Werkstatt-Tipps

In der Kontrabass-Werkstatt kommt üblicherweise Warmleim (Kochenleim) zum Einsatz. Traditioneller Warmleim ist schon seit Jahrhunderten bekannt und bewährt, hat eine Reihe von Vorteilen gegenüber Industrieprodukten. Er hat aber auch einen großen Nachteil: da er nur in warmen Zustand verarbeitet werden kann und beim Erkalten rasch geliert, muss man sich beim Verleimen ziemlich sputen. Im Winter wird das Arbeiten mit Warmleim durch kalte Werkstücke zusätzlich erschwert. Wenn man die zu verleimenden Teile anwärmt, gewinnt man wertvolle Zeit, bevor der Leim anzieht. Ein loses Griffbrett kann man dazu auf die Heizung legen – bei anderen Teilen geht das aber nicht. Um den Hals anzuwärmen, benutze ich einen elektrischen „Schal“: eigentlich handelt es sich um einen Tellerwärmer, mit dem der/die geneigte Hausmann/frau am Esstisch die leeren Teller anwärmt, auf dass der Schweinebraten länger warm bleibe. Er besteht aus einer Stofftasche mit Heizdrähten und einem Stromanschluss, und hat gebraucht ein paar Euro gekostet.


Zum Aufleimen eines Griffbretts braucht man nicht nur Zwingen, sondern auch Keile und Zulagen. Im Bereich des Halsfußes sind die Oberflächen von Blättchen und Griffbrett nicht parallel, so dass eine Zwinge leicht abrutscht. Ich verwende als Zulage gerne etwas, das ich ohnehin in der Werkstatt herumliegen habe: einen Schleifklotz aus Hartgummi. Die flache Seite passt sich auf Druck etwas der Querrundung des Griffbretts an, und verrutscht deswegen kaum. Der Clou aber ist die Oberseite: sie hat einen Radius, der es erlaubt, auch bei unterschiedlichsten Bassmodellen die Zwinge immer bestmöglichst (also annähernd im rechten Winkel) zum Blättchen anzusetzen.

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