Werkstatt-Tipps

In der Kontrabass-Werkstatt kommt üblicherweise Warmleim (Kochenleim) zum Einsatz. Traditioneller Warmleim ist schon seit Jahrhunderten bekannt und bewährt, hat eine Reihe von Vorteilen gegenüber Industrieprodukten. Er hat aber auch einen großen Nachteil: da er nur in warmen Zustand verarbeitet werden kann und beim Erkalten rasch geliert, muss man sich beim Verleimen ziemlich sputen. Im Winter wird das Arbeiten mit Warmleim durch kalte Werkstücke zusätzlich erschwert. Wenn man die zu verleimenden Teile anwärmt, gewinnt man wertvolle Zeit, bevor der Leim anzieht. Ein loses Griffbrett kann man dazu auf die Heizung legen – bei anderen Teilen geht das aber nicht. Um den Hals anzuwärmen, benutze ich einen elektrischen „Schal“: eigentlich handelt es sich um einen Tellerwärmer, mit dem der/die geneigte Hausmann/frau am Esstisch die leeren Teller anwärmt, auf dass der Schweinebraten länger warm bleibe. Er besteht aus einer Stofftasche mit Heizdrähten und einem Stromanschluss, und hat gebraucht ein paar Euro gekostet.


Zum Aufleimen eines Griffbretts braucht man nicht nur Zwingen, sondern auch Keile und Zulagen. Im Bereich des Halsfußes sind die Oberflächen von Blättchen und Griffbrett nicht parallel, so dass eine Zwinge leicht abrutscht. Ich verwende als Zulage gerne etwas, das ich ohnehin in der Werkstatt herumliegen habe: einen Schleifklotz aus Hartgummi. Die flache Seite passt sich auf Druck etwas der Querrundung des Griffbretts an, und verrutscht deswegen kaum. Der Clou aber ist die Oberseite: sie hat einen Radius, der es erlaubt, auch bei unterschiedlichsten Bassmodellen die Zwinge immer bestmöglichst (also annähernd im rechten Winkel) zum Blättchen anzusetzen.

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Herb Ellis über das Begleiten

Unless it’s your group, people want you to play behind them. And they love it when you play great solos – but let’s face it: they don’t care as long as they are playing great solos.

– guitarist Herb Ellis

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Fragebogen: Thomas Bugert

Der Mannheimer Bassist Thomas Bugert hat jüngst ein Buch veröffentlicht, in dem er eine Reihe von namhaften Jazzbassisten unter die Lupe nimmt: „The Bassmasters – was du von den Top-Bassisten lernen kannst“.

Neben Transkriptionen und einer Betrachtung der Spielkonzepte erfährt man mehr über das Leben und Wirken der Bassisten. Folgende Bassisten hat Thomas porträtiert: Jimmy Blanton, Israel Crosby, Wilbur Ware, Ray Brown, Paul West, Paul Chambers, Scott LaFaro, Ron Carter, Charlie Haden, Butch Warren, Dave Holland, Dan Berglund, Christian McBride

Weitere Infos zum Buch gibt es in seinem Bassblog, wo er sich schwerpunktmäßig mit spieltechnischen Fragen auseinandersetzt: www.bassicbass.com 

Buch: The Bassmasters

Ich habe Thomas bei dieser Gelegenheit gleich mal meinen Fragebogen geschickt, mit dem er ich hier etwas näher vorstellt:

Welche CD steckt gerade in deiner Stereoanlage?

Horace Silver – The Cape Verdean Blues

Welche(n) Bassisten hörst Du am liebsten?

Kann ich so nicht beatworten, da es mir immer um den Gesamtsound der Band geht

Welcher Bassist hat Dich am meisten beeinflusst?

Das sind viele von den üblichen Verdächtigen … Der erste Bassist, der mir bewusst aufgefallen ist und mich dann auch zum Bassspielen gebracht hat, war Dave Ellefson von der Metalband Megadeth. Das war der Anfang einer langen musikalischen Reise.

Welche CD würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen?

Das Bill Evans Trio wäre auf jeden Fall in der engeren Auswahl. Ich  würde aber versuchen zu handeln ob ich meinen iPod mitnehmen darf, da ich je nach Stimmung ganz verschiedene Sachen höre.

Wer ist Dein Lieblingskomponist?

Das ist abhängig davon, warum ich gerade Musik höre. Es gibt für mich nicht den einen für alles.

Was übst Du gerade auf dem Bass?

Neben dem was gerade aktuell für das nächste Konzert anliegt, habe ich immer ein Jahresprojekt. Dieses Jahr war das Melodisch Moll. Dazu kommt ein Standard pro Monat mit dem ich mich genauer auseinandersetze. Diesen Monat ist das Triste von A.C. Jobim

Wie bist Du zum Bassspielen gekommen?

3 Gitarristen waren einer zu viel in der Band. Und dann kam Dave Ellefson.

Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten Auftritt als Kontrabassist?

Nein. Das habe ich wohl irgendwie verdrängt …

Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Instrument? Und Deinen ersten Bass?

Der erst E- Bass war ein Washburn Axxess, der erste Kontrabass ein Halbmassiver von GEWA.

Welches war dein bisher wichtigstes Konzert (oder Plattenaufnahme)?

Eigentlich ist das nächste Konzert immer das wichtigste

Hast Du einen Lieblings-Jazzstandard?

Nein, da gibt es so viele: Auf Sessions spiele ich gerne „Softly“ oder „Alone together“ zum Kennenlernen

Welche Eigenschaft ist für einen Bassisten am wichtigsten?

Band- und songdienliches Spiel

Was hoffst Du Deinen Schülern beibringen zu können?

Ich hoffe, dass sie alles Wichtige lernen, um Spaß mit dem Instrument zu haben und mit anderen zusammenspielen zu können. Gerade das Zusammenspiel ist für mich das Wichtigste. Egal ob Band, Orchester oder sonst irgendeine Besetzung. Alleine zuhause Licks üben kann man machen, finde ich aber meistens unbefriedigend.

Was für ein Instrument spielst Du (Bass, Saiten, ggfs. Tonabnehmer)?

Ich bin der Meinung, dass man sich auf seinem Instrument vor allem wohlfühlen muss. Das war’s. An Top-Musikern bewundere ich, dass sie auf jedem Instrument gut klingen.
Ich probiere gerne viel herum. So habe ich einen Realist-, Bassbalsereit- und Schertler-Tonabnehmer auf meinem Zimmermann-Kontrabass von 1908. Im Augenblick habe ich Evah Pirazzi Saiten drauf und verstärke das Ganze mit einem Realbass-Verstärker.

 

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Änderungen im Artenschutz – was Bassisten wissen sollten

Zum Jahreswechsel ist der Musikhandel in heller Aufregung: mit vergleichsweise geringer Vorlaufzeit wird zum 1. Januar 2017 der Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES in Kraft treten. Dieses stellt weitere bedrohte Holzarten unter Schutz:

  • Palisander Dalbergia (alle Arten) – (mit Ausnahme von Dalbergia Nigra/Riopalisander, das bereits seit mehreren Jahren geschützt ist)
  • Bubinga (Guibourtia tessmannii, pellegriniana, demeusei)

Der Artenschutz ist ein wichtiges Anliegen, das auch von allen Musikern, Herstellern  und Händlern, die ich kenne, voll unterstützt wird. Gleichwohl stellt die Umsetzung die Musikwelt vor Herausforderungen. Kontrabassisten sind von den Änderungen zum Jahreswechsel weniger betroffen –  Palisander kommt hier i. d. R. nur für Teile wie Stachelbirnen und Saitenhalter zum Einsatz. Vom für Kontrabass-Griffbretter verwendeten Ebenholz steht nur die aus Madagaskar stammende Spezies schon seit Jahren unter besonderem Schutz, alle anderen Ebenhölzer sind (noch) frei handelbar. Für Gitarristen sieht die Situation aber anders aus: für Griffbretter ist Palisander das wohl meist verbaute Holz. Und wenn man als Kontrabassist einen Bogen mit auf Reisen nehmen möchte, gelten auch hier für viele oft verwendeten Materialien wie Fernambuk, Elfenbein, Schildpatt und Reptilienleder Einschränkungen. Was sollte man als Musiker dazu wissen?

Für den reinen Besitz von Instrumenten mit Teilen aus geschützten Arten sind keine Nachweisdokumente erforderlich.
Musiker, die vor 2017 ein betroffenes Produkt erworben haben (Vorerwerbsware), können anhand der Rechnung nachweisen, dass die Ware vor der Neuregelung in der EU war.
Für Instrumente, die nach dem 2.1.2017 erworben werden, ist darauf zu achten, dass das betroffene Material auf der Rechnung ausgewiesen ist:
„Das Produkt beinhaltet Materialien lt. CITES Anhang II in Konformität mit der Verordnung VO 338/97 Bezeichnung der betroffenen Teile mit Handelsnamen, botanischem Namen und Gewicht (Beispiel: Gitarren-Griffbrett, Indischer Palisander, Dalbergia latifolia, 130 g).“
Wer ganz sicher gehen will, kann Instrumente aus seinem Besitz bei der unteren Naturschutzbehörde (z. B. Landratsamt) als „Vorerwerbsware“ (also als vor dem Stichtag erworben) anmelden. Das gilt vor allem für Händler – aber sofern man nicht für alle Instrumente Rechnungen aufbewahrt hat, kann das auch für Endverbraucher (Musiker) sinnvoll sein. Dies sollte allerdings bis Ende dieser Woche (!) passiert sein …

Für Reisen innerhalb der EU bleibt alles beim Alten. Bei Reisen in das EU-Ausland ist die Mitnahme von Musikinstrumenten, die betroffene Hölzer beinhalten, ohne Vorlage von Dokumenten gestattet, sofern das Gewicht der von CITES II betroffenen Hölzer in allen Musikinstrumenten zusammen weniger als 10 kg beträgt (wird beim Kontrabass also etwas knapp!). Das Gewicht von Transportbehältnissen und Zubehör wird nicht mit eingerechnet.
Diese Regelung gilt nur für die persönliche Mitnahme aus nicht kommerziellen Gründen (wobei ein bevorstehender Auftritt gegen Gage nicht als kommerzieller Grund angesehen wird). Private Versendungen erfordern beim Grenzübergang in ein Nicht-EU Land für den Fall eines Verkaufs eine Ausfuhr- bzw. Wiederausfuhrbescheinigung und für den Fall einer temporären Ausfuhr (Reise) ein Zolldokument.

Mehr Informationen dazu gibt es beim Bundesamt für Naturschutz.

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Interview im Bassquarterly

Die Fachzeitschrift Bassquarterly hat im Frühjahr ein Interview mit mir geführt, das in der Ausgabe 2/2016 als mehrseitiges Porträt („Mister Kontrabass“) erschienen ist. Ein PDF des Artikels nach dem Klick auf das Bild.

Bassquarterly Ausgabe 2-2016

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Bassist/in gesucht

thomas-heidepriemEine Stellenausschreibung habe ich hier auch noch nie gebloggt, aber so viele Stellen für Jazzbassisten gibt es ja bekanntlich gar nicht. Thomas Heidepriem, Bassist der hr Bigband, geht bald in Ruhestand, so dass die Bigband nun eine/n Nachfolger/in sucht.

Stellenausschreibung/Audition
Gesucht: Bassist/in (Kontrabass und E-Bass)
Die hr-Bigband sucht eine Bassist/in in der Nachfolge von Thomas Heidepriem.

Sie sind eine ausgezeichnete Bassistin / ein ausgezeichneter Bassist in solistischer und insbesondere in begleitender Funktion. Neben bereits vorhandener Erfahrung in einer Big Band, können Sie hervorragend vom Blatt spielen und sind sicher in der freien Begleitung verschiedener Musikstile. Des Weiteren bringen Sie erstklassige Referenzen mit.

Informationen erhalten Sie unter 069/155 3019 oder www.hrbigband.de. Bewerbungen von Frauen sind besonders erwünscht.

Wir freuen uns auf Ihre ausführliche Bewerbung, gerne mit Hörbeispielen, per E-Mail oder per Post an unten genannte Adresse:

Hessischer Rundfunk
Anstalt des öffentlichen Rechts
hr-Bigband Management
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt am Main
bigband@hr.de

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„Kultursponsoring“ einmal anders herum gedacht

Diese Giganfrage eines Hotels flatterte mir in E-Mail-Postfach: „Für eine Veranstaltung unseres Hotels XXX (5*Superior) sind wir auf der Suche nach 1-3 Jazzmusikern, die sich und Ihre Kunst im Rahmen eines Events präsentieren möchten. (…) Die Darbietung soll im Rahmen einer Veranstaltung stattfinden und jeweils immer ein Stück zwischen den Moderationen gespielt werden.“
Soweit, so gut – diese Sorte Gig gehört ja zum Alltag vieler Jazzmusiker. Die Zimmerpreise in dem Nobelschuppen fangen bei 280 € die Nacht an, das Restaurant wurde bereits mit Sternen im Guide Michelin ausgezeichnet. Wer jetzt mit entsprechender Gage rechnet, liegt aber falsch:
„Zum Budget würden wir vorschlagen, dass wir die Veranstaltung prominent mit den Musikern bewerben (Online, Social media, Flyer etc.) und auch Hotelgutscheine würden wir ausstellen.
Aufgrund der Budgetvorgabe, sind wir offen was das Ausbildungsniveau und den Stil der Musik/er angeht.“

Ich überlege noch, was eine angemessene Reaktion sein könnte. Natürlich sollte man die Herrschaften darüber aufklären, dass „Jazzmusiker“ ein Beruf ist, und die erbrachte Leistungen auch bezahlt werden muss. Man könnte aber auch eine eine Gruppe Grundschüler schicken, und die etwas auf ihren Blockflöten vortragen lassen. Oder habt ihr noch andere gute Ideen? Vorschläge bitte in den Kommentaren zu diesem Blogeintrag  …

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IG Jazz Mannheim: noch Workshop-Platze für Bassisten frei

Die IG Jazz Mannheim veranstaltet wischen den Jahren (28.–30.12.2016) wieder einen Workshop in der Musikschule Mannheim mit einem Dozententeam aus der IG JAZZ.

Momentan noch einige Plätze für Bass vakant. Mit dem Stichwort „Kontrabassblog“ wird bei der Anmeldung auch jetzt noch der Frühbucherrabatt gewährt.

Workshops

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Das nennt man Erpressung, liebe DHL!

Als Mitinhaber eines Kontrabass-Ladens verschicke (und bekomme) ich ja vergleichsweise viele Pakete. Früher gab es nur die Deutsche Bundespost, heute hat man die Wahl zwischen vielen Zustelldiensten. Allen gemeinsam ist, dass sie ihre Mitarbeiter nicht wirklich großzügig entlohnen. Sofern sie denn eigene Mitarbeiter haben – manche arbeiten lieber mit (schein-)selbstständigen Subunternehmern. Eigentlich kein Wunder – der Markt ist hart umkämpft, der Preisdruck hoch, denn die Kunden (also wir alle) möchten für eine Paketzustellung ja auch keine 20 € bezahlen.
Besonders in Großstädten gehen die Paketzusteller dazu über, gar keinen Zustellversuche mehr zu unternehmen, sondern das Paket lieber gleich im Paketshop oder der Filiale abzugeben. Meistens wird dann auch keine Benachrichtigung hinterlassen – die einzige Chance ist dann das Online-Tracking. Aber auch mit Tracking ist man vor Verlust einer Sendung nicht gefeit: wir haben kürzlich ein Einschreiben nach Berlin verschickt. Das wurde in einer Postfiliale hinterlegt, aber leider war nicht herauszufinden, in welcher. Deswegen ging es unabgeholt zurück nach Frankfurt. Dort wurde es in einer Postfiliale hinterlegt, die es gar nicht mehr gibt (sie wurde aus Kostengründen geschlossen). Abholen war also auch hier nicht möglich – die Sendung blieb erstmal verschollen. Ein anderes Einschreiben, dass uns zur selben Zeit aus Dänemark erreichen sollte, ging ohne Zustellversuch gleich am ersten Tag in Deutschland wieder „unzustellbar“ zurück an den Absender. Der Sinn und Zweck eines Einschreibens stellt man sich als Kunde ja etwas anders vor … aber vielleicht ist das Produkt „Einschreiben“ einfach nur ein Relikt aus einer anderen Zeitepoche.

Anders als bei Einschreiben gibt es bei Paketen ein ausführliches, tagesaktuelles Online-Tracking (Nachverfolgung), was uns Kunden durchaus interessante Einblicke in das Chaos gibt, das sich hinter den Kulissen des ehemaligen Staatsunternehmens DHL abspielen muss. Vor ein paar Wochen brachten wir ein Paket nach Österreich auf den Weg. Drei Tage später war es im Zielland, wurde aber nicht zugestellt, sondern trat sogleich wieder die Heimreise an: „Annahme verweigert“ steht unzutreffend im Tracking-Protokoll (auch der Zeitstempel „Samstag 17:39 Uhr“ ist nicht sehr glaubwürdig). Die österreichische Post hat also offenbar ähnliche strukturelle Probleme wie die deutsche. Als der Empfänger sich bei uns nach dem Paket erkundigt, hatte es laut Tracking schon wieder eine Odyssee durch Deutschland hinter sich:
„Es erfolgt ein 2. Zustellversuch“ (ohne dass es einen ersten gab)
„Die Sendung wurde in das Zustellfahrzeug geladen“
„Die Sendung wurde im Paketzentrum bearbeitet.“
„Der Empfänger hat die Annahme der Sendung verweigert.“ (nein, hat er nicht!)
„Der Empfänger ist unbekannt.“ (nein, ist er nicht!)  usw …

Interessant: auf seinem Weg ins postalische Nirwana bereiste das Paket nach seiner Rückkehr aus Österreich Regensburg, Obertshausen, Speyer, dann erneut Obertshausen, und schließlich Rodgau. Als es sich von dort nicht mehr fortbewegte, stellte ich nach sechs Wochen schließlich einen Nachforschungsantrag – immerhin ist es gegen Verlust versichert und der Wert ist mit 500€ auch keine Lappalie.

Die Antwort von DHL: um das Paket wieder zu bekommen, müssen wir nun knapp 50 € „Lagergebühr“ zahlen … ich nenne es „Lösegeld“.

Update (31.10.): Das Paket ist wieder da! Man kann nicht behaupten, DHL hätte nichts getan für’s Geld … leider nur nicht das richtige.

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Instrumentenbau in Schönbach und Bubenreuth

Dieser kleine Film von 2001 beschäftigt sich mit der Geschichte der Geigenbauer in Bubenreuth. Ursprünglich im heute tschechischen Schönbach (Luby) beheimatet, wurden sie nach dem Krieg vertrieben und fanden im fränkischen Bubenreuth Zuflucht. Die Einwohnerzahl des Dorfes stieg damit schlagartig von knapp 700 auf 2300 Menschen.

Etwas unfreiwillig komisch finde ich Szene, wo der Bassist von James Last als Fachmann für Kontrabässe befragt wird, und er im ersten Satz darauf hinweist, gar kein Kontrabassist sondern E-Bassist zu sein …

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Verlosung: 5 x Full Week Pass für die Bass2016 in Prag (20.–25.9.)

Für den Kontrabass-Kongress Bass2016, der in wenigen Tagen in Prag startet, verlose ich 5 x einen Full-Week-Pass (im Wert von je 90 €). Zur Teilnahme an der Verlosung reicht eine kurze E-Mail an mich (lohse -ätt- lando-music.com) mit dem Betreff „Bass2016“ (und Name und Adresse im Body, versteht sich). Einsendeschluss: 17.9.2016; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Informationen zum Workshop- und Konzert-Programm sowie den Wettbewerben findet man auf der Website: www.bass2016.eu/congress.html

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Mit dem Kontrabass in der Bahn unterwegs

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Letzte Woche reiste ich per Bahn zu einem Auftritt am anderen Ende der Republik, nach Pommern. Im Nahverkehr bin ich ja regelmäßig mit Bass unterwegs, aber bei weiteren Strecken gebe ich meistens dem Auto den Vorzug, denn zum Bass kommen ja in der Regel auch noch Verstärker und andere Dinge, die man unmöglich als Bahnreisender alleine transportieren kann.

Im Nahverkehr hatte ich bislang keine Probleme mit dem sperrigen Transportgut. Die S-Bahnen und Regionalexpress-Züge, die die Bahn im Rhein-Main-Gebiet einsetzt, haben allesamt großzügige Bereiche, die für Gepäck, Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder ausgewiesen sind – von außen erkennbar an dem großen Fahrrad-Piktogramm auf den Waggons. Die Mitnahme eines Fahrrads ist bei uns im Preis explizit inbegriffen, allerdings sind die Fahrpreise hier vergleichsweise hoch; in den meisten deutschen und europäische Metropolen ist man günstiger unterwegs. Mit Fahrrad wird man aber dennoch von anderen Fahrgästen recht oft angepöbelt – ein Fahrrad im Zug ist aus welchen Gründen auch immer ziemlich provokant. Mit Kontrabass ist mir das aber noch nicht passiert; zumindest im Frankfurter Nahverkehr scheint er ein Sympathieträger zu sein.

Ganz anders sieht es im Fernverkehr aus. In den ICEs der Deutschen Bahn gibt es keine Gepäckabteile, und auch sonst fehlt es an Raum für Gepäck. Die Mitnahme von Fahrrädern ist generell untersagt, und Kinderwagen müssen zusammengeklappt werden. Da wundert es nicht, dass Kontrabässe nicht gern gesehen sind – obwohl sie eigentlich erlaubt sind. Die Bahn unterscheidet in ihren Beförderungsbestimmungen zwischen Handgepäck und Traglasten. Als Handgepäck gelten leicht tragbare Gegenstände, die unter bzw. über dem Sitz untergebracht werden können. In diese Kategorie fällt ein Kontrabass nicht – er ist eine sogenannte Traglast:

„Neben Handgepäck darf der Reisende ein Stück Traglast mit sich führen. Traglasten sind Gegenstände, die – ohne Handgepäck zu sein – von einer Person getragen werden können. Gegenstände, die andere Reisende behindern, belästigen oder Schäden verursachen können, dürfen nicht mitgenommen werden. Die Beaufsichtigung obliegt dem Reisenden.“

Soweit die Theorie. In der Praxis machen Kontrabassisten aber ganz unterschiedliche Erfahrungen mit der Umsetzung der Gepäck-Regeln durch das Bahnpersonal. Auf meiner letzten Reise im ICE hatte ich auf dem Hinweg Glück: der Zug war recht leer, und das Flightcase (Bass mit abnehmbarem Hals) parkte im Bereich des Übergangs von den Abteilen zum Großraumwagen, wo der Durchgang etwas breiter ist.

Bei der Rückreise hingegen war der Zug voll. Ich parkte das Flightcase zunächst im Gang vor meinem Abteil-Sitzplatz, was die Schaffnerin aber nicht gestatten wollte. Sie pochte auf freie Fluchtwege. Da fast überall, wo etwas mehr Platz war, bereits Fahrgäste ohne Reservierung campierten, wurde es dann doch noch schwierig, einen Platz für den Bass zu finden. Schließlich durfte ich den Koffer im Eingangsbereich vor den Außentüren ablegen – flach, damit er nicht wegrollt. Mit einem Kontrabass in Tasche hätte ich mich das nicht getraut.

Fazit: Man darf den Bass als Traglast zwar eigentlich mitnehmen, aber wenn der Zug voll ist, hat man ein Problem, einen geduldeten Platz zu finden. Die Zugbegleiter sind dafür verantwortlich, dass Fluchtwege frei bleiben, und lassen sich nicht unbedingt davon beeindrucken, wenn man ihnen aus den Beförderungsrichtlinien für Traglasten vorliest, dass die Kontrabassmitnahme erlaubt ist.

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„Na, vielleicht doch besser Blockflöte gelernt?!“

Heute morgen passierte es wieder – und jeder Bassist kennt das sicher aus eigener Erfahrung: Ich schleppte einen Bass vom Bahnhof herüber in den Laden, leider ausnahmsweise ohne Bassbuggie (ohne den ich ja sonst eigentlich nicht aus dem Haus gehe). ich hatte noch keine drei Schritte getan, da schallte es mir bereits wahnsinnig originell entgegen:

Na, da hätteste doch lieber Blockflöte gelernt!

Eine passende Antwort auf diesen Spruch sollte eigentlich in unser bassistisches Grundrepertoire gehören. Deswegen heute mal eine kleine Umfrage: Was erwidert ihr für gewöhnlich bei dieser Gelegenheit?  Vorschläge bitte ins Kommentarfeld!


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