Verlosung: 5 x Full Week Pass für die Bass2016 in Prag (20.–25.9.)

Für den Kontrabass-Kongress Bass2016, der in wenigen Tagen in Prag startet, verlose ich 5 x einen Full-Week-Pass (im Wert von je 90 €). Zur Teilnahme an der Verlosung reicht eine kurze E-Mail an mich (lohse -ätt- lando-music.com) mit dem Betreff „Bass2016“ (und Name und Adresse im Body, versteht sich). Einsendeschluss: 17.9.2016; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Informationen zum Workshop- und Konzert-Programm sowie den Wettbewerben findet man auf der Website: www.bass2016.eu/congress.html

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Mit dem Kontrabass in der Bahn unterwegs

IMG_2410

Letzte Woche reiste ich per Bahn zu einem Auftritt am anderen Ende der Republik, nach Pommern. Im Nahverkehr bin ich ja regelmäßig mit Bass unterwegs, aber bei weiteren Strecken gebe ich meistens dem Auto den Vorzug, denn zum Bass kommen ja in der Regel auch noch Verstärker und andere Dinge, die man unmöglich als Bahnreisender alleine transportieren kann.

Im Nahverkehr hatte ich bislang keine Probleme mit dem sperrigen Transportgut. Die S-Bahnen und Regionalexpress-Züge, die die Bahn im Rhein-Main-Gebiet einsetzt, haben allesamt großzügige Bereiche, die für Gepäck, Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder ausgewiesen sind – von außen erkennbar an dem großen Fahrrad-Piktogramm auf den Waggons. Die Mitnahme eines Fahrrads ist bei uns im Preis explizit inbegriffen, allerdings sind die Fahrpreise hier vergleichsweise hoch; in den meisten deutschen und europäische Metropolen ist man günstiger unterwegs. Mit Fahrrad wird man aber dennoch von anderen Fahrgästen recht oft angepöbelt – ein Fahrrad im Zug ist aus welchen Gründen auch immer ziemlich provokant. Mit Kontrabass ist mir das aber noch nicht passiert; zumindest im Frankfurter Nahverkehr scheint er ein Sympathieträger zu sein.

Ganz anders sieht es im Fernverkehr aus. In den ICEs der Deutschen Bahn gibt es keine Gepäckabteile, und auch sonst fehlt es an Raum für Gepäck. Die Mitnahme von Fahrrädern ist generell untersagt, und Kinderwagen müssen zusammengeklappt werden. Da wundert es nicht, dass Kontrabässe nicht gern gesehen sind – obwohl sie eigentlich erlaubt sind. Die Bahn unterscheidet in ihren Beförderungsbestimmungen zwischen Handgepäck und Traglasten. Als Handgepäck gelten leicht tragbare Gegenstände, die unter bzw. über dem Sitz untergebracht werden können. In diese Kategorie fällt ein Kontrabass nicht – er ist eine sogenannte Traglast:

„Neben Handgepäck darf der Reisende ein Stück Traglast mit sich führen. Traglasten sind Gegenstände, die – ohne Handgepäck zu sein – von einer Person getragen werden können. Gegenstände, die andere Reisende behindern, belästigen oder Schäden verursachen können, dürfen nicht mitgenommen werden. Die Beaufsichtigung obliegt dem Reisenden.“

Soweit die Theorie. In der Praxis machen Kontrabassisten aber ganz unterschiedliche Erfahrungen mit der Umsetzung der Gepäck-Regeln durch das Bahnpersonal. Auf meiner letzten Reise im ICE hatte ich auf dem Hinweg Glück: der Zug war recht leer, und das Flightcase (Bass mit abnehmbarem Hals) parkte im Bereich des Übergangs von den Abteilen zum Großraumwagen, wo der Durchgang etwas breiter ist.

Bei der Rückreise hingegen war der Zug voll. Ich parkte das Flightcase zunächst im Gang vor meinem Abteil-Sitzplatz, was die Schaffnerin aber nicht gestatten wollte. Sie pochte auf freie Fluchtwege. Da fast überall, wo etwas mehr Platz war, bereits Fahrgäste ohne Reservierung campierten, wurde es dann doch noch schwierig, einen Platz für den Bass zu finden. Schließlich durfte ich den Koffer im Eingangsbereich vor den Außentüren ablegen – flach, damit er nicht wegrollt. Mit einem Kontrabass in Tasche hätte ich mich das nicht getraut.

Fazit: Man darf den Bass als Traglast zwar eigentlich mitnehmen, aber wenn der Zug voll ist, hat man ein Problem, einen geduldeten Platz zu finden. Die Zugbegleiter sind dafür verantwortlich, dass Fluchtwege frei bleiben, und lassen sich nicht unbedingt davon beeindrucken, wenn man ihnen aus den Beförderungsrichtlinien für Traglasten vorliest, dass die Kontrabassmitnahme erlaubt ist.

Veröffentlicht unter Allgemein | 3 Kommentare

„Na, vielleicht doch besser Blockflöte gelernt?!“

Heute morgen passierte es wieder – und jeder Bassist kennt das sicher aus eigener Erfahrung: Ich schleppte einen Bass vom Bahnhof herüber in den Laden, leider ausnahmsweise ohne Bassbuggie (ohne den ich ja sonst eigentlich nicht aus dem Haus gehe). ich hatte noch keine drei Schritte getan, da schallte es mir bereits wahnsinnig originell entgegen:

Na, da hätteste doch lieber Blockflöte gelernt!

Eine passende Antwort auf diesen Spruch sollte eigentlich in unser bassistisches Grundrepertoire gehören. Deswegen heute mal eine kleine Umfrage: Was erwidert ihr für gewöhnlich bei dieser Gelegenheit?  Vorschläge bitte ins Kommentarfeld!


Veröffentlicht unter Allgemein | 12 Kommentare

Musikmesse Frankfurt 2016 – Karten zu gewinnen!

Vom 7. bis 10. April 2016 findet in Frankfurt am Main wieder die Musikmesse statt. Die Musikmesse ist in diesem Jahr nicht nur in andere Hallen umgezogen, sie ist jetzt an allen Messetagen für das Publikum geöffnet und hat auch das Rahmenprogramm auf dem Messegelände und in der Stadt Frankfurt stark erweitert. Erstmals findet parallel zur Messe das Musikmesse Festival statt. Das Festival-Ticket – ein Festival-Bändchen und ein Festival-Voucher – ist für Besucher der Musikmesse kostenlos. Ebenso ist das Festival-Ticket an der Abendkasse aller teilnehmenden Veranstaltungsorte erhältlich. Es kostet 15,- € und enthält darüber hinaus auch einen Voucher für einen vergünstigten Eintritt auf die Musikmesse.
Auf zwei Konzerte, die die Jazz Initiative im Rahmen des Festivals anbietet, will ich dabei besonders hinweisen, da ich Co-Organisator bin 😉

Hattler feat. Torsten de Winkel, Fola Dada & Oli Rubow

Hellmut Hattler (e-bass), Torsten de Winkel (g, e-sitar), Fola Dada (voc), Oli Rubow (dr, perc, electronics), Pete Delgado (visuals), Theo Metzler (sound design)
www.hellmut-hattler.de

Orange Peel (Nähe Hauptbahnhof) | Fr., 8.4.2016 | 21 Uhr | 15,–/12,–/kostenlos mit Musikmesse-Festivalticket

Checkpoint III: Jazz@EnsembleModern

Das Ensemble Modern trifft auf ein Jazz-Trio (John Schröder, Hayden Chisholm und Sebastian Gramms)

Deutsche Ensemble Akademie, Dachsaal | So., 10.4.2016 | 20 Uhr | 20,– / 15,– € erm. (Ermäßigung für Studenten, Auszubildende, JIF-Mitglieder), mit Musikmesse-Festival-Ticket 10,– €

Und jetzt kommt’s: ich verlose 5 x 2 Karten für die Musikmesse!

Um an die Verlosung teilzunehmen, schickt mir eine E-Mail mit der Antwort auf die Rätselfrage:
Welcher Bassist und Geigenbauer gilt als
Urvater des Kontrabasses wie wir ihn heute kennen?

Der Einsendeschluss ist der 1. April, der Rechtsweg ist ausgeschlossen …


Update: Die Gewinner wurden ermittelt und per E-Mail benachrichtigt, es sind:

Martin M. aus K.
Jann M. aus F.
Carola D. aus O.
Anselm H. aus B.
Dieter K. aus N.

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Carol Kaye im Interview

Auf Carol Kaye verlinke ich hier im Kontrabassblog ja nicht zum ersten Mal. Eine sehr faszinierende Musikerin. Ich könnte ihr stundenlang zuhören, was sie über Jazz, die Arbeit in den Recording-Studios, und natürlich über sich und ihr Spiel zu berichten hat.

Veröffentlicht unter Jazz | Hinterlasse einen Kommentar

Musiknotendruck mit beweglichen Lettern

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Ziemlich überraschende Statistik: Jazzmusiker verdienen recht wenig Geld

Das durch musikalische Arbeit erzieltes Jahreseinkommen eines Jazzmusikers liegt bei durchschnittlich 12.500 Euro. Erkenntnisse wie diese liefert jetzt eine großangelegte Studie, die erstmals empirische Daten zu der aktuellen Lebens- und Arbeitssituation professioneller Jazzmusikerinnen und -musiker verfügbar macht. Als Grundlage diente eine Online-Befragung mit über 2.000 Teilnehmern. Auftraggeber der von dem Kulturwissenschaftler Thomas Renz vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim verfassten Studie waren das Darmstädter Jazzinstitut, die Union Deutscher Jazzmusiker und die Interessengemeinschaft Jazz Berlin.

Auch wenig überraschend: Die Jazzmetropolen Köln und Berlin sind die Regionen, wo die meisten der Befragten leben und von denen nach Selbsteinschätzung der Jazzmusikerinnen und -musiker die wichtigsten künstlerischen Impulse ausgehen. Umso problematischer ist der Befund der Studie, dass insbesondere dort professionelle Musiker selten mit mehr als 50 Euro pro Auftritt nach Hause gehen.

Gebhard Ullmann, Vorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker, sieht einen klaren kulturpolitischen Handlungsbedarf: „Die Studie zeigt deutlich, dass spezifisch auf Jazz ausgerichtete Fördersysteme fehlen. Erst wenn Bund, Länder und Kommunen eine solide Infrastruktur für diese wichtige Kunstform bereitstellen, kann sich auch die Lebenssituation ihrer Künstler nachhaltig verbessern.“

Neben Zahlen zur Einkommenssituation liefert die Studie auch interessante Informationen zu den Auftrittsmöglichkeiten und zur Ausbildung und zum Werdegang der befragten Musiker. Die Zahlen sind gut lesbar aufbereitet und kommentiert, so dass die Studie einen sehr anschaulichen Einblick in die Situation im Berufsfeld „Jazzmusiker“ bietet. Für angehende Jazzmusiker ist die Studie somit eigentlich Pflichtlektüre – aber auch für alte Hasen sehr lesenswert.

Studie zum Download: www.jazzstudie2016.de

 

Veröffentlicht unter Jazz | 1 Kommentar

Freedom Sound

Die Jazz Crusaders wurden in den 1960er Jahren bekannt. Die Band besteht im Kern aus Wayne Henderson (tb), Wilton Felder (sax), Joe Sample (p) and Stix Hooper (dr). Die vier gingen bereits in ihrer texanischen Heimat Houston zusammen auf die High School und hatten erste Bands zusammen. Anfang der 1960er Jahre gingen sie nach Los Angeles, und nahmen eine Reihe erfolgreicher Schallplatten für das Pacific Label auf. Charakteristisch für die Band waren der Sound von Tenorsaxophon und Posaune, und ein von Rhythm & Blues, Soul und Hard Bop geprägtes Repertoire. In den 1970er Jahren wurde die Musik gefälliger, und man strich das Wort „Jazz“ auch aus dem Namen.

Einen festen Bassist hatte die Band zunächst nicht: bei den ersten Platten war Jimmy Bond am Bass, dann Victor Gaskin, Bobby Haynes, Al McKibbon und Leroy Vinnegar, und schließlich Buster Williams. Den Grund für den hohen Bassisten-Verschleiß kenne ich nicht … aber aber interessanterweise trat Wilton Felder, der Saxophonist der Band, ab Mitte der 1960er Jahre selbst auch als (E-)Bassist in Erscheinung. So z.B. bei Grant Greens „Live at the Lighthouse“ – legendär die sehr relaxte Ansage von Hank Steward, die Wilton Felder am blubbernden ”Fender Bass“ begleitet und die die erste Nummer der Platte ist.

Der Gitarrist Larry Coryell schreibt in einem Nachruf über den letztes Jahr verstorbenen Musiker:

I also did many sessions with Wilton playing bass. One album that comes to mind is Keeper of the Castle, by the Four Tops. Wilton could read anything, and the great arranger Gene Page would write out all the bass parts. Wilton could read all of them and interpret them with great feel and time, and then add his own thing to it. He would work on the bass part until it was exactly what he wanted. When Wilton was playing bass, he was the leader of the rhythm section. He could hear two guitar parts that would fit together like a glove against a bassline, and the bassline was fitting together against the drums. He had a gift of putting together those kinds of parts, where all of a sudden your track became this unit of power that’s so simple, everything in its right spot. Many, many times it was Wilton who was humming the guitar part to one of the guys, and they would lock on to that part and he would add another part.

„Freedom Sound“ ist ein Stück von Joe Sample, und erschien 1961 auf der gleichnamigen Debüt-Platte der Band Jazz Crusaders. Es beginnt mit einem markanten Bass-Riff, das sich leicht variiert durch den ganzen A-Teil fortsetzt. Ich habe festgestellt, dass sich das Riff gut eignet, um den vierten Finger zu trainieren. Dafür habe ich mir den Fingersatz so zurechtgelegt, dass der vierte Finger ordentlich zu tun hat (4-4-2-4-2-4 | 4-4-2-4-2-4 | 4-4-1-4-1-4 | 4-4-1-4-1-4 | usw.)

freedomsound

Ein komplettes Leadsheet findet man zum Download auf der Website von James Mahone.

Veröffentlicht unter Allgemein, Üben, Jazz | 1 Kommentar

Bass2016 in Prag

Alle zwei Jahre findet der europäische Kontrabass-Kongress statt – in diesem Jahr in der tschechischen Hauptstadt Prag.

Der Kongress richtet sich an alle Kontrabass-Enthusiasten, Profis und Amateure, Spieler und Bassbauer, und ist genreübergreifend (gleichwohl die Schwerpunkte auf Klassik und Jazz liegen).

Die Website der Organisatoren füllt sich mittlerweile bereits so langsam mit Inhalten:

www.bass2016.eu/congress.html

Ort: HAMU, Academy of Performing Arts in Prague Music and Dance Faculty
Termin: 20.–25. September 2016

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Termin | Hinterlasse einen Kommentar

Sünnenblink Musikwerkstatt: Vom alten Schloss ins Kloster

Kontrabassbauer Heiner Windelband ist mit der Sünnenblink Musikwerkstatt umgezogen: Nicht weit von der bisherigen Adresse haben Heiner und seine Werkstatt nun im ehemaligen Kloster Malgarten ein neues Zuhause gefunden.

Wer das Kloster kennenlernen möchte, hat am morgigen Dienstag, 2. Februar die Gelegenheit. Das ZDF sendet in der Sendereihe Drehscheibe – Expeditionen in D einen Bericht über das Kloster und die Werkstätten und Betriebe, die sich dort angesiedelt haben. Mediathek-Link

Die neue Adresse der Basswerkstatt:
Sünnenblink Musikwerkstatt
Heiner Windelband & Simon Bargmann
Am Kloster 6 / Kloster Malgarten, 49565 Bramsche
Tel.: 05461/9962055
www.windelband.dewww.kloster-malgarten.de

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Basslehrer-Workshop „Unterrichten nach Lehrplan!?“

Am 7.2.16 wird es zum Thema „Unterrichten nach Lehrplan!?“ einen Tagesworkshop im Haus Flachsland in Hamburg geben.
http://landesmusikakademie-hamburg.de/7-2-unterrichten-nach-lehrplan/
Thema: Neue Impulse für den Bassunterricht – ausgehend vom neuen Lehrplan Kontrabass des VdM. Das sollte vor allem für Basslehrer interessant sein – aber auch z. B. für Studenten oder fortgeschrittene Schüler.
Infos: Stefan Schäfer, Tel.: 040 870 01 – 64, www.bassist-composer.de

Veröffentlicht unter Pädagogik, Termin | Hinterlasse einen Kommentar

Verstellbarer Stimmstock aus Carbon

Das Anpassen eines neuen Stimmstocks gehört zu den anspruchsvolleren Aufgaben beim Setup eines Kontrabasses. Die beiden Enden des Stimmstocks müssen an die Wölbung von Boden und Decke exakt angepasst werden; außerdem muss der Stimmstock an der richtigen Stelle stehen und die dort passende Länge haben.

Stimmstock schlecht angepasst

Dieser Stimmstock ist miserabel eingepasst: die Schmalseiten sind verrundet und haben nur wenig Kontaktfläche mit dem Boden und der Decke.

Das Anpassen an die Wölbung erfolgt durch Abnehmen von dünnen Spänen – schnitzt man zu viel weg, stimmt vielleicht die Wölbung, aber nicht mehr die Länge, und man beginnt von vorne, sich langsam heranzutasten. Schon ein Millimeter, um den man einen vermeintlich viel zu langen Stimmstock kürzt, kann sich als zu viel herausstellen.
Zwar kann der Bassbauer mit einem Innentaster den Abstand zwischen Decke und Boden messen, aber mehr als einen groben Anhaltspunkt für die Länge des Stimmstocks liefert ein solches Werkzeug nicht. Obendrein lässt sich die Wölbung nicht messen.

Üblicherweise hat man in der Basswerkstatt etliche Stimmstöcke parat, die anderswo nicht gepasst haben und die man nun testweise einsetzen kann. Etwas länger oder kürzer, Winkel flacher oder steiler – das lässt sich mit ihrer Hilfe ungefähr einschätzen.
Um das Messen zu präzisieren, habe ich mir vor einiger Zeit einen eigenen Innentaster gebaut. Ein Alurohr mit eingesetztem Gewinde, um die Länge zu verstellen; an den Enden habe ich Stahlkugeln festgeklebt. An denen sitzen Ringmagnete, die ungefähr den Durchmesser eines Stimmstocks haben. Beim Einsetzen folgen die Ringmagnete der Wölbung von Decke und Boden, und wenn man den Innentaster vorsichtig herauszieht, kann man Länge und Winkel exakt ablesen. Soweit die Idee … In der Praxis zeigt sich, dass ein solcher Stimmstock mit Kugelkopf-Enden nur ungern stehen bleibt. Mit aufgeklebtem Sandpapier lässt sich mehr Halt geben, aber es bleibt wackelig.

Pal Molnar, ein Musiker und Tüftler aus Rastatt, hat nun die Idee eines vestellbaren Stimmstocks zur Serienreife gebracht, und bietet seit letztem Jahr seinen »Anima Nova« an – ein verstellbarer Stimmstock aus Carbon. Ähnlich wie bei meinem DIY-Kugelkopf-Innentaster sind die Schmalseiten beweglich, und folgen der Innenwölbung des Instruments. In der länge ist er über ein Schraubgewinde vestellbar – mit speziellem Werkzeugen lässt sich auch im eingebauten Zustand. Denn der Anima Nova ist nicht als Messgerät, sondern zum Verbleib im instrument gedacht; er ersetzt die konventionelle Stimme aus Fichtenholz.
Für die Klangeinstellung eines Basses ergeben sich so neue Möglichkeiten: möchte man die Auswirkungen verschiedener Stimmstock-Positionen und -längen vergleichen, entfällt das aufwändige Anpassen mehrerer Stimmstöcke. Auch für Bässe, die jahreszeitlich bedingt verschiedene Stimmen brauchen, ist der Anima Nova-Stimmstock eine interessante Möglichkeit der Anpassung.

Etwas ungewohnt ist das Einsetzen der Carbon-Stimme. Zwar bietet Pal Molnar passendes Spezialwerkzeug zum Setzen und Einstellen der Stimme an. Aber durch die beweglichen Schmalseiten neigt die Stimme dazu, beim Einsetzen oder Einstellen eher umzufallen als eine konventionelle Stimme. Auch wem das Einsetzen einer Holz-Stimme bereits routiniert von der Hand geht, muss die Handgriffe hier neu einüben. Belohnt wird man aber mit einer bisher unbekannten Flexibilität beim Austarieren von Stimmstocklänge und -Position. Aufgrund des stolzen Preises sicher kein Produkt für den Massenmarkt, aber eine interessante Option für spezielle Fälle.

Stimmstock carbon

Konventioneller Stimmstock aus Holz und Carbon-Stimmstock Anima Nova

 

Veröffentlicht unter Bassbau, Instrument, neue Produkte | Hinterlasse einen Kommentar

Jazz-Skateboards

kind of blue

Sportliche Vorsätze für 2016? Wie wär’s denn mal mit Skateboard fahren?! Das passende Board findet sich sicherlich bei Western Union. Die Boards des amerikanischen Herstellers mit einem Faible für Jazz zieren Porträts von Miles Davis, Bill Evans, John Coltrane, Charlie Parker und einigen anderen Jazzgrößen. Auch Bassisten- und Kontrabass-Motive sind bereits erschienen (z. B. Richard Davis, Charles Mingus und Paul Chambers).

Granz-Bradrichard davisMingus-BradInstrument-2-Toeda

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar