Neulich im Jazzkeller …

Gestern war unsere Jazzkeller-Session wieder für ein paar denkwürdige Bonmots gut:

In der Pause sprach uns ein Sänger an (von dem ich zufällig weiß, dass er an der Oper arbeitet). Er erkundigte sich nach der Möglichkeit, einzusteigen: „Spielt Ihr eigentlich auch Songs?“ – „ … ja?!“ – „Z. B. One Note Samba?“ – „Ja!“ – „Gut. Habt Ihr den Text für mich … ?“

Gegen Ende der Session packte ein Geiger sein Instrument aus und spielte noch etwas mit. Er hatte eine auffallend hübsche Geige, auf die ich ihn ansprach.
„Ja, das ist wirklich eine sehr feine Geige. Ich bin klassischer Musiker, weißt Du … “

Das erste Set bestritt übrigens Daniel Cacija mit uns. Ein sehr talentierter Jazzsänger, der meinem Lieblingsvokalisten Kurt Elling sehr aufmerksam zugehört hat und inzwischen in Graz studiert, es aber in den Semesterferien natürlich nicht versäumt, den heimatlichen Jazzkeller zu besuchen. Schade, dass junge Talente Frankfurt so oft den Rücken kehren – aber Jazz zu studieren ist in Frankfurt bekanntermaßen etwas schwierig. Kein Mensch versteht, warum das gerade in Frankfurt bis heute nicht möglich ist, war doch das Dr. Hoch’sche Konservatorium mit seiner Jazzklasse Anfang der 1930er Jahre immerhin Vorreiter in Sachen Jazzpädagogik, bis die Nazis dem sehr nachhaltig ein Garaus machten.

20th International double bass festival of Saubrigues-Capbreton

12. August 2010bis19. August 2010

12 bis 20 August: master classes classical, levels A,B
14 bis 20 August: master class Jazz
16 bis 19 August: Edouard Nanny  classical competition

Master Classes mit Thierry Barbé, Alberto Bocini, Jeff Bradetich, Evgheny Kolossov, Miloslav Jelineck, Catalin Rotaru, Dan Styffe, Jean Ané, Jean-Marc Faucher, Bernard Salles, Christophe Picot for classical in level A (professional, advanced) and B ( lower level), and mini bass classes for kids.
Hein Van de Geyn, Julien Duthu for Jazz Classes.
Highlights: Solo master class, professor recitals, student concerts with pianist Marina Pacowski and Marcella Jelineck, Technique Workshop, One lesson per day with different professors
3 concerts in the Festival international des contrebasses (classical and Jazz)

Link: www.contrebasse.com

Aldi-Stehhilfe als Kontrabasshocker

Bei Aldi (Süd) gab es letzte Woche für knapp 10 € eine Bügel-Stehhilfe im wöchentlichen Aktions-Angebot, die einen recht stabilen Eindruck macht. Die maximal mögliche Höhe der Sitzfläche ist für meine Körpergröße auch noch hinreichend angenehm, so dass diese Stehhilfe durchaus für Kontrabass geeignet ist. Etwas störend erscheinen mir allerdings die klappernden Sicherungsbügel, die man aber ja vielleicht noch entfernen kann.

Wir sind Papst!

Naja, nicht ganz: der Kontrabass wurde vom Landesmusikrat Schleswig-Holstein zum Instrument des Jahres gekührt. Völlig zu Recht, wie ich meine.
„Das Projekt „Instrument des Jahres“ vernetzt die musikalischen Institutionen Schleswig-Holsteins: Konzertveranstalter, Musikhochschule, Musikverbände und -vereine, Aus- und Fortbildungsinstitutionen, Schulen und Musikschulen. Für ein Kalenderjahr wird ein Instrument als Thema der Reihe gewählt, das sich dann als roter Faden durch die ganze Bandbreite des musikalischen Lebens in Schleswig-Holstein zieht.“

Dave Holland: neue Vertriebswege für neue CD

Kontrabassist Dave Holland wird seine neue CD, die er mit seinem Oktett (mit u. a. Chris Potter, Steve Nelson und Antonio Hart) aufgenommen hat, auf neuen Vertriebswegen vermarkten. Ende März wird in den USA eine auf 1.000 CDs limitierte Auflage auf den Markt gebracht. Gleichzeitig wird die Musik über seine eigene Website und die Website seines Labels zum Download angeboten. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, über eine dort installierte „Direct To Fan Marketing“-Software mit Dave Holland in Kontakt zu treten.

Herzlichen Glückwunsch, Eberhard Weber

Heute wird Eberhard Weber siebzig Jahre. Herzlichen Glückwunsch!
Die Frankfurter Rundschau nimmt das zum Anlass für ein ausführliches Porträt des Musikers, der schon seit längerem in Südfrankreich lebt. Bekannt wurde Weber durch seine Zusammenarbeit mit Jan Garbarek und Wolfgang Dauner, sowie seinen elektrischen Solid-Body Kontrabass, den er seit den 1970ern ausschlißlich spielte.

Kontrabass-Kaleidoskop 2010

22. März 2010bis27. März 2010

Vom Barock bis zur Moderne - der Kontrabass im Wandel der Zeiten
Stefano Scodanibbio, als Kontrabassist und Komponist schon so etwas wie eine “lebende Legende”, wird Einblicke in seine atemberaubende Kunst gewähren. Bänz Oester, den man nicht mehr gerne nur als “Jazz-Bassist” beschreibt, wenn man ihn einmal mit seinen außergewöhnlichen Soloprojekten erlebt hat, wird das Kaleidoskop-Festival ebenso bereichern wie Dane Roberts, der mit Violone, historischem Kontrabass und Viola da Gamba die Alte-Musik-Szene seit den 1980igern kennt. Erstmals wird China in Michaelstein vertreten sein durch Song Yi, äußerst erfolgreicher Professor am Pekinger Zentralkonservatorium. Ebenfalls zum ersten Mal dabei sein wird auch Ekkehard Beringer, Solobassist des NDR-Sinfonieorchesters und neuerdings Professor in Hannover. Ein Wiedersehen gibt es mit Christine Hoock, der wohl erfolgreichsten “Bassfrau” im deutschsprachigen Raum, Hans Roelofsen, der immer für eine Überraschung gut ist und der Musiker-Medizinerin Angela Gebler, die beim letzten Kontrabass-Kaleidoskop mit ihren Übungen und Massagen wahre Wunderdinge an Kontrabassisten-Schultern, -Rücken und -Armen vollbracht und mit ihrem Lächeln wohl alle Teilnehmer verzaubert hat.

Trainingscamp Jazzkeller

jazzkellerkreativ.jpgIn der Rubrik „Was Kreative alles tun um noch Kreativer zu werden“ veröffentlichte das Magazin beef  02/08, eine Zeitschrift für die Werbebranche, diesen Tipp unseres Pianisten Christian:
(vergrößerte Ansicht nach dem Klick)

Linktipps: Podcasts

Das eigentlich Interessante an Apples iPod sind ja die Funktionen, die über das einfache Musikhören hinausgehen. Zuhause nutze ich ihn vor allem das Internet-Radio, im Jazzkeller das iRealBook und für unterwegs habe ich eine ganze Reihe von Podcasts abonniert, von denen ich einige hier vorstellen möchte. Natürlich kann man alle Podcasts auch ohne iPod konsumieren.

Ken Laster - In The Groove, Jazz and Beyond - In The Groove, Jazz and Beyond In the Groove, Jazz and Beyond – eine Radiosendung eines amerikanischen Uni-Senders, in der Ken Laster Jazzmusik zu wechselnden Themen vorstellt. Eine schöne Mischung aus alten und neuen Aufnahmen, überwiegend Hard Bop und Fusion.

JazzStage Productions - Detroit JazzStage - Jazz Spotlite Channel - Detroit JazzStage - Jazz Spotlite Channel Detroit Jazz Stage – ein Podcast, in dem Motowns aktuelle Jazzszene sich vorstellt. In Deutschland ist Vergleichbares aufgrund der GEMA-Kosten ohne großzügigen Sponsor wohl undenkbar. Schade.

History of Jazz – Dr. Gordon Vernick von der Georgia State University widmet sich in der aktuellen Folge der Evolution des Bass im Jazz, beginnend mit der Zeit, in der der Kontrabass noch mit der Tuba konkurrierte und auch im Jazz noch geslapt gespielt wurde.  (Diese Episoden werden unter „iTunes U“ aufgelistet, und nicht unter Podcasts. Danke, Denis, für diesen Linktipp hierzu.)
NPR - NPR: Jazz Profiles Podcast - NPR: Jazz Profiles Podcast Eine weitere jazzhistorische Sendereihe ist die des öffentlich-rechtlichen Radios der USA (NPR),  in der Anchorwoman Nancy Wilson stilprägende Musiker der Jazzgeschichte portätiert. Die letzte Folge erschien bereits im Dezember 2008 – allerdings lassen sich auch zurückliegende Folgen noch herunterladen.

Schweizer Radio DRS - Jazz Collection - Jazz Collection Wer statt in Englisch lieber in Deutsch (oder zumindest sowas Ähnlichem ;-) unterhalten werden möchte, für den ist der Podcast Jazz Legacy des Schweizer Radios sicher etwas.

Jason Crane - The Jazz Session » Podcast - The Jazz Session » Podcast In dem Podcast The Jazz Session stellt Jason Crane jeweils einen Jazzmusiker in einem Interview vor. Tipp: In iTunes kann man seine Podcasts sogar ganz praktisch nach Instrument (Kategorie) sortieren.

Jason Heath - Contrabass Conversations - double bass life on the low end of the spectrum with Jason Heath - Contrabass Conversations - double bass life on the low end of the spectrum with Jason Heath Ein sehr fleißiger Blogger und Podcaster ist Jason Heath (Contrabass Conversations). Sein Schwerpunkt ist der klassische Kontrabass. Neben Audio- gibt es auch Video-Podcasts. (Mmh … noch ein Jason. Und welcher mir gut bekannte Name kommt heraus, wenn man die Buchstaben vertauscht?)

Friedrich Witt - Ein Kontrabass spielt (selten) allein - Ein Kontrabass spielt (selten) allein Schon länger nichts Neues gehört habe ich von Friedrich Witt (ehemals Solobassist der Berliner Philharmoniker), dennoch darf sein Podcast in dieser Liste nicht fehlen.

Really hip!

Frisöre sind normalerweise Läden, an den ich recht achtlos vorbeigehe – für meinen zweiwöchentlichen Haarschnitt sorgt schon seit nunmehr fast zwanzig Jahren ein elektrischer „Lang“haarschneider. Dennoch habe ich vor einiger Zeit mal auf einen (eigentlich überflüssigen) Haarschnitt einladen lassen. Weil mir der Laden so gut gefällt: Bob’s Hair Base (Fotos) in der Mainzer Landstraße 141, schräg gegenüber von unseren Räumlichkeiten gelegen.

Aus den Lautsprechern tönt kein nerviges Radio, sondern Jazz. Fotos, eingerahmte historische Zeitungsartikel und alte Schilder an den Wänden, ein riesiger roter Kühlschrank, eine monströse antike Registrierkasse – die Augen der Kunden, die auf dem schwarzen Ledersofa auf ihren Haarschnitt warten, haben viel zu entdecken. Dennoch wirkt Bob’s Hair Base nicht aufgesetzt durchstylt. Keine Szeneladen, sondern einer, der im bunt und international gemischten Publikum des Bahnhofsviertels verankert ist. Und die meisten Kunden haben nicht mal so signifikant längere Haare als ich. Nur eben viel krauseligeres.

Was das mit Kontrabass zu tun hat? Eigentlich nichts. Aber was mich mit Bob verbindet, ist die Liebe zum Jazz. Wer also beim Haarschneiden nicht mit irgendeinem Dudelfunk berieselt werden möchte, sondern lieber Billie Holliday, Miles Davis oder Duke Ellington hören möchte, sollte unbedingt mal bei Bob vorbeischauen.

Der Saitenhalter

Ein oft unbeachteter Bestandteil eines Kontrabasses ist der Saitenhalter. Traditionell wird er aus Ebenholz oder einem Hartholz (Birne, Buche, Ahorn – was halt so rumliegt …) hergestellt. Auch Palisander (Rosewood) oder Buchsbaum (Boxwood) finden  Verwendung. Saitenhalter aus Ebenholz sind teurer als solche aus schwarz lackiertem Hartholz – aber nicht in jedem Fall besser. Denn das Gewicht des Saitenhalters spielt eine dämpfende Rolle für die Saiten unterhalb des Steges – und die können den Klang des Basses durchaus signifikant beeinflussen. Manche Bässe klingen mit schwerem, andere mit einem leichten Saitenhalter besser. Zum Glück kann man das leicht ausprobieren – kaum etwas lässt sich am Kontrabass so einfach austauschen wie ein Saitenhalter.
stimmbarer SaitenhalterNeben Saitenhaltern aus verschiedenen Hölzern gibt es aber auch solche aus Kunststoff (Wittner) und Aluminium (mit Feinstimmern; vom Saitenhersteller Thomastik). Die Feinstimmer sind übrigens nicht zu verwechseln mit den verschiebbaren Reitern eines „stimmbaren“ Saitenhalters (siehe nebenstehende Abb.). Diese haben die Aufgabe, die Saiten unterhalb des Steges zueinander und zur leeren Saite zu stimmen, um damit Interferenzen zu minimieren und damit u. U. Wolftöne zu zähmen.

Gamben-SaitenhalterNeben dem Material (und damit dem Gewicht) kann aber auch die Form des Saitenhalters den Klang beeinflussen: beim klassischen Saitenhalter werden die Saiten unterhalb des Steges parallel weitergeführt. Dabei liegen die Befestigungspunkte der Saiten außerhalb der Kraftwege, wodurch der Saitenhalter – besonders durch den Zug der äußeren Saiten – seitwärts gedrückt wird. Diese Kraft kann sich hemmend auf die Saitenschwingungen auswirken. Schon bei alten Gamben verwendete man (deswegen?) Saitenhalter, die den Saitenzug auf den Untersattel zentriert fortführen. Heute verwendet Heiner Windelband diese Form auf allen seinen Bässen.

MarvinDas Prinzip des zentrierten Saitenzugs greift auch der Marvin Saitenhalter auf. Eigentlich kann man hier kaum noch von einem Saitenhalter sprechen, denn die Saiten werden einzeln in Stahltseile eingehängt und quasi nur verlängert – weniger Masse geht kaum. Weil das so ungewohnt aussieht, wird eine Saitenhalter-Atrappe aus Filz mitgeliefert, die man aufkleben kann. (In Deutschland beim ProBass Verlag zu haben.)

Patrick ChartonEbenfalls sehr exotisch kommt der T-förmige Saitenhalter auf Patrick Chartons futuristisch gestalteten B21-Bass daher. „Der Kontrabass für das 21. Jahrhundert“, wie Charton ihn nennt, hat nicht nur eine interessante Form, sondern auch einen abnehmbaren und im Winkel verstellbaren Hals und einen teleskopartig verstellbaren Stimmstock (!). Der Saitenhalter wird in einen Metallstift im Unterklotz eingehängt; einen Untersattel gibt es nicht.

Ein kleines, aber wichtiges Detail ist auch die Befestigung des Saitenhalters. Früher wurden sie mit einer Darmsaite an der Stachelbirne (oder einem seperatem Einhängeknopf im Unterklotz) befestigt. Später wurde es üblich, Messingdraht dafür zu verwenden. Dieser hat jedoch den Nachteil, viel zu steif und unflexibel zu sein. Besser geeignet ist Stahlseil, dass sich mit Quetschhülsen oder speziellen schraubbaren Verbindern befestigen lässt und dem Saitenhalter ein freieres Schwingen ermöglicht. Noch praktischer sind Einhängeseile aus speziellem, dehnungsarmen Synthetik-Material. Es ist noch reißfester und flexibler als Stahlseil, lässt sich jedoch einfach verknoten.

Weitere Links: Gefederter SaitenhalterKlangoptimierung.

TV-Tipp: Rambling Boy

19. Dezember 2009
21:45bis23:10

3sat strahlt am kommenden Samstag (19.12.) ab 21:45 den Film „Rambling Boy“ über Jazzbassist Charlie Haden aus:

Musiker, Bandleader, Komponist, Produzent, Lehrer, Aktivist: Der amerikanische Jazz-Bassist Charlie Haden, Jahrgang 1937, versucht Zeit seines Lebens, Grenzen zu überschreiten. Er beschränkt sich dabei nicht auf einzelne musikalische Genres, sondern spielt sich von Jazz über Country, Pop und Klassik bis hin zu den zeitgenössischen E-Komponisten. Ende der 1950er Jahre spielte Charlie Haden im Ornette Coleman Quartett, jener Band, die den Jazz um die Facette ‘Free Jazz’ erweiterte und wesentlich von der Persönlichkeit und der Stärke Hadens geprägt war. Haden definierte von Anfang an die Rolle des Bassisten nicht als die eines Begleiters, sondern als die einer eigenen Stimme. Hört man ihn von seiner Arbeit erzählen, merkt man sofort, dass hier einer an die Macht der Musik glaubt.

Reto Caduffs Film schildert nicht nur Charlie Hadens Lebensgeschichte, sondern nähert sich auch Hadens Philosophie an und macht deren Einfluss auf sein Musikschaffen deutlich. Dank Zugang zum Privatarchiv von Charlie Haden, Filmsequenzen während Konzerten, Studioaufnahmen und durch eine reiche Auswahl an Interviews mit Musikern und Weggefährten, darunter Keith Jarrett, Pat Metheny, Bruce Hornsby und Carla Bley, gelang es Caduff während der dreijährigen Dreharbeiten in Los Angeles, New York, Paris, Zürich und Nashville, ein subtiles Porträt dieses Ausnahmetalents gestalten.    

Arbeitstreffen PAK

24. April 2010

23. Arbeitstreffen der PAK Bayern in Nürnberg, www.pak.musikschulen-bayern.de