musikmesse!

Um an die Verlosung teilzunehmen, schickt mir eine E-Mail mit der Antwort auf die Rätselfrage:
Welcher Bassist und Geigenbauer gilt als
Urvater des Kontrabasses wie wir ihn heute kennen?

Der Einsendeschluss ist der 1. April, der Rechtsweg ist ausgeschlossen …


Update: Die Gewinner wurden ermittelt und per E-Mail benachrichtigt, es sind:

Martin M. aus K.
Jann M. aus F.
Carola D. aus O.
Anselm H. aus B.
Dieter K. aus N.

 

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Carol Kaye im Interview

Auf Carol Kaye verlinke ich hier im Kontrabassblog ja nicht zum ersten Mal. Eine sehr faszinierende Musikerin. Ich könnte ihr stundenlang zuhören, was sie über Jazz, die Arbeit in den Recording-Studios, und natürlich über sich und ihr Spiel zu berichten hat.

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Musiknotendruck mit beweglichen Lettern

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Ziemlich überraschende Statistik: Jazzmusiker verdienen recht wenig Geld

Das durch musikalische Arbeit erzieltes Jahreseinkommen eines Jazzmusikers liegt bei durchschnittlich 12.500 Euro. Erkenntnisse wie diese liefert jetzt eine großangelegte Studie, die erstmals empirische Daten zu der aktuellen Lebens- und Arbeitssituation professioneller Jazzmusikerinnen und -musiker verfügbar macht. Als Grundlage diente eine Online-Befragung mit über 2.000 Teilnehmern. Auftraggeber der von dem Kulturwissenschaftler Thomas Renz vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim verfassten Studie waren das Darmstädter Jazzinstitut, die Union Deutscher Jazzmusiker und die Interessengemeinschaft Jazz Berlin.

Auch wenig überraschend: Die Jazzmetropolen Köln und Berlin sind die Regionen, wo die meisten der Befragten leben und von denen nach Selbsteinschätzung der Jazzmusikerinnen und -musiker die wichtigsten künstlerischen Impulse ausgehen. Umso problematischer ist der Befund der Studie, dass insbesondere dort professionelle Musiker selten mit mehr als 50 Euro pro Auftritt nach Hause gehen.

Gebhard Ullmann, Vorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker, sieht einen klaren kulturpolitischen Handlungsbedarf: „Die Studie zeigt deutlich, dass spezifisch auf Jazz ausgerichtete Fördersysteme fehlen. Erst wenn Bund, Länder und Kommunen eine solide Infrastruktur für diese wichtige Kunstform bereitstellen, kann sich auch die Lebenssituation ihrer Künstler nachhaltig verbessern.“

Neben Zahlen zur Einkommenssituation liefert die Studie auch interessante Informationen zu den Auftrittsmöglichkeiten und zur Ausbildung und zum Werdegang der befragten Musiker. Die Zahlen sind gut lesbar aufbereitet und kommentiert, so dass die Studie einen sehr anschaulichen Einblick in die Situation im Berufsfeld „Jazzmusiker“ bietet. Für angehende Jazzmusiker ist die Studie somit eigentlich Pflichtlektüre – aber auch für alte Hasen sehr lesenswert.

Studie zum Download: www.jazzstudie2016.de

 

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Freedom Sound

Die Jazz Crusaders wurden in den 1960er Jahren bekannt. Die Band besteht im Kern aus Wayne Henderson (tb), Wilton Felder (sax), Joe Sample (p) and Stix Hooper (dr). Die vier gingen bereits in ihrer texanischen Heimat Houston zusammen auf die High School und hatten erste Bands zusammen. Anfang der 1960er Jahre gingen sie nach Los Angeles, und nahmen eine Reihe erfolgreicher Schallplatten für das Pacific Label auf. Charakteristisch für die Band waren der Sound von Tenorsaxophon und Posaune, und ein von Rhythm & Blues, Soul und Hard Bop geprägtes Repertoire. In den 1970er Jahren wurde die Musik gefälliger, und man strich das Wort „Jazz“ auch aus dem Namen.

Einen festen Bassist hatte die Band zunächst nicht: bei den ersten Platten war Jimmy Bond am Bass, dann Victor Gaskin, Bobby Haynes, Al McKibbon und Leroy Vinnegar, und schließlich Buster Williams. Den Grund für den hohen Bassisten-Verschleiß kenne ich nicht … aber aber interessanterweise trat Wilton Felder, der Saxophonist der Band, ab Mitte der 1960er Jahre selbst auch als (E-)Bassist in Erscheinung. So z.B. bei Grant Greens „Live at the Lighthouse“ – legendär die sehr relaxte Ansage von Hank Steward, die Wilton Felder am blubbernden ”Fender Bass“ begleitet und die die erste Nummer der Platte ist.

Der Gitarrist Larry Coryell schreibt in einem Nachruf über den letztes Jahr verstorbenen Musiker:

I also did many sessions with Wilton playing bass. One album that comes to mind is Keeper of the Castle, by the Four Tops. Wilton could read anything, and the great arranger Gene Page would write out all the bass parts. Wilton could read all of them and interpret them with great feel and time, and then add his own thing to it. He would work on the bass part until it was exactly what he wanted. When Wilton was playing bass, he was the leader of the rhythm section. He could hear two guitar parts that would fit together like a glove against a bassline, and the bassline was fitting together against the drums. He had a gift of putting together those kinds of parts, where all of a sudden your track became this unit of power that’s so simple, everything in its right spot. Many, many times it was Wilton who was humming the guitar part to one of the guys, and they would lock on to that part and he would add another part.

„Freedom Sound“ ist ein Stück von Joe Sample, und erschien 1961 auf der gleichnamigen Debüt-Platte der Band Jazz Crusaders. Es beginnt mit einem markanten Bass-Riff, das sich leicht variiert durch den ganzen A-Teil fortsetzt. Ich habe festgestellt, dass sich das Riff gut eignet, um den vierten Finger zu trainieren. Dafür habe ich mir den Fingersatz so zurechtgelegt, dass der vierte Finger ordentlich zu tun hat (4-4-2-4-2-4 | 4-4-2-4-2-4 | 4-4-1-4-1-4 | 4-4-1-4-1-4 | usw.)

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Ein komplettes Leadsheet findet man zum Download auf der Website von James Mahone.

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