… kam ich ziemlich verspätet und durchnässt an. Wegen der Stärke des Unwetters konnte ich nicht rechtzeitig aufbrechen, und dann fuhr mir noch jemand hinten auf mein Auto, als ich an einer unübersichtlichen Kreuzung (ausgefallene Ampel und Feuerwehreinsatz) wegen einer Radfahrerin bremsen musste. (Die Polizei war zwar schon da, konnte sich aber nicht um uns kümmern … das dauerte also etwas.)
Auf der Bühne hatte ich dann auch kaum Gelegenheit, zu trocknen: der Schweiß lief nur so in Strömen. Beim Kontrabassspielen hat das zur Folge, dass sich die Saiten bald stumpf anfühlen und das ziemlich auf die Finger geht. Das ist dann so ähnlich wie beim Wandern in nassen Schuhen: auch durchtrainiert bekommt die Haut ruck-zuck Blasen und wunde Stellen. Und auch die unlackierte Halsrückseite fühlt sich durch die Feuchtigkeit bald an wie Sandpapier.
Ein altes Hausmittel half mir aber über den Abend: Hirschtalg. Dieses Fett ist quasi das Gegenteil von Kolophonium – es macht die Fingerkuppen geschmeidig, ohne zu kleben. Natürlich fühlen sich die Saiten dann etwas „fettig“ an, und an Streichen ist dann auch nicht zu denken, wenn man wie ich ziemlich nah an der Strichstelle pizzt. Aber es ist eine prima Prophylaxe gegen Blasen an den Fingern, und lässt sich auch wieder einfach von den Saiten wischen (wenn man es besonders gründlich mag, mit etwas Alkohol).
Die Holz der Halsrückseite, dessen Poren sich durch die Feuchtigkeit öffnen, bekommt man auch zwischendurch schnell mit etwas feinem Schleißvlies wieder hautsympatisch glatt. Schleifvlies bekommt man im Baumarkt und hat gegenüber Stahlwolle den Vorteil, dass man es einfacher in der Kontrabasstasche mitführen kann, da es nicht so zerbröselt.

Spruce Duce, ein Schlagzeug-Roboter, den sich Keyboarder Steve Averill aus Holz und Modellbau-Motoren bastelte, ist im Vergleich zum geigespielenden Roboter von Toyota eigentlich Low-Tech. Das Ergebnis kann sich aber durchaus sehen bzw. hören lassen: Video auf YouTube
LED-Lampen sind hell, klein und brauchen nur selten neue Batterien. Auf dem Fahrad habe ich sie deswegen schon längst schätzen gelernt. Auch für Notenpultleuchten eignen sie sich prima, denn man kann sie mal eben schnell an den Notenständer klemmen, wenn es dunkel wird, ohne erst eine Steckdose und Verlängerungskabel ausfindig machen zu müssen.
Die als Notenpultleuchten von K+M angebotenen „Mighty Bright“-Lampen machen sich aber auch in der Werkstatt nützlich: sie sind gerade noch schlank genug, um durch die ƒ-Löcher eines Kontrabasses zu passen. So kann man mit ihnen den Korpus ausleuchten, wenn man etwas untersuchen oder reparieren möchte, oder der Stimmstock aufgestellt werden soll. Die Klammer, mit der die Lampe eigentlich am Notenständer angeklemmt wird, hakt sich dabei schon im ƒ-Loch ein, so dass die Lampe nicht versehentlich in den Bass fallen kann. Durch die beiden flexiblen Schwanenhälse kann man die Lichtquellen so ausrichten, dass der Schattenwurf minimiert wird.

(Der Bass ist übrigens mein Pickup-Testbass – deswegen das Kabelgewirr im Hintergrund …)
Die klanglichen Eigenschaften von Stegschrauben ist ein oft diskutiertes Thema im Bassbau. Sie sind schon sehr praktisch, aber schaden sie vielleicht dem Klang mehr als sie der Bespielbarkeit nützen? Oder wiegt die stets optimale Saitenlage etwaige Dämpfungseffekte klanglich wieder auf? Welche Schrauben sind die besten? In Amerika, wo die Stegschrauben in den 1930ern erstmals auch im Bassbau verwendet wurden, findet man sie heute auf fast jedem Bass. Hierzulande ist man da aber etwas zurückhaltender – wohl auch aufgrund konstanterer klimatischer Bedingungen.
Andrew Brown hat sich vor einigen Jahren einmal die Arbeit gemacht, und Stellschrauben aus verschiedenen Materialien mit wissenschaftlicher Akribie untersucht. Sein Ergebnis: leichte Schrauben aus Holz und Aluminium haben tatsächlich weniger Auswirkung auf den Klang als schwerere aus Messing.
Stellschrauben zur Höhenverstellung unterscheiden sich nicht nur im Material, sondern auch in Design und Konstruktion. Die Patentmechaniken von Franz Moser, quasi der Mercedes unter den Stegschrauben, sind mit ihrem kugelförmigen Gelenk und Feingewinde natürlich sehr leichtgängig. Einfache Aluminiumschrauben, die direkt in ein ins Holz geschnittenes Gewinde geschraubt werden, sind zwar sehr leicht und von geringer Dämpfung, aber unter der Last der gestimmten Saiten zunächst sehr schwergängig. Aber hier kann man mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen. Ein einfaches Hausmittel ist Kerzenwachs oder Graphit (Bleistift), mit dem man das Alugewinde einreibt. Die Auflageflächen der Schraube, auf denen der Steg steht, kann man ebenfalls mit einem weichen Bleistift einreiben, um hier für weniger Reibung zu sorgen.
Noch weiter reduzieren lässt sie die Reibung, wenn man zwischen Schraube und Stegfuß (oder Stegoberteil – das kommt darauf an, wie herum die Schrauben eingebaut sind) eine Unterlegscheibe legt.
Um das Gewinde noch leichtgängiger zu machen, gibt es aber noch einen weiteren Trick: im Baumarkt bekommt man hauchdünnes Teflon-Band, das im Sanitärbereich das traditionelle Hanf zum Dichten von Wasseranschlüssen abgelöst hat. Dieses Teflonband wickelt man um das Gewinde: es schmiegt sich eng an, und macht es gleitfähiger.

Der renommierte dänische Mikrofon-Spezialist DPA bietet in seiner 4099-Serie auch ein für Kontrabass optimiertes Anklemm-Mikrofon an.
Die Modelle der 4099-Serie sind Mikrofone mit individuellen Halterungen für unterschiedliche Instrumente, die alle in Dänemark von Hand gefertigt werden. Das Modell für Kontrabass kommt mit einer Gummi-Halterung, die an die Saiten zwischen Steg und Saitenhalter (engl.: afterlength) geklemmt wird. In dieses Gummiteil wird der Schwanenhals, an dem das Mikro befestigt ist, hineingesteckt. Mikro und Schwanenhals sind erstaunlich leicht. Das mit der Kapsel fest verbundene Kabel hat einen winzigen Stecker, der in einen XLR-Adapter gesteckt wird. Über diesen muss es – wie alle Kondensator-Mikros – zum Betrieb phantomgespeist werden.
Dank Supernieren-Charakteristik ist das 4099B im Vergleich zu anderen Mikros ziemlich rückkoppelungsfest. Außerdem verarbeiten die Mikros extreme Schalldruckpegel – beide Eigenschaften lassen das Mikro auch für den Einsatz als Live-Mikro auf der Bühne eine gute Figur machen.
Im Praxistest erweist sich die Befestigung des Mikros tatsächlich als so einfach, wie es die Hersteller-Bilder suggerieren. Das Gummiteil wird einfach eingeklemmt – fertig. Um den Sweet Spot (die beste Stelle zur Abnehme des Klangs) zu finden, kann man es auf den Saiten verschieben, und so einen recht weiten Bereich um den den Steg herum abdecken. Es gibt auch keine scharfen Kanten und Ecken, mit denen man den Lack zerkratzen könnte – auch das erleichtert die Handhabung. Leider kann das Gummiteil nicht alle Resonanzen von afterlength und Saitenhalter dämpfen; so übertragt sich auch Körperschall vom Bass auf die filigran am Schwanenhals aufgehängte Mikrokapsel. Inwieweit das stört oder tolerabel ist, kommt dann (wie immer …) auf das Instrument und die Raumakustik an.
Der Bassist Chris Minh Doky, der auch auf der Verpackung abgebildet ist, benutzte das 4099B übrigens schon, bevor die Gummihalterung auf den Markt kam – er bohrte einfach unterhalb des Herzens ein Loch in den Steg, und steckte den Schwanenhals dort hinein.
erhältlich bei www.kontrabass-atelier.de
Manchmal sind es gerade die kleine Dinge, die das (Bassisten-) Leben einfacher machen. Die LANDO Tonabnehmer-Befestigungsschelle gehört bei mir jedenfalls zu diesen Dingen. Mit ihr lassen sich 1/2″-Klinkenbuchsen mit wenigen Handgriffen am Saitenhalter anbringen – oder auch wieder abmontieren. Sie wird aus schwarzem Kunststoff hergestellt und wiegt nur wenige Gramm. Zwei Unterlegscheiben aus Weichplastik sorgen dafür, das nichts klappert und dämpfen den Tonabnehmer gegen Resonanzen vom Saitenhalter ab.
www.kontrabass-atelier.de


Wer nur gelegentlich und ungeübt den klassischen, S-förmigen Stimmstocksetzer in die Hand nimmt, für den ist das Einsetzen eines umgefallenen Stimmstocks eine fummelige Herausforderung. Der Gemini Soundpost Setter kann hier Abhilfe schaffen: der Stimmstock wird mit einer Nylonschnur in der Führungshülse festgehalten. So lässt er sich einfacher an Ort und Stelle bugsieren, ohne dass er sich unbeabsichtigt vom Werkzeug löst. Steht der Stimmstock richtig, wird die Nylonschnur von außen gelöst und das Werkzeug entnommen.
„Jazz Bass Artists of the 1950s“
ist der Titel eines gerade in englischer Sprache erschienen Buches über Jazzbassisten.
Anders als der Titel vermuten lässt, beschränkt sich der Autor Dave Hunt dabei nicht streng auf die Nachkriegsdekade. Allerdings nahmen die Karrieren einiger der wichtigsten und herausragensten Jazzbassisten in diesen Jahren ihren Anfang, so dass diese Epoche nicht zu Unrecht der Ausgangspunkt seiner Betrachtungen ist. Hunt geht sehr systematisch vor: in einer Timeline werden wichtige biografische Stationen eines Bassisten in Stichworten zusammengefasst. Seine Artikel lockert er durch zahlreine Randbemerkungen, Querverweise und Anekdoten auf. Den Abschluss eines Kapitels bilden die kommentierten Hör-Vorschläge des Autors.
Dave Hunt kann dabei auf einen reichen Schatz an Wissen und Erinnerungen zurückgreifen. Viele der Bassisten, über die er schreibt, hat er selbst live erlebt, und über Jahrzehnte viele Quellen und Aufnahmen gesammelt und archiviert. Durch den systematische Ansatz und die Akribie des Autors ist das Buch ein hervorragendes Nachschlagewerk, liest sich bisweilen aber etwas sperrig. Ein Fachbuch für Freaks also – ein am Thema Jazzbass nicht oder nur oberflächlich Interessierter wird es sicher nach wenigen Minuten aus der Hand legen. Überraschenderweise ist Hunt aber selbst nicht Bassist, sondern Schlagzeuger. (Und wenn er nicht gerade Jazz hört, beschäftigt er sich auch gerne mit dem amerikanischen Bürgerkrieg sowie deutschen Panzern und Flugzeugen des 2. Weltkrieges, wie der Klappentext verrät.)
Beim Cover-Layout des Buches hat der Verlag leider daneben gegriffen: ein Buch über den Jazz der 1950er Jahre im 70er-Jahre-Retro-Design? Oje, welch ein gestalterischer Fauxpas. Auch wäre im Offsetdruck aus den Abbildungen sicher mehr herauszuholen gewesen, als dies im verwendeten digitalen Laserdruck der Fall ist. Auch die Lesbarkeit des Textes leidet zum Teil unter der (völlig überflüssigen) Rasterung der Schrift. Aber für einen Preis von 20 € sollte man da fairerweise nicht zu anspruchsvoll sein.
Viel Zeit zum Herumschlendern auf der Messe habe ich in der Regel gar nicht, da ich ja selbst dort ausstelle. Außer den neuen Produkten, die wir selbst dort vorgestellt haben (z. B. die Presto Jazzicato Tungsten, Michael Schäfers Micro-DI und ANS-Tonabnehmer für Geige, Cello und Gitarre, oder die neuen Concord Bogenetuis) sind mir denoch zwei interessante neue Produkte für Kontrabass „in die Hände gefallen“: der Kontrabass-Ständer von Robert Foede, sowie der neue „Soundclip“-Tonabnehmer von David Gage. Mehr zu diesen Dingen berichte in Kürze, wenn ich Zeit hatte, mich etwas näher mit ihnen zu beschäftigen.
Neben den vielen Begegnungen und Gesprächen, die eine Messe so interessant machen, gibt es dort natürlich auch immer etwas kuriose Gestalten. Und auch unerfreuliche Geschichten: Am Donnerstag bekam ich den Anruf einer mir unbekannten Frau, die irgendetwas von einem Sopran-Saxophon erzählte. Ich verstand leider nicht ansatzweise, was sie von mir wollte. Ein ähnlicher Anruf ging zuvor schon in unserem Büro ein, wie ich später erfuhr. Am Freitag kamen dann zwei Damen, ebenfalls Aussteller, mit meiner Visitenkarte in der Hand zu uns an den Stand. Sie fragten nach mir, und machten dann lange Gesichter, als ich mich als der Gesuchte zu erkennen gab. Denn sie hatten am Tag zuvor jemandem, der sich mit meiner Visitenkarte als meine Person ausgab, ein Sopran-Saxophon mitgegeben und dann weder das Instrument noch diese Person wieder gesehen. Zum Glück sahen die beiden Damen rasch ein, dass ich mit der Sache nichts zu tun hatte – meine Karten lagen ja für jedermann zur Mitnahme am Stand aus und eine Ähnlichkeit zwischen mir und dem Betrüger war offenbar auch nicht gegeben …
David Gage und Ned Steinberger haben den „Realist“ Tonabnehmer für Kontrabass überarbeitet und eine neue Version auf den Markt gebracht: den Realist Wood.
Das Sandwich aus Kupferfolie, in das die beiden Piezo-Sensoren eingebettet sind, ist gegenüber dem Original-Realist auf die Größe von rund 1 x 1 cm verkleinert worden, und in ein dünnes, flexibles Holzplättchen mit passender Aussparung eingeklebt. Der Vorteil des Holzstreifens: die beiden runden Piezo-Plättchen können sich nun nicht mehr in der Decke abdrücken (was beim Original-Realist bisweilen vorkommt).
Der Klang des Realist Wood ist gegenüber des Original-Realist etwas mittenbetonter und weniger dunkel, aber auch komprimimierter. Für Bässe, auf denen der Original-Realist bislang zu undefiniert und dumpf klang, könnte der Realist Wood somit eine geeignete Alternative darstellen.
Erhältlich bei www.kontrabass-atelier.de
Vom Titel eigentlich kein Kontrabass-Thema, aber sicherlich dennoch interessant. Nicht zuletzt, weil der eine oder andere ja auch E-Bass spielt.
„Die meisten E-Gitarristen/E-Bassisten wissen relativ wenig über ihr Instrument. Sie wünschen sich ihren Traumsound, aber sie rätseln herum, wie sie ihn erhalten können. Oft geben sie beim Kauf unnötig Geld aus. Außerdem haben sie häufig mit störenden Nebengeräuschen zu kämpfen. Die von Händlern und Zeitschriften verbreiteten Informationen sind selten neutral. Es herrscht ein Mangel an sachlicher Verbraucheraufklärung. Dieses Seminar will die Lücke schließen.
Themenschwerpunkte:
● Vorstellung der bekanntesten Modelle, geschichtliche Entwicklung von den Anfängen bis heute, mit vielen Dias
● Typische Soundbeispiele (von CD und direkt)
● Vorführung verschiedener Modelle
● Erklärung der Funktionsweise von Tonabnehmern, Bedienungselementen, Verstärkern, Effektgeräten usw., Einfluss des Kabels.
● Möglichkeiten zur Klangverbesserung und zur Beseitigung von Störgeräuschen.
● Tipps für den Kauf
● Viel Zeit für Beantwortung von Fragen der Teilnehmer
Jeder Teilnehmer sollte seine eigenen Instrumente mitbringen, damit wir sie gemeinsam begutachten können.“
Freies Musikzentrum, Ismaninger Str. 29, 81675 München, el. (089) 414247-0.
www.freies-musikzentrum.de, siehe unter „Jazz“, Kurs Nr. J042. Kosten: 72 Euro
Leitung: Helmuth Lemme, Autor zahlreicher Fachbücher, Betreiber der Webseite www.gitarrenelektronik.de
Bei Aldi (Süd) gab es letzte Woche für knapp 10 € eine Bügel-Stehhilfe im wöchentlichen Aktions-Angebot, die einen recht stabilen Eindruck macht. Die maximal mögliche Höhe der Sitzfläche ist für meine Körpergröße auch noch hinreichend angenehm, so dass diese Stehhilfe durchaus für Kontrabass geeignet ist. Etwas störend erscheinen mir allerdings die klappernden Sicherungsbügel, die man aber ja vielleicht noch entfernen kann.
Ein oft unbeachteter Bestandteil eines Kontrabasses ist der Saitenhalter. Traditionell wird er aus Ebenholz oder einem Hartholz (Birne, Buche, Ahorn – was halt so rumliegt …) hergestellt. Auch Palisander (Rosewood) oder Buchsbaum (Boxwood) finden Verwendung. Saitenhalter aus Ebenholz sind teurer als solche aus schwarz lackiertem Hartholz – aber nicht in jedem Fall besser. Denn das Gewicht des Saitenhalters spielt eine dämpfende Rolle für die Saiten unterhalb des Steges – und die können den Klang des Basses durchaus signifikant beeinflussen. Manche Bässe klingen mit schwerem, andere mit einem leichten Saitenhalter besser. Zum Glück kann man das leicht ausprobieren – kaum etwas lässt sich am Kontrabass so einfach austauschen wie ein Saitenhalter.
Neben Saitenhaltern aus verschiedenen Hölzern gibt es aber auch solche aus Kunststoff (Wittner) und Aluminium (mit Feinstimmern; vom Saitenhersteller Thomastik). Die Feinstimmer sind übrigens nicht zu verwechseln mit den verschiebbaren Reitern eines „stimmbaren“ Saitenhalters (siehe nebenstehende Abb.). Diese haben die Aufgabe, die Saiten unterhalb des Steges zueinander und zur leeren Saite zu stimmen, um damit Interferenzen zu minimieren und damit u. U. Wolftöne zu zähmen.
Neben dem Material (und damit dem Gewicht) kann aber auch die Form des Saitenhalters den Klang beeinflussen: beim klassischen Saitenhalter werden die Saiten unterhalb des Steges parallel weitergeführt. Dabei liegen die Befestigungspunkte der Saiten außerhalb der Kraftwege, wodurch der Saitenhalter – besonders durch den Zug der äußeren Saiten – seitwärts gedrückt wird. Diese Kraft kann sich hemmend auf die Saitenschwingungen auswirken. Schon bei alten Gamben verwendete man (deswegen?) Saitenhalter, die den Saitenzug auf den Untersattel zentriert fortführen. Heute verwendet Heiner Windelband diese Form auf allen seinen Bässen.
Das Prinzip des zentrierten Saitenzugs greift auch der Marvin Saitenhalter auf. Eigentlich kann man hier kaum noch von einem Saitenhalter sprechen, denn die Saiten werden einzeln in Stahltseile eingehängt und quasi nur verlängert – weniger Masse geht kaum. Weil das so ungewohnt aussieht, wird eine Saitenhalter-Atrappe aus Filz mitgeliefert, die man aufkleben kann. (In Deutschland beim ProBass Verlag zu haben.)
Ebenfalls sehr exotisch kommt der T-förmige Saitenhalter auf Patrick Chartons futuristisch gestalteten B21-Bass daher. „Der Kontrabass für das 21. Jahrhundert“, wie Charton ihn nennt, hat nicht nur eine interessante Form, sondern auch einen abnehmbaren und im Winkel verstellbaren Hals und einen teleskopartig verstellbaren Stimmstock (!). Der Saitenhalter wird in einen Metallstift im Unterklotz eingehängt; einen Untersattel gibt es nicht.
Ein kleines, aber wichtiges Detail ist auch die Befestigung des Saitenhalters. Früher wurden sie mit einer Darmsaite an der Stachelbirne (oder einem seperatem Einhängeknopf im Unterklotz) befestigt. Später wurde es üblich, Messingdraht dafür zu verwenden. Dieser hat jedoch den Nachteil, viel zu steif und unflexibel zu sein. Besser geeignet ist Stahlseil, dass sich mit Quetschhülsen oder speziellen schraubbaren Verbindern befestigen lässt und dem Saitenhalter ein freieres Schwingen ermöglicht. Noch praktischer sind Einhängeseile aus speziellem, dehnungsarmen Synthetik-Material. Es ist noch reißfester und flexibler als Stahlseil, lässt sich jedoch einfach verknoten.
Weitere Links: Gefederter Saitenhalter, Klangoptimierung.