Geschenktipp: Zoom H4

zoom.jpgWer noch einen Weihnachtswunsch frei hat, oder einen Musikerkollegen nett beschenken möchte, sollte sich das Zoom H4 mal genauer ansehen. Das H4 ist ein sogenannter Handy Recorder, also ein extrem kompaktes digitales Aufnahmegerät, und löste bei mir vor einigen Wochen den guten alten Mini Disc-Recorder ab. Die Metallbügel, die die speziell angeordneten eingebauten Mikrofonkapseln schützen, lassen das H4 irgendwie nach Elektroschocker aussehen – in der Hand eines CIA-Beamten würde man es bestimmt sofort für ein Folterwerkzeug halten. Aber der tatsächliche Einsatzzweck des H4 ist zum Glück ein friedlicher, und dabei überzeugt es durch unkomplizierte Bedienung, Vielseitigkeit und eine sehr gute Aufnahmequalität.
Die Aufnahmen erfolgen komprimiert (MP3) oder unkomprimiert (WAV) auf kleine SD-Speicherkarten, wie man sie aus digitalen Fotoapparaten ja bereits kennt und ggfs. sowieso schon zuhause herumliegen hat. Die Entnahme des Speicherkärtchens ist etwas fummelig, aber ein Vorteil des H4 ist, dass man es mit einem USB-Kabel direkt an den Computer anschließen kann und die Aufnahmen per Drag+Drop kopieren, speichern und auf CD brennen kann. So angeschlossen, kann man es nicht nur als Kartenleser, sondern auch als Audio-Interface verwenden, was vor allem bei Mehrspuraufnahmen Sinn machen dürfte. Die beherrscht das H4 zwar auch, aber aufgrund des wirklich sehr kleinen Displays dürfte das eine anstrengende Sache sein. Überhaupt quillt das kleine Ding über vor Funktionen: 4-Track-Aufnahmemodus, digitale Effekte, EQ, Amp-Simulation, Metronom – all das habe ich noch nicht probiert und brauche es eigentlich auch nicht. Wichtig ist mir, dass ein ganz profaner Live-Mitschnitt einer Probe oder eines Konzerts ohne großen Aufwand und in guter Qualität gelingt, und auch das anschließende Brennen auf CD ebenfalls rasch zu bewerkstelligen ist.
P.S.: Wer bereits Mac OS 10.5 Leopard benutzt, sollte beim Kauf unbedingt auf die aktuelle Firmware achten, denn nur mit ihr gibt sich das H4 auch am Mac als Kartenleser zu erkennen. Auf der Website von Zoom kann man zwar ein Update herunterladen, aber bisher ist mir das Aufspielen noch nicht gelungen, so dass ich zum Kopieren der Daten die Speicherkarte momentan entnehmen muss.

Plus:

  • unkomplizierte Bedienung bei einfachen Live-Mitschnitten
  • Aufnahmen lassen sich per Drag+Drop auf Computer sichern und brennen
  • handelübliche Batterien passen (2 x 1,5V; Netzteil-Betrieb ebenfalls möglich)
  • gute integrierte Mikros, zusätzlich Anschlussmöglichkeit für externe Signale (Klinke, XLR, sogar Phantomspeisung ist mit an Bord)
  • auch als Audio-Interface nutzbar

Minus:

  • sehr kleines Display
  • keine Akku-Ladefunktion
  • SD-Karte nur unter Mühen entnehmbar
  • hässliches Plastik-Gehäuse, dass hoffentlich haltbarer ist als es aussieht
  • kein Zeitstempel; Datum aller Dateien wird einheitlich auf 16. Sept. 2005 gesetzt

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