{"id":2568,"date":"2017-07-17T22:26:17","date_gmt":"2017-07-17T22:26:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kontrabassblog.de\/?p=2568"},"modified":"2017-07-24T08:53:55","modified_gmt":"2017-07-24T08:53:55","slug":"knickstachel-fuer-kontrabass-eine-uebersicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/?p=2568","title":{"rendered":"Knickstachel f\u00fcr Kontrabass \u2013 eine \u00dcbersicht"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/FrancoisRabbath.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-2570 size-full\" src=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/FrancoisRabbath.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"439\" \/><\/a>Im Kontrabassblog stelle ich ja regelm\u00e4\u00dfig <a href=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/?cat=7\">neue Kontrabass-Produkte<\/a> vor. Dieses Jahr waren bereits drei neue Knickstachel dabei \u2013 man kann also mit Fug und Recht von einem Trend sprechen. Anlass genug, um sich mit dem Knickstachel etwa ausf\u00fchrlicher auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Bei einem Workshop mit Francois Rabbath ist mir vor rund 25 Jahren das erste Mal ein Knickstachel begegnet. Rabbath gilt als geistiger Vater des Knickstachels, auch wenn das Prinzip schon fr\u00fcher im Instrumentenbau zur Anwendung kam. Seine Technik ist von Leichtigkeit gepr\u00e4gt, und ein Knickstachel zwar keine Voraussetzung, aber eine perfektes Hilfsmittel f\u00fcr seine Technik.<\/p>\n<p>Bereits bei einer leicht nach hinten gekippten Haltung des Basses lastet ein gro\u00dfer Teil des Gewichts auf dem Daumen der Greifhand. Der Knickstachel verlagert den Punkt, wo der Stachel auf dem Boden steht, weiter nach hinten (zum Spieler), wodurch der Gravitations-Schwerpunkt des Basses nach vorne wandert. Ein Teil des Eigengewichts des Basses entlastet nun durch die Hebelwirkung den Spieler: der Bass f\u00fchlt sich leichter an.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2569 size-full\" src=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/angled-endpin-schema.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/angled-endpin-schema.png 600w, https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/angled-endpin-schema-500x354.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Diese Wirkung verst\u00e4rkt sich bei einer st\u00e4rker nach hinten gekippten Cello-typischen Haltung weiter. Je weiter der Bass nach hinten kippt, desto bemerkbarer wird der Effekt des Knickstachels. Bei der f\u00fcr Jazz-Pizzicato \u00fcblichen fast senkrechten Haltung des Basses, bei der der Bass mit der Oberbug-Zarge am Bauch \u201egeparkt\u201c wird, ist der nach hinten verlagerte Drehpunkt des Basses hingegen etwas gew\u00f6hungsbed\u00fcrftig. Dennoch hat der Knickstachel mit Lynn Seaton und Rufus Reid auch unter den Jazzbassisten prominente Anh\u00e4nger.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Martin Wind, John Clayton, Lynn Seaton &amp; Rufus Reid - Iceland Romance by Martin Wind\" width=\"660\" height=\"371\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/CN0IDhfrejs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_2887.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2586 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_2887-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>In seiner einfachsten Ausf\u00fchrung handelt es sich bei dem Knickstachel um einen konventionellen Stahlstab-Stachel, der um 40\u201345\u00b0 abgeknickt (gebogen) wurde. Eine Fase (abgeflachte Seite) gibt der Schraube mehr Halt und hilft zu verhindern, dass sich der abgenickte Stachel in der Birne dreht. Dennoch bleibt das Drehen aufgrund der Hebelwirkung ein Problem dieses Designs. Au\u00dfer in der H\u00f6he ist ein gebogener Knickstachel nicht weiter einstellbar.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/laborie2.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-2571 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/laborie2-150x150.jpeg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Das Stachelmodell des <a href=\"http:\/\/www.christianlaborie.com\/english\/innovation.html\">franz\u00f6sische Bassbauers Christian Laborie<\/a>, das in Zusammenarbeit mit den Bassisten Fran\u00e7ois Rabbath, Nicholas Walker und Patrick Neher entstand, ist eine konsequente Weiterentwicklung der Knickstachel-Idee. Birne (Holz) und Stachel (Holz oder Carbon mit Hartgummi-Spitze) bilden hier eine feste Einheit; zur Montage wird hinter dem vorhandenen Stachelloch ein weiteres Loch in den Unterklotz gebohrt und konisch ausgerieben. Es sitzt im Abstand von 2\u20133 cm zum Boden, und nicht wie traditionell rechtwinkelig zur Zarge, sondern in einem Winkel von 40\u00b0 bis 44\u00b0. Der Laborie-Stachel, der nicht h\u00f6henverstellbar ist, wird zum Spielen direkt in den Unterklotz gesteckt und zum Transport wieder herausgenommen.<\/p>\n<p>Es erfordert schon ein wenig \u00dcberwindung, ein weiteres Loch in den Unterklotz seines Basses bohren zu lassen. Zwar l\u00e4sst sich das zweite Loch wieder ausbuchsen und retuschieren, wenn man es sich anders \u00fcberlegt. Aber es bleibt dennoch ein sichtbarer Eingriff. Eine reversible Alternative sind spezielle Holzbrettchen, die von au\u00dfen auf den Unterklotz angebracht werden und als Adapter f\u00fcr den Laborie-Stachel dienen. Hier bleiben nach einer Demontage lediglich ein paar kleinere L\u00f6cher der Befestigungsschrauben zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Auch der kanadische Bassbauer Mario Lamarre hat einen Kickstachel entwickelt, der sich ohne bleibende Ver\u00e4nderungen am Instrument montieren l\u00e4sst. Der <a href=\"http:\/\/www.lamario.ca\/lammax.php?lang=en\">Lammax-Stachel<\/a> besteht aus einem Aluminium-Rahmen und einer speziellen Birne, die verdrehsicher im Unterklotz montiert wird. Alle Winkel sind stufenlos verstellbar. Zur H\u00f6henverstellung dienen unterschiedlich lange, austauschbare Carbonst\u00e4be.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/chromaticendpin.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2573 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/chromaticendpin-150x150.jpeg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der <a href=\"https:\/\/www.chromaticproduction.com\">Chromatic Endpin<\/a>\u00a0des Bassisten Emilio Guarino ist sehr einfach zu montieren: er kommt in die vorhandene Birne und wird gegen den geraden 10-mm-Stachel ausgetauscht. Der Stachel hat an der Knickstelle ein Zahngelenk, das sich im Winkel verstellen l\u00e4sst. So ist der Chromatic Endpin in der H\u00f6he und im Winkel anpassbar. Um ein Verdrehen zu verhindern, hat der in der Birne sitzende Rundstab eine Fase.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/anzelotti_endpin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-2224 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/anzelotti_endpin-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Keinerlei Umbauten und hohe Anpassbarkeit an die ergonomischen Anforderungen des Spielers bietet der <a href=\"http:\/\/www.kontrabass-atelier.de\/teile.html#rp\">RobPin<\/a> von Rob Anzelotti.<br \/>\nWichtigstes Merkmal des RobPin ist der \u201eBottom Block Rest\u201c, der das Gewicht des Basses aufnimmt und damit Stachelbirne und Unterklotz entlastet. Einmal auf die passende Gr\u00f6\u00dfe eingestellt, wird der RobPin nur noch anstatt des konventionellen Stachels in die vorhandene Birne eingeschoben und verschraubt. Der \u201eBottom Block Rest\u201c und das Gewicht des Basses verhindern, dass sich der RobPin beim Spielen unbeabsichtigt dreht.<br \/>\nZur individuellen Einstellung der H\u00f6he stehen verschieden lange Stababschnitte zur Verf\u00fcgung. Der Winkel des Stachels kann auf 25\u00b0, 35\u00b0, oder 45\u00b0 eingestellt werden. Der RobPin eignet sich f\u00fcr alle Stachelbirnen mit Stabdurchmesser 10 mm; f\u00fcr abweichende Durchmesser sind passende Adapter lieferbar.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die neugierig geworden sind, mal einen Knickstachel zu probieren, habe ich noch einen Tipp: Beim Wechsel vom geraden Stachel zum Knickstachel habe ich mich zun\u00e4chst auf die neue Spielhaltung einstellen m\u00fcssen. Die Feinjustierung des Stachels und die neue K\u00f6rperhaltung erforderten Zeit und Aufmerksamkeit, so dass ich gar nicht so sicher war, wieviel Effekt der Knickstachel denn \u00fcberhaupt hat. \u201eAndersherum\u201c ist der Effekt sehr viel sp\u00fcrbarer: als ich den Knickstachel wieder gegen den geraden Stachel austauschte, kam es so vor, als h\u00e4tte der Bass von einer Minute auf die andere einige Kilo an Gewicht zugelegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Kontrabassblog stelle ich ja regelm\u00e4\u00dfig neue Kontrabass-Produkte vor. Dieses Jahr waren bereits drei neue Knickstachel dabei \u2013 man kann also mit Fug und Recht von einem Trend sprechen. Anlass genug, um sich mit dem Knickstachel etwa ausf\u00fchrlicher auseinanderzusetzen. Bei einem Workshop mit Francois Rabbath ist mir vor rund 25 Jahren das erste Mal ein &hellip; <a href=\"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/?p=2568\" class=\"more-link\">Read more <span class=\"screen-reader-text\">Knickstachel f\u00fcr Kontrabass \u2013 eine \u00dcbersicht<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2569,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14,7,6],"tags":[],"class_list":["post-2568","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bassbau","category-neue-produkte","category-setup-und-klangoptimierung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2568"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2568\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2589,"href":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2568\/revisions\/2589"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}