Fragebogen: Hervé Jeanne

Kaum ein anderer Jazz-Kontrabassist dürfte einem momentan häufiger in Funk und Fernsehen begegnen als Hervé Jeanne, denn die Popularität von Roger Cicero und seiner Band ist ungebrochen. Damit nicht genug: Hervé Jeanne ist obendrein aktiv als Autor für den Bass Professor, Macher der Saitenmatrix, und seit kurzem auch Familienvater.
Mit der Roger Cicero-Band weilte Bassist Hervé Jeanne Anfang Februar wieder in Frankfurt, wo die Band drei ausverkaufte Konzerte (vor kreischenden Girlies …) in der Alten Oper gab. Bei dieser Gelegenheit bat ich ihn, den Kontrabassblog-Fragebogen auszufüllen. Here we go:

– Welche CD steckt gerade in deiner Stereoanlage?
Richard Bona „Tiki“ – aber in Zeiten von MP3 Player und iTunes ist der CD-Player nicht mehr sooo relevant …
– Welche(n) Bassisten hörst Du am liebsten?
Ray Brown, NHØP, Gary Peacock, Paul Chambers, Ben Wolfe, Christian Mc Bride und viele andere.
– Welcher Bassist hat Dich am meisten beeinflusst?
NHØP in den ersten Jahren. Als ich anfing Darmsaiten (oder eher Naturseidensaiten, also Velvet) zu spielen, habe ich mich zunehmend für andere Bassisten und andere Herangehensweisen interessiert.
– Welche CD würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen?
Schwere Frage, vielleicht Keith Jarrett Live at the Blue Note (6 CD Box) oder Oscar Peterson und NHØP „Digital at Montreux“.
– Wer ist Dein Lieblingskomponist?
Ganz schwere Frage. Es gibt ganz viele geniale Kompositionen in den verschiedensten Musikgattungen, und es fällt mir schwer, einen Komponisten als Lieblingskomponist zu bezeichnen.
– Was übst Du gerade auf dem Bass?
Ich versuche, das Tour-Programm von Roger Cicero auswendig zu spielen …
– Wie bist Du zum Bassspielen gekommen?
Ich merkte, dass Bassisten immer gefragt sind, kaufte einen E-Bass und versprach mir davon, schnell in einer Band spielen zu können.
– Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten Auftritt als Kontrabassist?
Ich bin mir nicht ganz sicher, glaube aber, dass es 1992 mit einem Quartett im „Gig“ in Hannover war.
– Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Instrument?
Mein erstes Intrument war eine Blockflöte. Mein erster Kontrabass war ein einfacher Sperrholz-Bass, den ich bald wieder verkaufte, weil ich einen sehr günstigen alten Vollholz Bass entdeckte (700 DM). Den habe ich mittlerweile aber auch wieder verkauft.
– Welches war dein bisher wichtigstes Konzert (oder Plattenaufnahme)?
Der Grand Prix in Helsinki mit Roger Cicero 😉 – Nein, das war zwar etwas ganz besonderes, und es war interessant dabei zu sein, aber trotzdem nicht das wichtigste Konzert. Ich finde jedes Konzert wichtig, bei dem der Funke überspringt, und man mit der Musik etwas erzählt – sowohl zwischen den Musikern als auch dem Publikum.
– Welche Schule kaufen Deine Schüler?
Ich habe nur einen Schüler, der ein mal im Jahr kommt. Ich schreibe ihm selbst auf, was er üben soll …
– Welche Eigenschaft ist für einen Bassisten am wichtigsten?
Zuverlässigkeit.
– Was für ein Instrument spielst Du (Bass, Saiten, ggfs. Tonabnehmer)?
Auf Tour spiele ich einen 3/4 Otto Rubner von 1960 und „zu Hause“ (also für Jazz-Gigs oder im Studio) spiele ich einen neuen 7/8 Bass aus Ungarn. Beide Bässe sind mit Velvet Garbo Saiten und Balsereit Pickup bestückt.
– Hast Du Deinem Bass einen Kosenamen gegeben?
Nein.

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