{"id":3607,"date":"2024-06-27T12:46:40","date_gmt":"2024-06-27T12:46:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/?p=3607"},"modified":"2024-08-27T09:05:21","modified_gmt":"2024-08-27T09:05:21","slug":"kontrabassbauer-max-hoyer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/?p=3607","title":{"rendered":"Kontrabassbauer Max Hoyer"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_8440-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3608\" srcset=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_8440-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_8440-375x500.jpg 375w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_8440-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_8440-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_8440-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dieser Tage habe ich mal wieder einen Kontrabass aus der Werkstatt von Max Hoyer auf der Werkbank. Max (Paul) Hoyer (*1883) stammte aus Markneukirchen und hatte seine Werkstatt ab den sp\u00e4ten 1940ern in Wehen (heute: Taunusstein-Wehen), also auf der meiner Werkstatt genau gegen\u00fcberliegenden Seite des Hohen Taunus. In Wehen hatten sich nach dem Krieg einige Instrumentenmacher aus dem westb\u00f6hmischen-vogtl\u00e4ndischen Musikwinkel neu angesiedelt. Auch in der Wehener Werkstatt des Gitarrenbauers Hopf wurden damals zahlreiche Kontrab\u00e4sse gebaut.<br \/><br \/>Die Werkstatt wurde ab 1961 von Kurt Hoyer weitergef\u00fchrt.  Ich erinnere mich an eine Begegnung mit ihm in den 1990ern, als er als Gast auf ein Konzert kam. Mit mir in der Band spielte auch ein Gitarrenbauer, der bei Hopf Geselle gewesen war. Er kannte Kurt Hoyer und stellte uns einander vor. Zu diesem Zeitpunkt war Hoyer bereits im Ruhestand, aber er \u00fcberlegte einen Moment, ob er meinen Bass wiedererkannte. Inzwischen wei\u00df ich, dass der Bass, den ich damals spielte, aus tschechischer Produktion stammt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hoyers Produktpalette war sehr breit, vermutlich hat Hoyer sehr viele B\u00e4sse gebaut. Ich habe viele einfache (Sch\u00fcler-)Instrumente kennengelernt, meist halbmassiv gebaut, aber auch tolle \u201eKonzert- und Solistenb\u00e4se\u201c, f\u00fcr die er sich auf dem Zettel r\u00fchmt. Manche seiner B\u00e4sse, ich nehme an nur die hochwertigeren, hat Hoyer mit einem Brandstempel auf dem Boden unterhalb des Bl\u00e4ttchens gekennzeichnet. Viele B\u00e4sse hat er auch an andere Geigenbauer geliefert, die sie dann unter ihrem eigenen Namen verkauften. Oft sind diese B\u00e4sse aber dennoch als Hoyer-B\u00e4sse identifizierbar, denn au\u00dfer dem Zettel des Wiederverk\u00e4ufers klebt etwas versteckt innen auf der Decke, kurz \u00fcber dem Stachelklotz, auch ein Hoyer-Zettel.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Foto sieht man einen Riss, der vom Untersattel durch den Zettel hindurch bis zum Stimmstock geht. Ursache f\u00fcr den Riss ist vermutlich ein zu passgenau sitzender Untersattel, der die Decke an dieser Stelle auseinander gedr\u00fcckt hat. Aus diesem Grund achte ich immer darauf, dass ein Untersattel nie exakt in die Aussparung der Decke passt, sondern immer auf beiden Seiten etwas Luft hat. F\u00fcr diesen halbmassiven Bass kommt die Ma\u00dfnahme allerdings zu sp\u00e4t: er bekommt jetzt erst mal ein Stimmfutter.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurt (Otto) Hoyer (*1925) f\u00fchrte die Werkstatt seines Vaters Max (Paul) Hoyer nach 1961 weiter \u2013 er verwendete sp\u00e4ter eigene Zettel, jedoch den selben (Max Hoyer) Brandstempel.<br \/>Der Name Hoyer ist im Vogtland und im Instrumentenbau recht h\u00e4ufig, er hat seinen Ursprung in der Berufsbezeichnung des Bergbau-\u201eHauers\u201c. Bereits ab 1929 war ein weiterer Kurt (Reinhardt) Hoyer als \u201eLauten- und Geigenbauer\u201c in Mannheim ans\u00e4ssig. Auch Max Hoyer hat noch einen gleichaltrigen Namensvetter in Markneukirchen, der ebenfalls Geigenbauer war.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"778\" src=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KurtHoyer-1024x778.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3651\" srcset=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KurtHoyer-1024x778.jpg 1024w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KurtHoyer-500x380.jpg 500w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KurtHoyer-768x584.jpg 768w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KurtHoyer-1536x1167.jpg 1536w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KurtHoyer-2048x1556.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Tage habe ich mal wieder einen Kontrabass aus der Werkstatt von Max Hoyer auf der Werkbank. 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