{"id":1094,"date":"2011-12-23T12:35:06","date_gmt":"2011-12-23T12:35:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kontrabassblog.de\/?p=1094"},"modified":"2011-12-23T12:35:06","modified_gmt":"2011-12-23T12:35:06","slug":"aufruf-initiative-fur-einen-starken-jazz-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kontrabassblog.de\/?p=1094","title":{"rendered":"Aufruf: Initiative f\u00fcr einen starken Jazz in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><em>Eine Reihe von Jazzmusikern m\u00f6chten eine Reihe von Themen nach Vorne bringen und haben dazu <a href=\"http:\/\/de-de.facebook.com\/Jazzmusiker\/\">einen Aufruf gestartet<\/a>. Zum Unterschreiben schickt einfach eine Mail z.B. mit &#8220;Ich bin dabei!&#8221; an jazzmusikeraufruf -\u00e4tt- gmail -Punkt- com \u2026<\/em><\/p>\n<blockquote><p><em><\/em>DER AUFRUF:\u00a0Initiative f\u00fcr einen starken Jazz in Deutschland<\/p>\n<p>Jazz aus Deutschland ist lebendig, vielf\u00e4ltig und spannend. Er blickt auf eine jahrzehntelange Entwicklung im Land zur\u00fcck, die international gro\u00dfe und stetig wachsende Wertsch\u00e4tzung erf\u00e4hrt. Auch dank zahlreicher Musik- und Hochschulen gibt es immer mehr sehr gut ausgebildete Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker*, die genau dazu beitragen. Trotzdem f\u00fchrt Jazz eine Randexistenz und wird weder gesellschaftlich noch kulturpolitisch ausreichend anerkannt und gew\u00fcrdigt. Gleichzeitig sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen f\u00fcr Musiker auch im Vergleich zu der Situation in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern schlecht. Diese Situation wollen wir nicht l\u00e4nger hinnehmen. Jazz ist eine Kunstform. Vergleichbar zur &#8216;E-Musik&#8217; ist die \u00f6ffentliche F\u00f6rderung eine zwingende Voraussetzung, um diese \u00fcber Jahrzehnte in Deutschland gewachsene, wertvolle Musik zu sch\u00fctzen und ihr den Spielraum zu geben, sich weiter zu entwickeln. Wir ergreifen deshalb gemeinsam Initiative f\u00fcr einen starken Jazz in Deutschland.<\/p>\n<p>Im Bereich des Jazz gibt es wirksame \u00fcberregionale Zusammenschl\u00fcsse beispielsweise von Veranstaltern und Plattenlabels. Den Musikern fehlt eine solche zugkr\u00e4ftige, \u00fcbergreifende und handlungsf\u00e4hige Vereinigung, mit einer Stimme, die geh\u00f6rt und wahrgenommen wird. Solch eine Musikervereinigung ist jedoch eine der wichtigsten Vorraussetzungen, wenn die Probleme erkannt und benannt, L\u00f6sungen gefunden und umgesetzt werden sollen. In der Kulturpolitik w\u00e4chst derzeit das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Jazz. Wir Musiker m\u00fcssen uns jetzt als zentrale Ansprechpartner zu Wort melden. Alle Bereiche des Jazz, der Szene und des Marktes werden durch solch eine Initiative belebt. Die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) wurde 1973 mit einem \u00e4hnlichen Ziel gegr\u00fcndet. Allerdings kann sie den Anforderungen derzeit nicht mehr gerecht werden. Aus diesem Grund braucht es eine St\u00e4rkung der UDJ durch eine neue Generation von engagierten Mitgliedern. Als diese wollen wir uns gemeinsam f\u00fcr die folgenden Ziele einsetzen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n1. Grundsicherung f\u00fcr Musiker<\/p>\n<p>\u00a7 Die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) sollte einen Konzert-Mindestlohn pro Musiker sowie einen Mindestsatz f\u00fcr Unterrichtsstunden empfehlen.<br \/>\n\u00a7 Veranstalter, die \u00f6ffentlich gef\u00f6rdert werden, m\u00fcssen feste Gagenh\u00f6hen einhalten.<br \/>\n\u00a7 Dar\u00fcber hinaus ist es die Aufgabe der UDJ, weitere Mindeststandards zu definieren und bekannt zu machen.<br \/>\n\u00a7 Jede Stadt und Kommune sollte sicherstellen, dass ausreichend Prober\u00e4ume zur Verf\u00fcgung stehen und diese erschwinglich sind.<br \/>\n\u00a7 Wir brauchen eine starke K\u00fcnstlersozialkasse (KSK), die von der Politik nicht auf den Pr\u00fcfstand gestellt, sondern ausgebaut wird. Sie bietet selbst\u00e4ndigen K\u00fcnstlern und Publizisten sozialen Schutz in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung und ist damit zu einem unabdingbaren Element der sozialen Sicherung geworden.<br \/>\n\u00a7 Die KSK muss um eine erschwingliche Rechtsschutzversicherung erweitert werden.<\/p>\n<p>2. Spielst\u00e4tten<\/p>\n<p>\u00a7 Deutschland verf\u00fcgt \u00fcber 84 \u00f6ffentlich gef\u00f6rderte Opern- und Konzerth\u00e4user in 81 St\u00e4dten. Es sollte ebenso viele \u00f6ffentlich gef\u00f6rderte Spielst\u00e4tten des Jazz und der improvisierten Musik geben.<br \/>\n\u00a7 Unter diesen Spielst\u00e4tten muss es mindestens vier feste, voll ausfinanzierte Jazzh\u00e4user geben, die nach dem Vorbild des Bimhuis in Amsterdam durch die Kombination von Konzertb\u00fchnen, Prober\u00e4umen und Studios zu Zentren des Jazz werden.<br \/>\n\u00a7 Jazz aus Deutschland muss im Haupt- und Nebenprogramm der deutschen Festivalb\u00fchnen deutlich pr\u00e4senter werden.<br \/>\n\u00a7 Jazzmusiker m\u00fcssen einen professionellen Standard in Bezug auf Fahrtkosten und Unterbringung erwarten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>3. \u00d6ffentliche Institutionen<\/p>\n<p>\u00a7 Wir fordern die \u00d6ffnung von \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten Einrichtungen f\u00fcr Jazz und improvisierte Musik, insbesondere von Opern- und Konzerth\u00e4usern.<br \/>\n\u00a7 Es bedarf einer Kooperation zwischen Jazzclubs\/Jazzinitiativen, Opern- und Konzerth\u00e4usern, Theatern, Museen und staatlich gef\u00f6rderten Projekten der Alternativkultur bei der \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Werbung.<br \/>\n\u00a7 Jazz muss in den unterschiedlichsten Sendern und Formaten des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks rund um die Uhr einen gr\u00f6\u00dferen Stellenwert bekommen.<\/p>\n<p>4. Exportf\u00f6rderung<\/p>\n<p>\u00a7 In den wichtigen internationalen Metropolen muss Jazz aus Deutschland mit Schwerpunkten vorgestellt werden (vgl. British Music Week, Copenhagen Jazz Festival oder Jazz D\u2019Or in Berlin).<br \/>\n\u00a7 Jazz braucht ein unb\u00fcrokratisches und schnelles Exportf\u00f6rderungsprogramm, vergleichbar dem europ\u00e4ischer Nachbarl\u00e4nder, die bereits jetzt ihren Musikern Fahrtkosten- und Unterbringungszusch\u00fcsse zahlen.<br \/>\n\u00a7 Das Goethe-Institut ist ein wichtiger und sinnvoller Partner. Es muss seine Aufgabe zur Bewerbung des Jazz und der improvisierten Musik in der Welt in Zukunft noch besser wahrnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>5. Bildung<\/p>\n<p>\u00a7 Jazz und improvisierte Musik haben als Kulturform einen einzigartigen p\u00e4dagogischen Nutzen und m\u00fcssen deshalb fester Bestandteil der Lehrpl\u00e4ne in den Schulen sein.<br \/>\n\u00a7 Jazzmusiker sollten in Kindergarten und Schule einbezogen werden u.a. \u00fcber Workshops f\u00fcr Kinder zu Jazz und improvisierter Musik.<br \/>\n\u00a7 Jazzclubs und andere Spielst\u00e4tten sollten Kinder- und Sch\u00fclerkonzerte veranstalten.<\/p>\n<p>6. Vertretung der UDJ in Institutionen<\/p>\n<p>\u00a7 Es muss eine Aufgabe der UDJ sein, \u00fcber gew\u00e4hlte Vertreter in den relevanten Gremien, die \u00fcber F\u00f6rdermittel oder Rahmenbedingungen entscheiden, die Stimme der Jazzmusiker kompetent einzubringen. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise GEMA, KSK, HKF, Initiative Musik, Goethe-Institut oder die Lotto-Stiftung.<br \/>\n\u00a7 Der Albert-Mangelsdorff-Preis als Preis der UDJ muss gest\u00e4rkt werden. Er und die durch ihn geehrten Musiker verdienen sehr viel mehr Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Wir werden eine Union Deutscher Jazzmusiker unterst\u00fctzen, die sich diesen Zielen verschreibt und sich grundlegend neu aufstellt, um diese Ziele auch erreichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Berlin, im Dezember 2011<\/p>\n<p>Erstunterzeichner<br \/>\nJulia H\u00fclsmann, Felix Falk, Philipp Gropper, Uli Kempendorff, Christian Lillinger, Johannes Lauer, Marc Schmolling, Angelika Niescier, Marc Muellbauer, Sascha Henkel, Uwe Steinmetz, Almut K\u00fchne, Jonas Pirzer, Benjamin Sch\u00e4fer, Nils Landgren, Ernst Bier, Henning Sieverts, Tom Arthurs, Tim Allhoff, Peter Weniger, Heinrich K\u00f6bberling, Detlev Beier, Werner Neumann, Klaus Heidenreich, Olaf Rupp, Peter O&#8217;Mara, Olli Steidle, Silke Eberhard, Frank Gratkowski, Alexandra Lehmler, Bodek Janke, Olivia Trummer, Rainer B\u00f6hm, Thomas Zoller, Gunter Hampel, Christopher Dell, Wanja Slavin, Jan Roder, Nils Wogram, Rainer Tempel, Kalle Kalima, Pascal von Wroblewsky, Dieter Ilg, Joe Hertenstein, Rudi Engel, Robert Landfermann, Gabriel Coburger, Daniel Schr\u00f6teler, J\u00f6rn Marcussen-Wulff, Anke Helfrich, Charlotte Greve, Gerhard Gschl\u00f6\u00dfl, Uschi Br\u00fcning, Ernst-Ludwig Petrowsky, Sven Kerschek, Ferdinand von Seebach, Sabine Worthmann, J\u00fcrgen Friedrich, Marty Cook, Michael Langkamp, Jonas Schoen, Carl Ludwig H\u00fcbsch, Frank M\u00f6bus, Axel D\u00f6rner, Tobias Delius, Wolfgang Schmidtke, Carsten Daerr, Tina Jaeckel, Michael Gross, Michael Wollny, Eric Schaefer, Pierre Borel<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Reihe von Jazzmusikern m\u00f6chten eine Reihe von Themen nach Vorne bringen und haben dazu einen Aufruf gestartet. 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