{"id":3349,"date":"2021-12-11T18:00:45","date_gmt":"2021-12-11T18:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/?p=3349"},"modified":"2021-12-11T18:02:35","modified_gmt":"2021-12-11T18:02:35","slug":"george-mraz-%e2%80%a0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/?p=3349","title":{"rendered":"George Mraz \u2020"},"content":{"rendered":"\n<p>Bereits am 9. September starb der gro\u00dfartige George Mraz. Er kam als Ji\u0159\u00ed Mr\u00e1z am 9 September 1944 in P\u00edsek (S\u00fcdb\u00f6hmen\/Tschechien) zur Welt. Durch die Radiosendungen von <em>Voice Of America<\/em> entdeckte er den Jazz: \u201eDer erste Jazz, den ich je h\u00f6rte, war Louis Armstrong, als ich etwa zw\u00f6lf Jahre alt war. Diese seltsame Stimme von Satchmo zwischen all den leichten Operetten und anderen Sachen war ein ziemlicher Schock. Wie kann er mit so einer Stimme durchkommen, dachte ich. Aber als die Sendung vorbei war, beschloss ich, dass es mir besser gefiel als alles, was ich an diesem Tag geh\u00f6rt hatte, und so begann ich, mich mit Jazz zu besch\u00e4ftigen&#8221;, erinnerte sich Mraz. \u201eUm Mitternacht kam Voice Of America f\u00fcr eine Stunde oder so \u2026 mein Radio war nicht so toll, und es war schwer, den Bass herauszuh\u00f6ren. Also h\u00f6rte ich auf alle Instrumente und wie sie zusammenspielten, anstatt mich nur auf den Bass zu konzentrieren. Ich bin wirklich von allem beeinflusst worden, was ich geh\u00f6rt habe, aber nat\u00fcrlich habe ich besonders auf Ray Brown, Scott LaFaro, Paul Chambers und Ron Carter geachtet.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bis 1966 studierte er am Prager Konservatorium Kontrabass und lebte anschlie\u00dfend f\u00fcr einige Zeit in M\u00fcnchen. In dieser Zeit ging er mit seinem Landsmann <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GCBOTLZABkk\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GCBOTLZABkk\">Jan Hammer <\/a>(\u201eMiami Vice Theme\u201c), Benny Bailey, Carmel Jones, Leo Wright, Mal Waldron und Hampton Hawes auf Tour. Nach dem Ende des Prager Fr\u00fchlings 1968 wanderte er in die USA aus, und studierte er mit einem Stipendium in Boston\/Berklee. Bereits ein Jahr sp\u00e4ter erhielt Mraz einen Anruf von Dizzy Gillespie, der ihn in seine Band holte. Nach ein paar Wochen mit Dizzy ging Mraz f\u00fcr etwa zwei Jahre mit Oscar Peterson auf Tournee, und spielte f\u00fcr die darauffolgenden sechs Jahre mit dem Thad Jones\/Mel Lewis Orchestra. In den sp\u00e4ten siebziger Jahren spielte er, inzwischen US-Staatsb\u00fcrger geworden, mit Stan Getz, dem New York Jazz Quartet, Zoot Sims, Bill Evans, John Abercrombie und \u00fcber zehn Jahre lang mit Tommy Flanagan.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf mehr als 400 Schallplatten ist George Mraz zu h\u00f6ren. Zwei davon haben mich als Kontrabass-Neuling sehr beeindruckt und gepr\u00e4gt: <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tommy Flanagan: Giant Steps<\/strong><br \/>Zusammen mit Al Foster am Schlagzeug widmeten sich Mraz und Pianist Tommy Flanagan 1982 den Kompositionen John Coltranes. Flanagan wirkte als Pianist auch schon bei Coltranes legend\u00e4rer Platte \u201eGiant Steps\u201c (rec. 1959) mit \u2013 eine Aufnahme, die bis heute wohl von jedem ernsthaften Jazzmusiker analysiert und seziert wird. Coltrane hatte seine Band erst wenige Stunden vor dem Aufnahmetermin mit seinen Kompositionen vertraut gemacht, und Flanagan macht nach Meinung vieler keine sehr gute Figur bei seinem Solo. Allerdings sollte man dazu wissen, dass Cedar Walton, der bei einem <em>Alternate Take <\/em>zu diesem Album am Klavier sa\u00df, erst gar kein Solo spielte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Oscar Peterson: Walking the Line<\/strong><br \/>1970 nahm Oscar Peterson f\u00fcr den MPS-Produzenten Brunner-Schwer zusammen mit Mraz und Drummer Ray Price das Album \u201eWalking the Line\u201c auf. Diese Trio-Besetzung mit Mraz\/Price folgte auf die Trios mit Ray Brown\/Ed Thigpen und Sam Jones\/Bobby Durham. Es existierte nur kurze Zeit und nahm zwei Alben f\u00fcr MPS auf. Oscar Peterson mochte es nicht sonderlich, wenn seine Bassisten zum Bogen griffen \u2013 durchaus nachvollziehbar, wenn man z.B. Ray Browns Gekr\u00e4chze auf <a href=\"https:\/\/music.apple.com\/de\/album\/flamingo-feat-ray-brown-herb-ellis-live\/921303003?i=921303029\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/music.apple.com\/de\/album\/flamingo-feat-ray-brown-herb-ellis-live\/921303003?i=921303029\">\u201eFlamingo\u201c <\/a> h\u00f6rt. George Mraz beherrschte allerdings auch das gestrichene Bass-Solo meisterlich, wie er auf dieser Platte bei \u201eJust Friends\u201c bewies.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1707\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/mraz1-edited-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3351\" srcset=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/mraz1-edited-scaled.jpg 1707w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/mraz1-edited-333x500.jpg 333w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/mraz1-edited-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/mraz1-edited-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/mraz1-edited-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/mraz1-edited-1365x2048.jpg 1365w\" sizes=\"auto, (max-width: 1707px) 100vw, 1707px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits am 9. 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