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Jazzclub Schneerot

Durch Zufall wurde ich darauf aufmerksam, dass in der TV-Serie Lindenstraße ein Jazz-Kontrabassist eine gewisse Rolle spielt:

Geständnis in Moll: Hajo lüftet sein Geheimnis

Angelina stellt ihrem Stiefvater schon beim Frühstück ein Ultimatum: Entweder er erzählt Sabrina von seinem Doppelleben als Jazzmusiker oder sie wird ihrer Mutter reinen Wein einschenken. Aber Hajo denkt gar nicht daran, Sabrina von seinen Auftritten und Proben in dem Jazzclub zu erzählen. Selbst Sängerin Kitty kann ihn nicht vom Gegenteil überzeugen. Hajo möchte seine kleine Musikwelt nicht mit seiner Familie oder Freunden aus der Nachbarschaft teilen. Nachdem ihm Angelina aber erneut die Pistole auf die Brust setzt, lüftet Hajo vor Sabrina sein Geheimnis. Er erzählt ihr, dass er eine Anzeige gelesen hat, in der ein Bassist für gelegentliche Auftritte gesucht wurde. So kam er in den Jazzclub “Schneerot”. Sabrina nimmt Hajos Beichte gelassen auf und die Romantikerin in ihr freut sich sogar. Sie hält Hajos musikalische Ausflüge weiterhin für die Überraschungsvorbereitung zu ihrem gemeinsamen Hochzeitstag. Als Sabrina noch am selben Abend das Jazzlokal besucht und ihren Hajo mit der attraktiven Kitty auf der Bühne beobachtet, wird sie jedoch nachdenklich und eifersüchtig. Noch in derselben Nacht kommt es zu einem Streit zwischen den Eheleuten.

Cliffhanger: Sabrina möchte wissen, ob Hajo sie nicht mehr liebt.

Wer sich jetzt überlegt, die morgige Folge der Lindenstraße einzuschalten, sollte sich nicht zu früh freuen. Den was das Lindenstraßen-Team unter Jazz versteht, ist nicht mehr als ein recht öder Pop-Song, also Etikettenschwindel. Klavier, Gesang und Kontrabass machen daraus noch lange keinen Jazz.
So etwas handhaben die USA-Importe dann doch souveräner: wenn in einer amerikanischen Serie von Jazz die Rede ist (Bill Cosby, Frasier, etc.), handelt es sich meistens auch um solchen, und zwar in der Regel auch noch von bester Qualität.

Fernsehguckempfehlung: Martin Wind auf 3sat

„Der 1968 in Flensburg geborene Bassist Martin Wind hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem wichtigen Bindeglied zwischen den Jazzszenen in Deutschland und den USA entwickelt. 1989 noch Gründungsmitglied des Bundesjazzorchesters unter Peter Herbolzheimer, ist er eine Dekade später schon eine etablierte Größe in New York. Winds musikalische Entwicklung ist eng mit den Namen dreier Pianisten verbunden: Bill Mays, Dena DeRose und Don Friedman. ‘Ich hatte das Glück, einige wunderbare Lehrer zu treffen’, sagt Wind. Zu seinem New York Quartet gehört der Pianist Bill Mays, der ihm bereits bei seinem Leader-Debütalbum ‘Gone With the Wind’ (1993) zur Seite gestanden hat. Matt Wilson, gefragter Drummer der New Yorker Szene und seit Winds Übersiedlung 1996 ebenfalls zum engeren Zirkel um den Bassisten zählend, ist ein Garant für hohes Interaktionspotenzial. Vierter im Bunde ist der Bläser-Multiinstrumentalist Scott Robinson aus New Jersey. Ein Mann mit großer Vergangenheit, der mit nur wenigen Tönen einen Song in Blues oder Soul zu tauchen vermag. Robinson, der seit 1984 auf über 150 Alben mitgewirkt hat, überzeugte als Tenorist in Buck Claytons Band ebenso wie als Alto-Klarinettist bei Paquito D’Rivera und als Bariton-Saxofonist in Maria Schneiders Jazz Orchestra.“

3sat zeigt das Konzert des Quartetts, einer der Höhepunkte der JazzBaltica 2008, am Freitag, 20.02., von 01:55 bis 03:05 Uhr.

Fernsehgucktipp

2. Oktober 2008
21:00

In der 3sat-Sendereihe scobel widmet man sich am Donnerstag dem Thema (Jazz-)Improvisation. Mit als Gast dabei: John Goldsby, Bassist der WDR-Bigband.

scobel (Erstausstrahlung)
mehr wissen über: Improvisation
Mit den Gästen Manfred Schoof (Trompete) Frank Chastenier (Piano), Sabine Kühlich (Gesang), Michael Rische (Piano)
und John Goldsby (Bass)

„Jeder Musiker kann improvisieren. Doch welche Bedingungen müssen geschaffen werden, damit musikalische Improvisation möglich wird? Und wie unterscheidet man gute und schlechte Improvisation?
Die bekannten deutschen Jazzgrößen Manfred Schoof, Sabine Kühlich, Frank Chastenier und John Goldsby zeigen in scobel, wie sie ihre Instrumente beherrschen. Michael Rische intoniert darüber hinaus eine klassische Improvisation.“

„Bass Encounters“ im Fernsehen

Der Bayrische Rundfunk sendet in seinem Kanal BR-Alpha Aufzeichnungen des Bass Encounters-Festivals 2005. Heute um 1:25 Uhr macht das Konzert von Bass Instinct (die Bassisten Herbert Mayr, Gerhard Muthspiel, Ernst Weissensteiner, Tommaso Huber, Georg Breinschmid, Peter Herbert) den Anfang. Eine Programmübersicht gibt’s hier.

Das Bass Encounters Festival findet übrigens auch dieses Jahr wieder statt, siehe hier.

(Leider kann ich das BR-Alpha hier in Frankfurt nicht empfangen – aber vielleicht zeichnet es ja jemand auf?)