Jubiläum: 30 Jahre Pianzola Bassbau

Am Wochenende des 13.–14. September lädt Giorgio Pianzola zu einer großen Kontrabass-Ausstellung mit Konzert ein. Anlass: das 30jährige Bestehen  seiner Kontrabass-Werkstatt. Ort: Kulturzentrum Progr, Aula 1. Stock, Waisenhausplatz 30, 3011 Bern (Schweiz)

Samstag 13. Sept. 2014
9 bis 18 Uhr – Ausstellung
20 Uhr – Konzert mit Michel und Myria Poffet, André und Sibylle Pousaz, Reggie Johnson und weiteren Überraschungs-Gästen. Der Eintritt ist frei!

Sonntag 14. Sept. 2014
10 bis 17 Uhr – Ausstellung

Pianzola Flyer (PDF)

pianzola 30 Jahre

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Electric Viennese Bass

EVB, oder “Electric Viennese Bass” nennt Korneel Le Campte, Solo-Kontrabassist der Nationaloper Brüssel (Belgien), seinen Eminence RN. Korneel spielt ihn mit Darmsaiten, (Darm-)Bünden und in Wiener Stimmung.  Zu sehen und zu hören am Montag (15 Uhr) in Amsterdam (Almere) im Rahmen von Bass2014, Programm: Borgni, Sperger, Lupis, Vanhal. Oder auf Youtube:

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Kontrabass-Preise gestern und heute

In den letzten Jahrzehnten hat unser aller Lieblings-Instrument, der Kontrabass, unzweifelhaft an Popularität gewonnen. Noch nie gab es an den Musikschulen so viel Kontrabass-Unterricht wie heute. Aber noch immer ist ein Kontrabass eine vergleichsweise teure Anschaffung. Wie wirkt sich der größer gewordene Nachfrage auf die Preise aus?

Ein Blick in alte Kataloge bringt dazu interessantes zu Tage: im GEWA-Katalog aus dem Jahr 1960 kostet ein einfacher Sperrholzbass mit Hartholz-Griffbrett 494,– DM, ein gut geflammter, vollmassiver Bass mit Ebenholz-Griffbrett 980,– DM. Umgerechnet in Euro wären das rund 250,– € bzw. 500,– €. Klingt günstig – aber waren das wirklich Schnäppchen-Preise?

GEWA-1960-22-BassCello

Eher nicht: 1960 lag das Brutto-Jahreseinkommen in der BRD bei 3144,– €. 2013 lag der Wert mit 31.089,– € ungefähr beim 10-fachen. Daran gemessen bzw. hochgerechnet lag der Sperrholzbass bei rund 2.500,– €, und der Vollmassive bei 5.000,– €. Sperrholzbässe sind also seit 1960 effektiv deutlich günstiger geworden, während ein gut geflammter, vollmassiver Bass aus deutscher Fertigung heute kaum noch für 5.000,–€ zu haben ist. Allerdings liegt das auch daran, dass die heimischen Bassbauer die unteren Preissegmente den Importen aus Osteuropa und China überlassen, die eben diese Kategorie bereits ab 2.000,– € anbieten können. Der Preis eines GEWA-Meisterbasses lag 1960 bei 1.580,– DM – das wären nach heutiger Kaufkraft rund 8.000,–€. Das ist auch das, was man heute ungefähr für einen guten Meisterbass hinlegen muss.

Zum Vergleich einige Preise aus dem Jahre 1960:

  • Bild-Zeitung: 10 Pfennig
  • 1 l Benzin: 60 Pfennig
  • 250 g Butter: 1,62 DM
  • Rundfunkgebühr/GEZ: 7 DM mtl.
  • Opel Kapitän L (75 PS): 10.250 DM
  • Glas Bier im Jazzkeller Frankfurt: 1 DM

Noch schwieriger einzuschätzen und umzurechnen sind die Preise, die man in Katalogen aus den 1920er Jahren findet – zu sehr haben sich die Lebensverhältnisse und Lebenshaltungskosten seit dem verändert. Ein Katalog der Fa. Wunderlich aus Markneukirchen verzeichnet folgende Preise:

  • Kontrabaß, gewöhnlich, Birnbaum-Garnitur … 135 Goldmark
  • Kontrabaß, gewölbt, Ebenholz-Garnitur … 200 Goldmark
  • Kontrabaß, allerfeinstes Holz, tadellose Arbeit, beste Ebenholz-Garnitur … 400 bis 750 Goldmark
  • Künstler-Baßbogen … 30,– bis 100,– Goldmark
  • Tiroler Mechanik, Messing … 13,– Goldmark
  • Baß-Überzug, sackartig, bestes Segeltuch … 20,– Goldmark
  • Kolophon … –,25 bis 1,– Goldmark

Das Diese Preise beziehen sich übrigens auf 4-saiter (E-A-D-G) in 3/4-Größe. Die damals noch gleichberechtigt angebotenen 3-saiter (in Quintstimmung G-D-A) waren 5% günstiger. Zudem fällt auf, das damals nur teurere Bässe mit Ebenholz-Griffbrettern ausgestattet wurden – für die einfachen Instrumente war ein Birnbaum-Griffbrett üblicher Standard.

Wenn man Euro statt Goldmark annimmt, und noch eine Null an die Preise dranhängt, kommt man den heutigen Preisen verblüffend nahe. Das Preisgefüge hat sich in 100 Jahren nur wenig verändert, wenn man davon absieht, dass die einfachen Einsteiger-Bässe heute aus Sperrholz sind und nicht mehr vollmassiv wie damals. Ein durchschnittliches Monatsgehalt lang Ende der 1920er Jahren bei rund 90 Reichsmark – für einen einfachen Bass musste ein Durchschnittsverdiener also zwei Monate arbeiten.

Nicht nur die Preise haben sich also geändert, auch die Produkte und Ausstattungen. Während es vor 100 Jahren keine Alternative zur Darmsaite gab (E/A umsponnen, D/G blank), gibt es heute eine Vielzahl von Saitentypen und Materialien für Kern und Umspinnung. Stahlsaiten wurden erst nach dem 2. Weltkrieg populär, und waren zunächst deutlich teurer als Darmsaiten. 1960 kostete in Satz Thomastik Spirocore 63,30 DM. Also um die 30,– €, aber gemessen am durchschnittlichen Jahreseinkommen entspräche das heute 300,– €. Um die Mehrwertsteuer bereinigt sind Spirocore-Saiten heute also nur noch halb so teuer wie 1960.

Vielen Dank an Stefan Lob (www.schlaggitarren.de) für Kopien alter Kataloge.

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Jazzband-Ergänzungs-Instrumente

In den 20er und 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts konnte man hierzulande mit dem Begriff “Jazz” noch nicht viel anfangen. In bürgerlichen Kreisen verband man mit Jazz oftmals eher Krach und Klamauk, und oft kamen noch rassistische Vorbehalte gegen diesen “Negerjazz” hinzu.
Die zu diesen Vorstellungen passenden “Jazzband-Ergänzungs-Instrumente” bot der Musikinstrumente-Hersteller und Versandhändler Meinel & Herold aus Klingenthal/Sachsen in seinem Katalog an. Neben allerlei Percussion-Instrumenten sind vor allem die “Sazzofone zum Hineinsingen” (schon damals in aktueller Rechtschreibung mit “f”, und nicht “ph” …) und die Nasenflöte bemerkenswert. Wodurch sich die allerdings angebotene “Singende Säge” von einer normalen unterscheidet, bleibt leider unklar.

Ergänzungsinstrumente

Jazz-Ergänzungs-Instrumente

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Very sad news

The Violin Channel, ein Nachrichtenportal und E-Mail-Newsletter mit dem Schwerpunkt Streicher/klassische Orchestermusik, berichtet regelmäßig über Todesfälle. Etwas befremdlich finde ich dabei die Abstufung, mit der dabei kategorisiert wird:

  • einfacher Todesfall
  • “Sad News”
  • “Very Sad News”

 

sad-news

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Charlie Haden *1937 †2014

Am Freitag starb Charlie Haden. In Erinnerung an ihn habe ich mir nochmal ein Interview herausgesucht, das Ethan Iverson 2008 mit Haden führte und im Down Beat Magazine erschien.

 

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Fragebogen: Paul Cannon

Bisher waren die Beiträge in dieser Rubrik »Fragebogen« immer in Deutsch. Aber da Paul Cannon noch nicht so lange hier in Frankfurt weilt, ist er diesmal eben in Englisch.
Paul ist seit diesem Frühjahr neuestes festes Mitglied im Ensemble Modern, das seinen Sitz ja hier in Frankfurt hat. Er stammt aus den USA, wo er bei Paul Ellison an der Rice University in Houston (Texas) studierte. 2010 ging er nach Paris, um bei François Rabbath zu studieren.

Paul spielte als Gast in den Orchestern Houston Symphony, Boston Symphony, Austin Symphony, und dem Orchester der Houston Grand Opera. Er trat auf Festivals in Aspen, Tanglewood, Sarasota, Spoleto USA, und Domaine Forget auf. Von 2011 bis 2014 war er Director of Education beim Quantum Bass Center in Houston.

Paul kam zwar als Kunde zu mir, aber da er selbst in Kontrabass-Werkstätten in den USA gearbeitet hat und weiß, wie man ein Griffbrett abrichtet und einen Steg schnitzt, ist er  ein interessanter Gesprächspartner, durch den ich schon einige interessante Einblicke in die Kontrabass-Welt auf der anderen Seite des großen Teichs bekam …

What CD is in your stereo at the moment?

Well, I just moved here two months ago and still haven’t bought a proper stereo, and all my CD’s are still in boxes. It looks like the last thing I listened to on my computer was “The Tuning CD” — I guess that shows where my priorities have been lately! The last real thing I listened to was Mark Dresser’s “Time Changes”.

Which bassist(s) do you listen to most often?

I’m a big fan of Renaud Garcia-Fons, Mark Dresser, Stefano Scodanibbio, Sebastian Dubé, and Edgar Meyer. They have all pushed bass playing so far, while also making music I really love to hear.

Which bassist was you main influence?

I’ve had so many strong influences personally and professionally. My two main teachers, Paul Ellison and François Rabbath, were definitely my biggest mentors and really shaped me into the kind of player I wanted to be. I also drew an incredible amount of inspiration from my peers at Rice University, and from all the teachers at Domaine Forget.

Which recording would you take to a desert island?

Parliament Funkadelic’s “The Clones of Dr. Funkenstein”. No question.

Who is your favorite composer?

I don’t have one. Sorry!

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Wofür steht nochmal das “s” in TSA?

Vom unseligen Treiben der NSA ist ja seit Snowden viel zu lesen. Völlig zu Recht, denn wer, was und in welchem Umfang auch unter sogenannten “Freunden” abgehört wird, hielten lange Zeit nur Verschwörungstheoretiker für möglich.
Einen hohen Unerfreulichkeitsfaktor hat aber auch eine zweite US-amerikanische Behörde: die TSA. Vorallem reisende Musiker wissen inzwischen ein Lied davon zu singen.

Nachdem die TSA vor ein paar Wochen John Patituccis Pöllmann-Bass bei einer geheimen Inspektion kaputt gemacht hat, berichtet nun Christian McBride auf Facebook, dass die TSA seinen brandneuen Bögen aus dem Flightcase “heraus genommen” hat. Musiker fordern deswegen seit einiger Zeit, dass sie bei den Kontrollen der Instrumente anwesend sein dürfen, was die TSA aber bislang ablehnt. So muss wohl weiterhin mit bei den Kontrollen gestohlenen und beschädigten Instrumenten gerechnet werden.

“Now that it’s confirmed, I can tell you that good ol’ TSA confiscated (aka STOLE) my brand new bow right out of my hard case yesterday,” McBride wrote. “I arrived in Saskatoon only to find the bow missing inside the case to my Lemur Travel Bass. Maybe they thought it was a weapon (idiotic), or they were looking for ivory, of which there wasn’t any. I will get to the bottom of this.”

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Wunschkonzert

Bands, die international auf Tour gehen, teilen den Veranstaltern im Vorfeld ihre Anforderungen an die Technik in einem “Technical Rider” mit. Einen solchen “Technical Rider” einer Band, die demnächst in Frankfurt auftreten wird, habe ich gerade in der Hand, und muss etwas schmunzeln.
Das Pianisten kein eigenen Flügel mitbringen, sondern einen gestellt bekommen, ist ja klar. Dass es aber dann gleich ein “Steinway Model D” sein muss … naja. Da will der Bassist qualitativ natürlich nicht zurückstehen, und wünscht sich als Instrument “3/4 Double Bass, preferred French, Italian or English”. Ok, verstanden: unter einem Testore macht er es nicht. Ist aber nicht nett gegenüber dem Gastland, das heimische Bassbau-Handwerk so zu verschmähen! Noch weitere Wünsche? Ja: “new strings, preferably XY …”.

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22. Bassgeigengala Bernburg (Saale) 27. – 29. Juni 2014

Workshop und Konzerte für Kontrabassistinnen und Kontrabassisten von 5 bis 95 Jahren
Dozenten:
Sabrina Merz – Kontrabass, Stimmführerin des Kontrabassregisters SJSO, Schweiz,
Miloslav Gajdos – Kontrabass und Gesang, Kromĕřiž, Tschechische Republik,
Karsten Lauke – Solokontrabassist der Schweriner Staatskapelle, Leegebruch,
Wolfgang Kind – Klavier, für Klavierbegleitung und Probenbetreuung, Dessau-Roßlau
Ingo Burghausen – Solokontrabassist der Anhaltischen Philharmonie Dessau, Lehrbeauftragter an der Dessauer Musikschule.

Konzerte: am Samstag, 28. Juni 2014, 17.00 Uhr
in der Schlosskirche St. Aegidien im Rahmen des Schlossbergfestes
am Sonntag, 29. Juni 2014, 17.00 Uhr
im und vor dem Schloss Mosigkau (Dessau-Roßlau)
Beginn des Workshops: am Freitag, 27. Juni ab 15.00 Uhr in der Jugendherberge Dessau-Roßlau, Ebertallee 151

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Bob Cranshaw im Gespräch

Ethan Iverson hat ein ziemlich ergiebiges Interview mit Sonny Rollins Bassisten Bob Cranshaw (81) geführt. Weiter nach dem Klick.

I don’t care to solo, although I enjoy hearing other bass players solo. My thing is playing time. I’m a groove merchant. I like to set a pocket.
I know there are guys who solo and play their asses off. I appreciate it, but it was never my thing. I don’t hear that kind of thing. I hear the bottom of the chord. It was easy for me to play. (…)
Sonny said when he changed keys and I went with him, I became his bass player because he felt like he could do whatever he wanted to do and I was there. I’m a supportive player. I don’t have to be the star of anything. I just like playing with people.

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Spezialwerkzeug im Eigenbau

randrisszwinge

 

Zwingen kann man in der Werkstatt nie genug haben. Für viele Reparaturaufgaben im Instrumentenbau gibt es speziell gefertigte Zwingen und Klemmen, die meistens nicht gerade billig sind. Aber nicht nur deswegen freue ich mich immer, wenn ich eine Idee habe, wie das ein oder andere Spezialwerkzeug unaufwändig selbst zu bauen ist. So wie diese Randrissklammer, die dazu dient, einen bis zum Deckenrand gehenden Riss zum Verleimen zusammen zu ziehen. Hergestellt habe ich sie aus zwei C-Zwingen aus Eisenguss und einer Inbus-Schraube. Das Gewinde für die Inbus-Schraube habe ich direkt in die C-Zwinge hinein geschnitten. Zwei Gummiläppchen als Zulage schützen die Decke und sorgen dafür, dass die Zwinge nicht verrutscht.

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Wichtige Information zur Musiker-Gage

chirurgen-kongress

(beim Eröffnungs-Empfang eines Kongresses)

 

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