Charlie Haden *1937 †2014

Am Freitag starb Charlie Haden. In Erinnerung an ihn habe ich mir nochmal ein Interview herausgesucht, das Ethan Iverson 2008 mit Haden führte und im Down Beat Magazine erschien.

 

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Fragebogen: Paul Cannon

Bisher waren die Beiträge in dieser Rubrik »Fragebogen« immer in Deutsch. Aber da Paul Cannon noch nicht so lange hier in Frankfurt weilt, ist er diesmal eben in Englisch.
Paul ist seit diesem Frühjahr neuestes festes Mitglied im Ensemble Modern, das seinen Sitz ja hier in Frankfurt hat. Er stammt aus den USA, wo er bei Paul Ellison an der Rice University in Houston (Texas) studierte. 2010 ging er nach Paris, um bei François Rabbath zu studieren.

Paul spielte als Gast in den Orchestern Houston Symphony, Boston Symphony, Austin Symphony, und dem Orchester der Houston Grand Opera. Er trat auf Festivals in Aspen, Tanglewood, Sarasota, Spoleto USA, und Domaine Forget auf. Von 2011 bis 2014 war er Director of Education beim Quantum Bass Center in Houston.

Paul kam zwar als Kunde zu mir, aber da er selbst in Kontrabass-Werkstätten in den USA gearbeitet hat und weiß, wie man ein Griffbrett abrichtet und einen Steg schnitzt, ist er  ein interessanter Gesprächspartner, durch den ich schon einige interessante Einblicke in die Kontrabass-Welt auf der anderen Seite des großen Teichs bekam …

What CD is in your stereo at the moment?

Well, I just moved here two months ago and still haven’t bought a proper stereo, and all my CD’s are still in boxes. It looks like the last thing I listened to on my computer was “The Tuning CD” — I guess that shows where my priorities have been lately! The last real thing I listened to was Mark Dresser’s “Time Changes”.

Which bassist(s) do you listen to most often?

I’m a big fan of Renaud Garcia-Fons, Mark Dresser, Stefano Scodanibbio, Sebastian Dubé, and Edgar Meyer. They have all pushed bass playing so far, while also making music I really love to hear.

Which bassist was you main influence?

I’ve had so many strong influences personally and professionally. My two main teachers, Paul Ellison and François Rabbath, were definitely my biggest mentors and really shaped me into the kind of player I wanted to be. I also drew an incredible amount of inspiration from my peers at Rice University, and from all the teachers at Domaine Forget.

Which recording would you take to a desert island?

Parliament Funkadelic’s “The Clones of Dr. Funkenstein”. No question.

Who is your favorite composer?

I don’t have one. Sorry!

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Wofür steht nochmal das “s” in TSA?

Vom unseligen Treiben der NSA ist ja seit Snowden viel zu lesen. Völlig zu Recht, denn wer, was und in welchem Umfang auch unter sogenannten “Freunden” abgehört wird, hielten lange Zeit nur Verschwörungstheoretiker für möglich.
Einen hohen Unerfreulichkeitsfaktor hat aber auch eine zweite US-amerikanische Behörde: die TSA. Vorallem reisende Musiker wissen inzwischen ein Lied davon zu singen.

Nachdem die TSA vor ein paar Wochen John Patituccis Pöllmann-Bass bei einer geheimen Inspektion kaputt gemacht hat, berichtet nun Christian McBride auf Facebook, dass die TSA seinen brandneuen Bögen aus dem Flightcase “heraus genommen” hat. Musiker fordern deswegen seit einiger Zeit, dass sie bei den Kontrollen der Instrumente anwesend sein dürfen, was die TSA aber bislang ablehnt. So muss wohl weiterhin mit bei den Kontrollen gestohlenen und beschädigten Instrumenten gerechnet werden.

“Now that it’s confirmed, I can tell you that good ol’ TSA confiscated (aka STOLE) my brand new bow right out of my hard case yesterday,” McBride wrote. “I arrived in Saskatoon only to find the bow missing inside the case to my Lemur Travel Bass. Maybe they thought it was a weapon (idiotic), or they were looking for ivory, of which there wasn’t any. I will get to the bottom of this.”

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Wunschkonzert

Bands, die international auf Tour gehen, teilen den Veranstaltern im Vorfeld ihre Anforderungen an die Technik in einem “Technical Rider” mit. Einen solchen “Technical Rider” einer Band, die demnächst in Frankfurt auftreten wird, habe ich gerade in der Hand, und muss etwas schmunzeln.
Das Pianisten kein eigenen Flügel mitbringen, sondern einen gestellt bekommen, ist ja klar. Dass es aber dann gleich ein “Steinway Model D” sein muss … naja. Da will der Bassist qualitativ natürlich nicht zurückstehen, und wünscht sich als Instrument “3/4 Double Bass, preferred French, Italian or English”. Ok, verstanden: unter einem Testore macht er es nicht. Ist aber nicht nett gegenüber dem Gastland, das heimische Bassbau-Handwerk so zu verschmähen! Noch weitere Wünsche? Ja: “new strings, preferably XY …”.

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22. Bassgeigengala Bernburg (Saale) 27. – 29. Juni 2014

Workshop und Konzerte für Kontrabassistinnen und Kontrabassisten von 5 bis 95 Jahren
Dozenten:
Sabrina Merz – Kontrabass, Stimmführerin des Kontrabassregisters SJSO, Schweiz,
Miloslav Gajdos – Kontrabass und Gesang, Kromĕřiž, Tschechische Republik,
Karsten Lauke – Solokontrabassist der Schweriner Staatskapelle, Leegebruch,
Wolfgang Kind – Klavier, für Klavierbegleitung und Probenbetreuung, Dessau-Roßlau
Ingo Burghausen – Solokontrabassist der Anhaltischen Philharmonie Dessau, Lehrbeauftragter an der Dessauer Musikschule.

Konzerte: am Samstag, 28. Juni 2014, 17.00 Uhr
in der Schlosskirche St. Aegidien im Rahmen des Schlossbergfestes
am Sonntag, 29. Juni 2014, 17.00 Uhr
im und vor dem Schloss Mosigkau (Dessau-Roßlau)
Beginn des Workshops: am Freitag, 27. Juni ab 15.00 Uhr in der Jugendherberge Dessau-Roßlau, Ebertallee 151

Weitere Informationen als PDF nach dem Klick
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Bob Cranshaw im Gespräch

Ethan Iverson hat ein ziemlich ergiebiges Interview mit Sonny Rollins Bassisten Bob Cranshaw (81) geführt. Weiter nach dem Klick.

I don’t care to solo, although I enjoy hearing other bass players solo. My thing is playing time. I’m a groove merchant. I like to set a pocket.
I know there are guys who solo and play their asses off. I appreciate it, but it was never my thing. I don’t hear that kind of thing. I hear the bottom of the chord. It was easy for me to play. (…)
Sonny said when he changed keys and I went with him, I became his bass player because he felt like he could do whatever he wanted to do and I was there. I’m a supportive player. I don’t have to be the star of anything. I just like playing with people.

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Spezialwerkzeug im Eigenbau

randrisszwinge

 

Zwingen kann man in der Werkstatt nie genug haben. Für viele Reparaturaufgaben im Instrumentenbau gibt es speziell gefertigte Zwingen und Klemmen, die meistens nicht gerade billig sind. Aber nicht nur deswegen freue ich mich immer, wenn ich eine Idee habe, wie das ein oder andere Spezialwerkzeug unaufwändig selbst zu bauen ist. So wie diese Randrissklammer, die dazu dient, einen bis zum Deckenrand gehenden Riss zum Verleimen zusammen zu ziehen. Hergestellt habe ich sie aus zwei C-Zwingen aus Eisenguss und einer Inbus-Schraube. Das Gewinde für die Inbus-Schraube habe ich direkt in die C-Zwinge hinein geschnitten. Zwei Gummiläppchen als Zulage schützen die Decke und sorgen dafür, dass die Zwinge nicht verrutscht.

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Wichtige Information zur Musiker-Gage

chirurgen-kongress

(beim Eröffnungs-Empfang eines Kongresses)

 

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Videotipp: Oscar Pettiford

… ein Ausschnitt aus einer österreichischen TV-Sendung von 1959, mit Attila Zoller an der Gitarre.

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Mindestgage für Jazzmusiker?!

Die seit einigen Jahren sehr engagierte UDJ (Union Deutscher Jazzmusiker) startet zur Jazzmesse jazzahead, die kommendes Wochenende in Bremen stattfindet, die Aktion “Willenserklärung”, mit der die UDJ die Debatte über die wirtschaftlichen Bedingungen für Jazzmusiker befeuern will.

Unterstützt von bereits mehr als 50 Veranstalterinnen und Veranstaltern präsentieren wir als Union Deutscher Jazzmusiker am Samstag auf der jazzahead! eine gemeinsame Willenserklärung. Darin werden Mindeststandards für die Förderung von Spielstätten und die Bezahlung von Musikerinnen und Musikern festgelegt. Demnach soll eine Einstiegsgage von 250,- Euro pro Musiker gelten, wenn die Spielstätte gleichzeitig zu mindestens 1/3 öffentlich gefördert ist. Unter anderem werden im Text ebenfalls Standards in Bezug auf Festivals oder Rundfunkmitschnitte festgelegt. Die Willenserklärung findet Ihr unter: www.u-d-j.de/willenserklaerung-vorschau

Warum haben wir uns für diesen Umgang mit dem Thema Mindestgage entschieden?
Auch wenn wir in erster Linie eine Vertretung für Musikerinnen und Musiker sind, so ist doch klar, dass eine Forderung, die sich zuerst an Veranstalter richten würde, im Jazz keine gute Idee sein kann. Wir alle wissen, auf welch niedrigem finanziellen Niveau Jazzclubs agieren müssen. Als UDJ von Veranstaltern direkt eine Mindestgage zu fordern, würde wirkungslos verpuffen, und wäre kaum mehr als eine kurzfristige Selbstbestätigung unter Musikern. Gleichzeitig würde es einen Graben zwischen den wichtigsten Akteuren des Jazz ziehen, den wir eigentlich überwinden müssen, denn wir sitzen alle gemeinsam in dem großen Boot des Jazz mit – finanziell gesehen – viel zu kleinen Segeln.
Daher treten wir als Musiker mit den Veranstaltern mit dieser Willenserklärung gemeinsam für bessere Standards im Jazz ein.

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Jazz-Workshop mit Dietmar Fuhr

Die Jazz-Initiative Frankfurt und das Dr. Hoch’s Konservatorium Frankfurt veranstalten am Samstag, 17. Mai, gemeinsam einen Jazz-Workshop mit Lehrbeauftragten des Konservatoriums: Steffen Weber (sax), Paul Hochstädter (dr), Martin Scales (git) und Kontrabassist Dietmar Fuhr.
Dietmar Fuhr verfeinerte bei einem längeren Aufenthalt in New York seine musikalischen Fertigkeiten. Seit dieser Zeit ist er ein gefragter Musiker der deutschen und europäischen Jazzszene. Seit 2009 unterrichtet Dietmar Fuhr als Dozent für Jazz-Kontrabass an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Seit 2011 auch an Dr. Hoch’s Konservatorium.
Zielgruppe: Schüler/Studenten, Amateur-Musiker, Semi-Profis. Keine Altersbegrenzung – Grundkenntnisse am Instrument werden aber vorausgesetzt. Der Workshop steht auch Jazzmusikern offen, die nicht am Konservatorium studieren. Teilnahmegebühr: 45 €, Anmeldung bis spätestens 10.05.2014 auf www.jazz-frankfurt.de bzw. http://goo.gl/y01fif

Am Vorabend des Workshops (16.5., 19:30 Uhr) geben die Dozenten ein Konzert im Konservatorium, der Eintritt ist frei.

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Lundgaard Amps

Seit kurzem bin ich Besitzer eines Lundgaard »Double« Amps. Diese feinen und sehr raren Geräte werden von dem dänischen Kontrabassisten Jesper Lundgaard (Thad Jones/Mel Lewis Bigband) konzipiert und in Kleinserie hergestellt. Erhältlich sind sie nur bei Jesper Lundgaard direkt.

Nicht nur der exklusive Vertriebsweg erinnert an die legendären Walter Woods Amps, den Klassiker schlechthin im Bereich der Kontrabassverstärkung. Auch rein äußerlich, bei Format und Farbe, nimmt Jesper Anleihen bei WW, ohne dass sein Amp eine Kopie oder gar ein Plagiat wäre. Im Gegenteil: Jespers Amp ist vollgestopft mit pfiffigen Details und bietet alles, was man heute von einem modernen Kontrabassamp an Schnittstellen, Anschlüssen und Ausgängen erwartet.

Lundgaard amp

Der Double ist als Topteil, oder in ein Lautsprechergehäuse eingebaut als Comboamp erhältlich. Das Erste, was mit beim Auspacken des Combos aus der mitgelieferten Tragetasche auffällt: der ist ja leicht! Man muss wohl lange suchen, bis man einen Amp mit besserem Verhältnis von Größe und Leistung zu Gewicht findet – ein untrügliches Zeichen dafür, dass hier ein praktizierender Bassist am Werke war. Allerdings ist es nicht ganz richtig, hier nur von einem Bassamp zu sprechen: grundsätzlich ist der Amp auch für Gitarre, Keyboard, Geige oder Gesang geeignet, und hat zu diesem Zweck auch eine Reihe von Effekten wie Hall und Echo eingebaut.
Der Double verfügt über zwei Kanäle, jeweils mit Gain, Bass, low mid, high mid und Treble-Regler. Kanal A ist mit einer Klinke-XLR-Kombibuchse ausgestattet, Kanal B mit konventionellem Klinkeneingang und piezotauglichen 3 Megaohm Eingangsimpedanz. Für beide Kanäle gibt es jeweils einen Phasenumkehrschalter, einen lowcut-Filter und einen Mute-Schalter. Ein gewählter Effekt lässt sich entweder gleichermaßen in beide, oder zu unterschiedlichen Anteilen in beide Kanal mischen und über einen mitgelieferten Fußtaster ein- und ausschalten. Zusätzlich zu den 16 eingebauten Effekten gibt es auf der Rückseite noch einen Einschleifweg für externe Effekte. Außerdem sind auf der Rückseite noch weitere praktische Features verbaut: ein Ground Lift-Schalter, zwei Lautsprecher-Ausgänge (als klinke-speakon-Kombibuchse), ein Pad-Schalter für Kanal A (um die Eingangsempfindlichkeit zu reduzieren, praktisch für Pickups mit besonders hohem Ausgangspegel), ein symmetrischer (Klinke) und ein asymmetrischer Ausgang (XLR) des Summensignals und je ein separater Direct Out (XLR) von Kanal A und B. Damit ist man eigentlich für alle möglichen Bühnensituationen umfassend gewappnet.

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Die Endstufe des Amps hat 500 Watt, und kommt als Combo entweder mit 8- oder 10-Zoll Lautsprecher. So viel zu den harten Fakten. Und wie bewährt sich der Lundgaard-Amp nun in der Praxis? Er ist ein »no-brainer«: einstöpseln, die Mitten etwas rausdrehen, fertig! Der Klang ist rund, ausgewogen und trotzdem durchsetzungsstark. Genau das erwartet man von einem Bassamp – der Rest ist Geschmacksache. Meinen hat er getroffen!

Weitere Infos und Bezug direkt über die Website von Jesper Lundgaard: www.lundgaardamps.com

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Fifths Tuning Club, Sektion Deutschland

Der Bassist Maurice Kühn spielt seit einiger Zeit seinen Bass in Quinten. Ein Urvater der Quintenbassisten ist ja Red Mitchell, der bereits in den 1960ern den Quarten den Rücken kehrte. Von ihm stammt auch der Begriff „Fifths Tuning Club“. Viele Mitglieder hat dieser exclusive Club bis heute allerdings nicht … Maurice hat auf seiner Website einige zusammengetragen, und sucht noch weitere Mitstreiter.

 

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