{"id":2020,"date":"2015-11-09T13:48:13","date_gmt":"2015-11-09T13:48:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kontrabassblog.de\/?p=2020"},"modified":"2015-11-09T19:14:07","modified_gmt":"2015-11-09T19:14:07","slug":"swing-gitarre-a-la-freddie-green","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/?p=2020","title":{"rendered":"Swing-Gitarre \u00e1 la Freddie Green"},"content":{"rendered":"<p>Eine Besprechung einer Gitarrenschule hier im Kontrabassblog?! Nun, viele Jazzbassisten haben mal als Gitarristen angefangen (so auch ich), und spielen nebenher auch E-Bass, der ja unumstritten eine Gitarre ist. Au\u00dferdem spielt man als Bassist ja oft mit Gitarristen, da schadet es nicht, ein wenig mitreden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Charlton Johnsons Buch <strong>\u00bbSwing &amp; Big Band Guitar\u00ab<\/strong>\u00a0(dem auch eine CD beiliegt) deckt eine kleine Nische ab, f\u00fcr die es bislang wenig Literatur gibt: die Rhythmusgitarre, das Four-to-the-Bar-Comping, wie es\u00a0Freddie Green (Gitarrist bei Count Basie) gepr\u00e4gt hat und wie man\u00a0es\u00a0vor allem in BigBands, Swing-Combos und Gypsyjazz-Bands antrifft.<\/p>\n<p>Die Rhythmusgitarre als eigenst\u00e4ndige Instrumentengattung bzw. \u00bbKunstform\u00ab neben der Solo-Gitarre \u2013\u00a0diese Unterscheidung wird heute eigentlich nur noch selten gemacht. Als Gitarrist sieht man sich heute eher als Generalist. Aber in der Gypsyjazz-Szene stehen gute Rhythmusgitarristen auch heute noch in hohem Ansehen. Und vorrangig ein guter Begleiter zu sein, der das rhythmische Fundament legt \u2013 dieser Anspruch verbindet die Rhythmusgitarristen mit uns Bassisten:<\/p>\n<blockquote><p>Bedenke: man nennt den Stil nicht etwa Harmonie- oder Akkord-Gitarre, sondern Rhythmus-Gitarre. Als Rhythmusgitarrist ist es wichtiger, eine solide rhythmische Grundlage zu schaffen, als erweiterte Harmonien beizusteuern.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wer schonmal als Gitarrist im Swing-Genre t\u00e4tig war, wei\u00df, dass man da mit den landl\u00e4ufigen Akkord-Griffbildern nicht weit kommt, wenn man den authentischen Sound von Freddie Green oder Django Reinhardts Hot Club de France anstrebt. Aber auch Gitarristen, die sich moderner orientieren und sich nicht in erster Linie als \u00bbRhythmusgitarrist\u00ab im traditionellen Sinn verstehen, k\u00f6nnen von dem Material dieses\u00a0Buches profitieren, denn es bricht das Thema Comping (Begleitung) gut strukturiert auf einige wesentliche und grundlegende Punkte herunter.<\/p>\n<p>So werden gleich als Erstes die g\u00e4ngigen Akkordgriffe auf schlagkr\u00e4ftige \u00bbRhythm Chords\u00ab eingedampft, die ausschlie\u00dflich auf den vier tiefen Saiten der Gitarre stattfinden. \u00bbChord reduction\u00ab ist das Stichwort, denn: \u00bbrhythm guitar is only concerned about triads, sixth chords, and seventh chords.\u00ab<br \/>\nBei Freddie Green, der als Gitarrist der Basie Bigband pr\u00e4gend war, spricht man bisweilen sogar von one-note-chords: die Reduktion aufs Wesentliche ging bei ihm mitunter so weit, dass nur ein Akkordton wirklich definiert h\u00f6rbar war. (Soweit geht Johnson,\u00a0der ebenfalls ein paar Jahre in der Basie Big Band spielte, aber nicht\u00a0\u2013\u00a0die dargestellten\u00a0Rhythm Chords sind dreistimmig.)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend bei den \u00bbLagerfeuer\u00ab-Akkorden der Grundton auch immer der Basston ist, ist das bei diesen vereinfachten Griffen nicht zwingend der Fall. Vielmehr bedient man sich Umkehrungen (Drop-2, Drop-3 usw.) und Umdeutungen, so dass man in jeder Lage die tiefe E-Saite in das Griffbild einbeziehen kann \u2013\u00a0ein Vorraussetzung f\u00fcr gleichm\u00e4\u00dfig swingenden Groove.<\/p>\n<p>F\u00fcr Bassisten sind diese Umkehrungen nicht ohne T\u00fccke. Wenn man unbekannte Nummern nach Geh\u00f6r mitspielt, und ab und zu einen Blick auf die das Griffbrett des Gitarrenkollegen wirft, sollte man wissen: der auf der E-Saite gegriffene Ton ist gar nicht immer der Grundton. Eine Falle f\u00fcr alle, die sich eher auf das Auge als auf das Ohr verlassen \u2026<\/p>\n<p>Der Chord Reduction steht die Chord Expansion gegen\u00fcber. So, wie auf dem Bass eine Aneinanderreihung von gebrochenen Akkorden noch keine sch\u00f6ne Walking-Bass-Linie ergibt, reicht es auf der Gitarre nicht, je ein Akkordsymbol in einen Akkordgriff umzusetzen. Richtig interessant\u00a0wird die Begleitung erst, wenn man die Akkorde geschmackvoll verbindet, denn Comping auf der Gitarre ist kein \u00bbMalen nach Zahlen\u00ab. Auch darauf\u00a0geht\u00a0Johnson am Ende des Buches ein, zeigt gebr\u00e4uchliche Patterns und erkl\u00e4rt die Strategie dahinter.<\/p>\n<p><em><strong>Swing &amp; Big Band Guitar, Charlton Johnson,<br \/>\nerschienen im Verlag\u00a0Hal Leonhard #HL00695147 (engl.)<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Besprechung einer Gitarrenschule hier im Kontrabassblog?! 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