Sperrholzbässe

KingSperrholz-Bässe – also Bässe aus schichtverleimten, furnierten Hölzern – wurden ab den 30er Jahren in den USA zunehmend beliebter. Für den Einsatz in den zahlreichen Tanzorchestern und Big Bands, die viel auf Tour waren, waren die robusten Instrumente wie geschaffen, und viele bekannte Bassisten spielten diese soliden, aber vergleichsweise einfachen Instrumente. Während die meisten Kontrabässe für den amerikanischen Markt bisher aus Europa (vor allem aus Deutschland und dem heutigen Tschechien) importiert wurden, begannen damals aufgrund der gestiegenen Nachfrage auch heimische Hersteller mit der Kontrabass-Fabrikation. Neben der Firma Kay Musical Instruments stellten nun vor allem Firmen wie King und Epiphone Sperrholz-Bässe in großen Stückzahlen her. Die Firma King wurde bereits 1893 von H.N. White gegründet, und machte sich rasch einen guten Namen im Blasinstrumente-Bau. 1935 bagann White, Kontrabässe herzustellen und unter den Namen King und American Standard zu verkaufen. Anfang der 70er Jahre wurde die Produktion jedoch eingestellt.
KingMitte der 30er Jahre von dem deutschstämmigen Henry Kuhrmeyer in Chicago gegründet, begann Kay neben dem Import von Streichinstrumenten aus Deutschland auch eine eigene Produktion von Bässen und Celli aufzubauen. Man begann mit den Modellreihen „Concert“ (Gambenform) und „Maestro“ (Violinform), in den 50er Jahren kamen noch die Top-Modelle „Supreme“ und „Swingmaster“ dazu. Vom Spitzenmodell Swingmaster gab es auch eine fünfsaitige Variante unter dem Namen „Chubby Jackson“. Jackson, Bassist u.a. bei Woody Herman, war an der Entwicklung des fünfsaitigen Kay-Basses beteiligt und warb als Endorser für Kay. Zusammen mit dem Bassisten Ray Brown konzipierte Kay ein Cello für Jazzbassisten, das unter dem Namen „Ray Brown Jazz Cello“ auf dem Markt kam. Es wurde nicht wie ein Cello in Quinten, sondern in Quarten gestimmt, und hatte ein breiteres Griffbrett und Kontrabassmechaniken. Kay und der DukeNeben Ray Brown spielten einige weitere populäre Jazzbassisten wie z.B. Sam Jones und Percy Heath diese Piccolo-Bässe als Solo-Instrument.
1969 wurde die Firma Kay Musical Instruments aufgelöst. Der Name Kay und die Produktionsmittel wie die speziellen Werkzeuge, Schablonen und Formen zum Instrumentbau wurden in verschiedene Hände verkauft. Mit den von Kay übernommenen Maschinen stellt seit 1970 die Firma Engelhardt-Link Bässe mehr oder weniger unverändert nach Kay-Muster her.
Inzwischen hat sich in den USA eine rege Sammlerszene um alte Kay-Bässe etabliert, ähnlich wie bei alten E-Gitarren dieser Epoche. Obwohl es sich um vergleichsweise einfach gearbeitete Instrumente aus industrieller Fertigung handelt, werden gute und im Orginalzustand erhaltene Kay-Bässe heute für bis zu 3000$ gehandelt – ein Preis, zu dem durchaus auch schon massive und hochwertiger gearbeitete Bässe zu haben sind.

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Eine Antwort auf Sperrholzbässe

  1. Lengger Edi sagt:

    Griaß di! Brauche für meinen Resonanzkasten dringend eine dickere Darmsaite!

    meien Tel. ist 0664/9231624

    mfg aus Tragöß Lengger Edi

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