Jazzicato-Soundclip

Heute morgen habe ich diesen kurzen Clip aufgenommen. Als Aufnahmegerät fungierte das iPad, Garage Band und das Tascam IM2-Mikrofon, das auf den Dock-Connector aufgesteckt wird. Das ist wirklich sehr komfortabel! Plug and play. Ich kann’s nur empfehlen.

Der Bass, der auf der Aufnahme zu hören ist, ist ein vollmassiver deutscher Bass aus den 1950er Jahren, bespannt mit Presto Jazzicato Tungsten-Saiten.

Heute schon geübt?

Blue Bossa von Kenny Dorham ist eine dieser typischen Session-Nummern: eingängig, leicht zu merken, gut in Anfänger-tauglichem Tempo zu spielen. Kaum ein Session-Abend, an dem nicht irgendjemand Blue Bossa vorschlägt. Also eine ziemlich abgedroschene Nummer, in den Top-Ten der meistgespielten Session-Standards ziemlich weit oben.

Letzte Woche war ich im Jazzkeller bei Al Foster, den das nicht weiter störte und das zweite Set mit Blue Bossa eröffnete. Allerdings spielte sein Bassist, Doug Weiss, nicht das übliche Klischee-Bossa-Pattern, sondern die Figur, die Bassist Butch Warren auf Joe Hendersons/Kenny Dorhams Original-Aufnahme („Page One“/Blue Note Records) einspielte.

Eigentlich schade, dass man diese Figur so selten zu hören bekommt. Vermutlich war dieses Pattern für Kenny Dorham ein integraler Teil seiner Komposition, der sich mit Klavier-Begleitung und Melodie perfekt zu einem komplexen Ganzen zusammenfügt. Schwierig zu spielen ist das Pattern eigentlich nicht – aber wenn man die Nummer schon ewig anders spielt, ist es gar nicht so einfach, „umzuschalten“ und nicht in alte Muster zurück zu fallen.
Interessantes Detail: Butch Warren macht ausgiebig Gebrauch von Flageolett-Tönen (1. Oktave G und D-Saite; siehe zweiter Takt). Das funktioniert so nur in der Original-Tonart. Da Blue Bossa aber ohnehin keine Sängerinnen-Nummer ist, dürfte man selten in die Verlegenheit kommen, es in einer anderen Tonart spielen zu müssen. Es gibt aber tatsächlich auch einen Liedtext zu Blue Bossa (bzw. It’s no time to be blue). Er stammt von einem anderen Kenny: Gitarrist Kenny Burrell. Ich hatte ihn zuvor noch nie singen gehört, aber hier tut er es.

 

Machen Bass-Solos den Jazz kaputt?!?

How bass solos ruined Jazz – unter dieser provokanten Überschrift veröffentlichte Alan Kurtz einen Artikel, in dem er sich mit der Rolle des Kontrabass im Jazz sehr kontrovers auseinandersetzt.

“What’s wrong with jazz? Could it be that unwieldy string instrument hiding out next to the drummer?”

Alan Kurtz findet: “Bass solos suck. Let’s face it, the ponderous, unwieldy bottom feeder is the least interesting jazz instrument, lacking even the visual appeal of drum solos.

Kontrabassblog auf Google Currents

Meine Blog-Beiträge habe ich für Google Current zu einer “Editon” zusammengestellt. Google Current gibt es für Androide und iOS (iPhone und iPad).

Meisterkurs für Kontrabass mit Josef Niederhammer

12. August 2012bis26. August 2012

Prof. Niederhammer unterrichtet an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und wird im Rahmen der Internationalen Sommerakademie PragWienBudapest den Meisterkurs für Kontrabass von 12.-26.August 2012 am Semmering (A) abhalten. Neben den 2-wöchigen Meisterkursen bietet die Sommerakademie den TeilnehmerInnen mit 1-2 tägigen Workshops und weiteren Angeboten sowie Auftrittsmöglichkeiten eine einzigartige Weiterbildung und Experimentalstätte.
Anmeldung online bis 15. Mai 2012 möglich: http://www.isa-music.org

Internationale Sommerakademie PragWienBudapest, Anton-von-Webern Platz 1, 1030 Wien, Austria; Phone: +43-1-71155-5110, www.isa-music.orgwww.facebook.com/isamusic.org

 

Herzlichen Glückwunsch, André Nendza

… zum Echo 2012 in der Kategorie „Bass / national“!

Vanhal Kontrabasskonzert

19. Mai 2012
19:00
20. Mai 2012
18:00
Stefan Krattenmacher baut nicht nur Bässe, sondern ist auch Leiter des Ettenheimer Kammerorchesters. Mit diesem gibt er im Mai zwei Konzerte:
19. Mai 19 Uhr  St. Johannes Kirche Ringsheim
20. Mai  18 Uhr heilig-kreuz Kirche Münchweier
(Beide Orte liegen zwischen Karlsruhe und Freiburg)
Vanhal Kontrabasskonzert in D-Dur;  Soloist Korneel LeCompte, Solobassist Brüssel Oper, spielt in Wiener Stimmung 5-saitig, und das Ettenheimer Kammerorchester unter Leitung von Bassbauer Stefan Krattenmacher

 

 

Neulich im Jazzkeller

Wenn ich als Gast zur Jazzkeller-Session gehe, stehe ich immer vor der Frage: eigenen Bass mitnehmen oder das Instrument des Eröffnungs-Trios spielen? Den Bass Zuhause zu lassen ist natürlich eine bequeme Sache. Ich kann mit dem Fahrrad anreisen, und muss im drangvollen Keller keinen Abstellplatz für die Oma finden. Das ganze Geraschel, um dann für zwei-drei Nummern einzusteigen? Mmmh.
Aber die Geschmäcker und Vorlieben gehen auch beim Kontrabass sehr weit auseinander. Manche sind was fremde Bässe angeht hart im nehmen, und kommen irgendwie mit allem zurecht – ich nicht. Ich brauche auch auf dem Bass das “Zuhause”-Gefühl, den gewohnten Klang und die erprobte Bespielbarkeit und Saitenlage. Aber was die geschätzten Kollegen da teilweise mit in den Keller bringen, ist auch mehr als gewöhnungsbedürftig. Vor ein paar Wochen kam ein Kollege mit einem (auch sonst grenzwertigem) Bass, wo die E-Saite tiefer lag als die G-Saite. Irgendjemand hatte mal den Steg falsch herum aufgestellt, und so steht er nun. Dazu passte, dass der Sattel tiefer gekerbt war als das Griffbrett. Wie man auf so einer Baracke freiwillig seiner Arbeit nachgeht, ist mir schleierhaft.
Unlängst war ein anderer Kollege zu Gast, der auf Elektrik komplett verzichtet und stattdessen meterhohe Darmsaiten spielt. Noch nicht einmal ein Mikro gönnte er sich. Kann man machen, macht aber gerade auf einer Session, wo laut geschwatzt wird und die Drummer nicht immer leise spielen können (und die Gitarristen nicht leise spielen wollen) keinen Spaß. Wenn selbst im Flügel ein Mikro zur Verstärkung liegt, wie soll da ein Bass rein akustisch mithalten?
Gestern Abend spielte Maurice Kühn. Sein Bass ist echt toll bespielbar, ganz nach meinem Geschmack, eigentlich. Aber irgendjemand hat ihm die Flause in den Kopf gesetzt, Quintstimmung zu spielen. Aua.
Demnächst spielt Thomas Stabenow. Endlich mal ein Heimspiel für mich: ich habe erst letzte Woche sein Griffbrett abgerichtet ;-)

P.S.: am Samstag findet in Frankfurt die Nacht der Museen statt. Der Jazzkeller wird zu diesem Event aus Anlass seines Jubiläums (gegründet 1952) zu einem sehr lebendigen Museum seiner selbst. Eugen Hahn hat ein paar Schautafeln vorbereitet, und wird in Wort und Bild 60 Jahre Jazzkeller Revue passieren lassen. Ab 21 Uhr spielen Bands um Pianist Christoph Neubronner, ab Mitternacht ist Session. Der Hessische Rundfunk wird sogar eine Live-Schalte installieren, wann und wo genau gesendet wird, habe ich aber noch nicht erfahren.

Heute schon geübt?

Als jemand, der inzwischen nicht mehr der fleißigste Über ist, bin ich gelegentlich dankbar für nette, kleine, kompakte Übe-Ideen. Nicht zu anspruchsvoll, aber auch nicht langweilig. Hier ist eine:

Letzte Woche traf ich Prof. Thomas Stabenow, und irgendwie kamen wir auf den Bassisten Bob Haggart zu sprechen. Haggart war nicht nur als Bassist (u. a. mit Bob Crosby) erfolgreich, sondern hat mit „What’s New“ und vor allem aber „Big Noise from Winnetka“ zwei veritable Hits komponiert. „Big Noise from Winnetka“ ist eigentlich eine eher obskure Nummer – ein Duo von Schlagzeug und Kontrabass mit gepfiffener Melodie – und ist in den USA vielleicht so weitläufig bekannt wie hierzulande der „River Quai Marsch“ oder ähnliche Schmonzetten. Wenn er mit den Urheberrechten alles richtig gemacht hat, dürfte ihm diese Komposition bis zu seinem Tod 1998 ein gutes Auskommen beschert haben.

Anfang der 1940er veröffentlichte Haggart die welterste Schule für Jazz-Kontrabass. Sie wurde schon längere Zeit nicht mehr neu aufgelegt, aber Bob Haggart hatte noch zu Lebzeiten keine Probleme damit, dass sie als Fotokopie weitergegeben wird, so dass ein Link auf diese Download-Quelle moralisch mehr als vertretbar ist.

Thomas’ Übe-Tipp: die Kreutzer-Etüde auf Seite 67. Die Kreutzer-Etüden sind unter klassischen Streichern (bzw. speziell Geigern) als Geläufigkeitsübung für die linke Hand sehr populär. Haggart hat einen Teil nach F-Dur transponiert, so dass er auch für Kontrabass gut liegt und ihn mit Fingersätzen versehen. Thomas hat sich ein paar signifikante Stellen auf eine Postkarte gedruckt – als Spickzettel für die kleine Übe-Mahlzeit zwischendurch.

 

Ungewohnte Perspektiven

 

Eine Werbekampagne für die Berliner Philharmoniker überrascht mir ungewohnten Perspektiven.
Mehr Motive auf Behance.net.

Credits:
Concept: Mona Sibai, Björn Ewers, Client: Stiftung Berliner Philharmoniker, Agency: Scholz & Friends Berlin; Photographer: Mierswa-Kluska; Art Director: Björn Ewers; Copywriter: Mona Sibai, CDs: Michael Winterhagen/Nils Busche

Multibass Orchestra am 22.9.2012 in Köln

22. September 2012
21:00

Sebastian Gramms sucht für ein etwas verrücktes Projekt noch weitere Mitstreiter. Also Bassisten. Viele. Sehr viele.
Ich bin gespannt!

Liebe Freunde + Kollegen
Es gibt eine einmalige Möglichkeit bei der Kölner Musiknacht am 22.9.2012 in riesiges Kontrabass Orchester (MULTIBASS ORCHESTRA) auf die Beine zu stellen….! Wir brauchen möglichst viele Kontrabassisten (50 oder mehr werden es wohl werden)! Spielort und Zeit am Sa, 22.9. sind noch nicht genau klar … Die Details klären sich bald… (Fahrtkosten werden auf jeden Fall erstattet; wg. Gage müssen wir sehen, was übrig bleibt…. Übernachtungen können wir ggfs. privat regeln … Das Ganze wird jedenfalls per Audio /Video/Photos optimal dokumentiert.)

Wir werden nicht groß proben … in unserer Soundcheckzeit vorm Gig werden ein paar Kleinigkeiten erklärt, und dann geht es per Dirigat/Handzeichen etc. los…..  ( z.b. Solos/Tuttis; Walk mit 50 Bässen; unisono glissandi; …. u.ä.)
Alles eigentlich sehr einfach – Die Masse + Klasse machts!

Erstmal brauchen wir viele Bassisten, die mitmachen! Bei Interesse / Zeit / Lust bitte direkt eine mail an: s.gramss (ätt) t-online (Punkt) de

Ansonsten bitte an offene Kollegen weitersagen. Jazz/ Klassik /Tango/ Rock-a-billy… „Herkunft“ der Bassisten spielt keine Rolle.

alora,

viele Grüße aus Köln
Sebastian Gramss

(Update: Das Fahrtkostenbudget ist natürlich limitiert.)

SWR Jazzpreis 2012 geht an Bassist Manfred Bründl

Preisträger des mit 15.000 € dotierten SWR Jazzpreises 2012 ist der Kontrabassist Manfred Bründl.
Auf seiner aktuellen CD „Tip Of The Tongue“ (Laika/Rough Trade; mit Rainer Böhm, Piano; Hugo Read, Saxofon und Jonas Burgwinkel, Drums) sich mit dem 1973 gestorbenen Kontrabassisten Peter Trunk auseinander gesetzt. Mit wissenschaftlicher Akribie hat Bründl Leben und Werk von Pet er Trunk recherchiert, Gespräche mit Journalisten und Weggefährten geführt und in den Archiven der Rundfunkanstalten nach selten gespielten Aufnahmen gesucht.

Dieser differentzierte Umgang des Bassisten mit der Geschichte des deutschen Jazz hat die Jury vom „SWR Jazzpreis“ überzeugen können. In Gestalt von Trunks musikalischen Themen und Motiven werde diese Tradition durch klangvolle Arrangements des Kontrabassisten in die Gegenwart versetzt, so die Begründung. Preisverleihung und Preisträgerkonzert finden am 31. Oktober im Rahmen des Festivals Enjoy Jazz in Ludwigshafen statt.

Sommerworkshop in Frankreich

14. Juli 2012bis21. Juli 2012

Die zwei Kontrabassisten Michael von Villiez und Daniel Paczia geben im Sommer eine Woche lang in Aubenton/Frankreich Workshop-Unterricht. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Amateure und Hobby-Bassisten jedweden Alters und Wissenstandes, die ihre Kenntnisse im Bereich Jazz, Klassik, Blues, Pop und Rock vertiefen möchten. Der Unterricht erfolgt in Einzel- und Gruppenstunden sowie in Kontrabassensembles. Natürlich gibt es auch ein Theorieangebot, Rhythmusunterricht und Gehörbildung. Abends gibt es zur Entspannung (Musik-)Filme. In der Umgebung gibt es ausreichend Möglichkeit zu wandern und Fahrrad zu fahren.

Datum: 14.07.2012 – 21.07.2012
Preis: € 445,- incl MwSt, Übernachtung im 3-Bettzimmer, Vollpension und Kursgebühr
Adresse: IHTS Aubenton
3 place de l’eglise 02500
Aubenton
France
Tel 0033323910036
Anmeldung bei: Michael von Villiez, Tel. 0031207850278, Daniel Paczia 00491621616912