Setup und Klangoptimierung

Die Bespielbarkeit eines Basses ergibt sich aus verschiedenen baulichen Faktoren. Gemeinhin gilt ein Bass als umso bespielbarer, je weniger Kraft aufgewendet werden muß, um einen möglichst optimalen Ton zu erzielen. Gerade Anfänger auf dem Kontrabass haben mit Blasen an den Fingern zu kämpfen – die Haut an den Fingerkuppen braucht eine Zeit, bis sie der Belastung durch das Greifen und vorallem das Zupfen der Saiten standhalten kann, und sich eine Hornhautschicht an den neuralgischen Bereichen gebildet hat. Ein gut eingerichteter und somit leicht bespielbarer Baß, nicht zu harte Saiten und regelmäßiges Üben sind die Voraussetzung für eine möglichst kurze Leidenszeit. Manchen Bassisten hilft Hirschtalg auf den Fingerkuppen oder auch spezielles Saitenöl (z.B. Joha-Saitenöl), das die Oberflächen der Saiten gleitfähiger macht, und so die Reibung verringert. Andere wiederum umkleben die betreffenden Finger mit einer zweiten Haut aus Klebeband (aus der Apotheke), oder verwenden auch Sekundenkleber (der ja ursprünglich für die Chirurgie entwickelt wurde), um die Haut vor dem Spiel zu härten. Trotz aller Hilfsmittel hilft gegen Blasen auf lange Sicht nur eines: üben!

Das Griffbrett eines Basses ist üblicherweise aus Ebenholz, aus Kostengründen auch hin und wieder aus Palisander, Ahorn, Buche oder anderen Harthölzern. Das Abrichten eines Griffbretts gehört zu den anspruchsvolleren Arbeiten beim Einrichten eines Basses. Zum einen weist es eine Rundung auf, die vom Obersattel (wo sie nur schwach ausgeprägt ist) bis zum Griffbrettende hin zunimmt. Diese Rundung erleichtert den Wechsel von einer Saite zur nächsten, und kann bei Bässen, die nur pizzicato gespielt werden, schwächer ausfallen als bei Bässen, die gestrichen werden. Etwas komplizierter ist es um die Hohlkehle bestellt, die in Längsrichtung verläuft und deren Sinn es ist, ein Schnarren oder Klappern der Saiten zu verhindern. Man kann diese Hohlkehle leicht überprüfen, indem man eine Seite am Griffbrettende niederdrückt, und den Spalt zwischen Saite und Griffbrett verfolgt. Zwei bis drei Millimeter am tiefsten Punkt reichen in der Regel völlig aus; ein größerer Abstand führt zu vermeidbarer Kraftanstrengung. Hat das Griffbrett in Längsrichtung Buckel oder Täler, kommt es zu klappernden oder schnarrenden Geräuschen und muss neu abgerichtet werden – je flacher die Saitenlage, umso mehr fallen diese Unebenheiten des Griffbretts klanglich ins Gewicht.
Auch der Obersattel sollte aus Gründen der Bespielbarkeit nicht zu hoch sein. Die Sattelkerben sollen so tief sein, dass sich ein oder zwei Kartonstreifen (von der Grammatur einer Vistenkarte) unter die Saiten schieben lassen. Gleichzeitig sollte der Sattel so bearbeitet werden, dass die Saiten nur zu einem Drittel ihres Durchmessers in den Kerben liegen. Die Kerben dürfen für die verwendeten Saiten nicht zu schmal sein, da die Saiten sonst an dieser Stelle leicht brechen können. Mit einem weichen Bleistift lassen sich die Kerben gleitfähiger machen.
Hin und wieder sieht man Griffbretter mit einer Kante unterhalb der E-Saite. Diese sogenannte C-Kante soll das Schwingen der E-Saite erleichtern und ist bei einem ordentlich abgerichteten Griffbrett eigentlich überflüssig. Deshalb wird sie auch zunehmend unüblicher.

Dem Steg eines Kontrabasses kommt für die Klangqualität und die Bespielbarkeit entscheidende Bedeutung zu. Er verbindet Saite und Korpus, also den Tongenerator mit dem Resonator, und wirkt als Filter bestimmter Klanganteile. Außerdem bestimmt er durch seine Höhe die Saitenlage, also den Abstand zwischen Saiten und Griffbrett, und somit die Bespielbarkeit entscheidend mit. Die optimale Saitenlage hängt neben den Vorlieben und Bedürfnissen des Bassisten auch von den Eigenschaften der Saiten ab. Bevor es Tonabnehmer und Verstärker gab, waren Darmsaiten und recht hohe Saitenlagen üblich, die ein kraftvolles Spielen ermöglichten, aber auch erforderten. Stahlsaiten und elektronische Verstärkung lassen heute eine weitaus niedrigere Saitenlagen zu. Die meisten Bassisten kommen mit Werten zwischen 6 mm für die G-Saite und 11 mm für die E-Saite (gemessen am Griffbrettende) gut zurecht.

stege
Stege werden in der Regel aus Ahorn, seltener aus Platanenholz, hergestellt. Es gibt Rohlinge in verschiedenen Formen, die sich in Proportionen und Ausarbeitung der Ohren, Herzen und Füße unterscheiden. Die filigranen Unterschiede in den Silhouetten haben durchaus Auswirkungen auf den Klang eines Basses. Die wie Verzierungen wirkenden Ohren und das Herz absorbieren oder verstärken bestimmte Frequenzen, und tragen so zur Klangbildung bei. Auch seine Größe und somit das Gewicht des Steges spielen eine große Rolle. Für Übezwecke werden spezielleDämpfern angeboten, die auf den oberen Teil des Steges aufgesteckt werden. So lassen sich Höhenanteile und Lautstärke zu einem gewissen Umfang verringern. Je höher das Gewicht, umso höher die Dämpfungswirkung. Das trifft auch auf den Steg selbst zu: ein massiger, im oberen Teil breiter Steg dämpft stärker, als ein leichter und schlanker Steg. Aufgrund der Dämpfungswirkung ist in den meisten Fällen ein möglichst leichter Steg von Vorteil. Dennoch es gibt auch Bässe, die mit einem kräftigeren Steg auch kräftiger klingen.

Die Schwingungen im Steg lassen sich im Wesentlichen drei Richtungen bzw. Kraftlinien zuordnen: der senkrechten Bewegung zwischen Saiten und Decke, der rechtwinklig dazu verlaufenden Pendelbewegung von rechts nach links, und außerdem die Bewegung in Richtung des Saitenzugs. Während im Oberteil, in unmittelbarer Nähe der schwingenden Saiten, sich noch eine Vielzahl verschiedener Schwingungen überlagern, dominieren die senkrechten Schwingungen in Richtung der Stegfüße zunehmend. Eine praktische Bedeutung hat dies vor allem für die Platzierung von Tonabnehmern.

Höhenverstellbare Stege ermöglichen es, die Saitenlage schnell an veränderte Witterungsverhältnisse oder einen anderen Saitentyp anzupassen. Hierfür sind in den Stegbeinen Gewinde und Schrauben aus Metall (Aluminium, Messing, Stahl) oder Holz (Ahorn, Ebenholz, Lignum Vitae) integriert. Solche Stege kamen in in den 1960er Jahren in den USA auf, wo sie heute von rund 80% der Bassisten verwendet werden. Aufgrund des zusätzlichen Gewichtes und den Eingriff in das Schwingungsgefüge des Stegs können die Schrauben dieser Stege den Klang des Basses mehr oder weniger stark beeinträchtigen (siehe dazu auch die Studie von Andrew Brown), halten sich aber in den meisten Fällen im tolerierbaren Bereich. Für viele Bassisten wiegt der so gewonnene Spielkomfort etwaige klangliche Einbußen auf.

moser adjusterEine interessante Neuentwicklung stellen die Patent-Stegmechaniken des Österreichers Franz Moser dar. Sie werden aus Titan, einem sehr leichten Metall mit sehr guten klanglichen Eigenschaften, gefertigt. Der Clou sind spezielle Gelenke, die es den Stegfüßen ermöglichen, sich der Deckenwölbung flexibel anzupassen. So ist auch bei jahreszeitlich bzw. klimatisch bedingten Verformungen ein optimaler Kontakt der Stegfüße mit der Decke gegeben.

Der Steg wird in der mittig zwischen den f-Löchern aufgestellt; in den meisten Fällen können die Kerben in den f-Löchern als Anhaltspunkt für die korrekte Höhe dienen. Von der Seite betrachtet, weist der Steg eine plane Unterseite und eine leicht gewölbte Oberseite auf. Im Fußbereich beträgt seine Stärke 22–24 mm, an der oberen Kante rund 3–5 mm. Durch den Zug der Saiten hat der Steg die Tendenz, sich zum Griffbrett hin zu neigen. Schon beim Einrichten ist deshalb zu beachten, dass der Winkel zwischen Stegunterseite und Decke höchstens 90° misst. Besonders beim Aufziehen neuer Seiten, aber auch sonst regelmäßig sollte dieser Winkel überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden, da sich sonst der Steg irreparabel verziehen oder sogar umkippen und die Decke beschädigen kann. Dazu kann man den Bass flach auf den Boden legen, und von unten mit beiden Händen gleichmäßig den oberen Teil des Steg in Richtung Saitenhalter ziehen.
Die Kerben, in denen die Saiten laufen, sollten dem Saitendurchmesser angepasst sein – beim Wechsel von dicken Darmsaiten auf dünnere Stahlsaiten ergibt sich hier eventuell ein Problem. Da Stahlsaiten aber meistens mit einer niedrigeren Saitenlage gespielt werden können, dürfte in diesem Fall noch genug „Fleisch“ am Steg sein, um die Kerben neu zu schneiden. Im umgekehrten Fall müssen zu enge Kerben, die die Saiten beschädigen könnten, mit einer passenden „Rattenschwanz“-Feile geweitet werden. Saiten sollten nur zu 1/3 in den Steg hineinragen, um nicht zu stark gedämpft zu werden. Zum „Schmieren“ der Steg- wie auch der Sattelkerben kann man einen weichen Bleistift verwenden. Der Abstand der Kerben zueinander beträgt üblicherweise zwischen 24 und 28 mm. Gemessen wird hier nicht einfach der Abstand zwischen den Saiten, sondern jeweils von Mitte zu Mitte einer Saite, um einen gleichmäßigen Abstand zu erhalten.

untersattelNeben der Spannung der Saiten selbst, hat auch der Winkel, in dem die Saiten über den Steg laufen, Einfluss darauf, wie stark sie auf die Decke drücken und wie „weich“ oder „hart“ sie sich beim Spielen anfühlen. Je flacher der Winkel, um so weniger Druck üben sie auf die Decke aus. Das beeinflusst neben dem Spielgefühl auch direkt den Klang. Um diesen Winkel und damit den Saitendruck auf die Decke zu regulieren, wird häufig wird ein erhöhter Untersattel eingesetzt – vor allem bei älteren Bässen, die ursprünglich für den geringeren Druck von Darmsaiten hergestellt wurden. Denkbar ist auch ein veränderter Halswinkel, der aber naheliegenderweise nur mit wesentlich höherem Aufwand umsetzbar ist.
Einen in der Höhe verstellbaren Untersattel hat der bereits erwähnte Franz Moser entwickelt. Dieser Untersattel besteht aus zwei Teilen: einem Rahmen, und dem eigentlichen Sattel, der je nach gewünschter Höhe eingesteckt wird. Die Maße des Rahmens sind dabei so berechnet worden, dass die Länge des Einhängeseils stets gleich bleiben kann.

Der Stimmstock, auch Stimme, engl. „Soundpost“ oder ital. „Anima“ (= Seele) genannt, ist ein rund 15 mm starker Fichtenholzstab, der zwischen Decke und Boden geklemmt wird. Er stellt so einen zentralen Knotenpunkt im Schwingungsfeld des Basses dar. Durch Anpassung seiner Länge, Stärke und Position können Klangfarbe und Ansprache des Basses gesteuert und beeinflusst werden. Das Anpassen und Setzen des Stimmstocks ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben in einer Baßwerkstatt, und es empfiehlt sich, den Sitz des Stimmstocks regelmäßig zu überprüfen oder überprüfen zu lassen.
Beim Aufziehen neuer Saiten kann der Stimmstock durch die Entlastung der Decke leicht umfallen. Deswegen sollte man nicht alle alten Saiten auf einmal herunternehmen, sondern eine nach der anderen durch eine neue ersetzen.
Der Stimmstock wird unterhalb der G-Saite aufgestellt, vom Stegfuß etwas nach unten in Richtung Saitenhalter versetzt. Als Basis empfehlen manche Fachbücher die halbe oder ganze Breite des Stimmstocks als Abstand, andere einem Wert zwischen 20 und 28 mm. Für das Aufstellen wird ein spezielles Werkzeug, der Stimmstocksetzer, verwendet. Mit diesem wird der Stimmstock aufgespießt, und durch das f-Loch hindurch ins Innere geführt. Hat man den Stimmstock in Postion gebracht, wird der Stimmstochsetzer mit einem leichten Ruck gelöst. Mit einem kleinen Spiegel kann man überprüfen, ob der Stimmstock richtig sitzt: er muss so angepasst sein, dass er sowohl zum Boden, als auch zur Decke ohne Spalt sitzt. Die Jahreslinien verlaufen dabei im rechten Winkel zu denen der Decke. Durch das Loch des herausgenommenen Stachels hindurch lässt sich außerdem beurteilen, ob der Stimmstock senkrecht steht. Die genaue Position muss durch Ausprobieren ermittelt werden, wobei die Erfahrung des Geigenbauers eine große Rolle spielt. Als Faustregel gilt: eine kurze Distanz zum Stegfuß führt zu einem helleren, eine größere Distanz zu einem dunkleren, wärmeren Klang. Ein Verschieben nach innen, in Richtung des Baßbalkens, verstärkt die tiefen, ein Verschieben nach außen die hohen Klanganteile.

einhängeseilOft unterschätzt wird der Einfluß des Saitenhalters auf den Klang des Basses. Üblicherweise bestehen Saitenhalter aus Ebenholz oder einem anderen Hartholz, solche mit Feinstimmern auch aus Aluminium. Früher wurden sie mit Darmseil an der Stachelbirne (oder einem seperatem Einhängeknopf im Unterklotz) befestigt. Später wurde es üblich, Messingdraht dafür zu verwenden. Dieser hat jedoch den Nachteil, viel zu steif und unflexibel zu sein. Besser geeignet ist Stahlseil, dass sich mit Quetschhülsen oder speziellen schraubbaren Verbindern befestigen lässt und dem Saitenhalter ein freieres Schwingen ermöglicht. Noch vorteilhafter sind Einhängeseile aus speziellem, dehnungsarmen Synthetik-Material. Es ist noch reißfester und flexibler als Stahlseil, lässt sich jedoch einfach verknoten.

Die Saiten zwischen Steg und Saitenhalter haben die Eigenschaft, ebenfalls mitzuschwingen. Diese Resonanzen können unter ungünstigen Umständen für Wolf- und Bullertöne verantwortlich sein. Vor allem bei elektrischer Verstärkung kann dieser eigentlich passive Abschnitt der Saiten für einen wummernden, schwer zu kontrollierenden Klang verantwortlich sein, denn Tonabnehmer verstärken diesen mitschwingenden Teil der Saite ja ebenfalls mit. Zur gezielten Dämpfung werden deswegen spezielle Messinggewichte als „Wolftöter“ angeboten, die auf den Saiten festgeschraubt werden können. Ein einfaches Klettband tut es aber u.U. auch (siehe Abb.).
Statt aber diese Resonanzen lediglich zu dämpfen, können sie auch gezielt genutzt werden, um den Klang und die Ansprache des Basses zu verbessern. Ein Lösungsansatz ist z.B., die Saitenlänge zwischen Steg und Saitenhalter auf rund 1/6 der schwingenden Saitenlänge zwischen Obersattel und Steg – bei einer Mensur von 105 cm also 17,5 cm – einzustellen. Dadurch lässt sich zumindest eine der Saiten auf das Intervall einer Quinte plus zwei Oktaven über dem Ton der leeren Saite stimmen. Entsprechend ergibt sich die optimale Länge des Einhängeseils, mit dem der Saitenhalter befestigt wird. (Hat der Saitenhalter die zum Bass passende Größe, sollte sich zwischen Untersattel und Saitenhalter-Unterkante nun ein Abstand von etwa einem oder zwei Zentimetern ergeben.) Mit den noch sehr wenig verbreiteten „stimmbaren“ Saitenhaltern lässt sich die Saitenlänge zwischen Steg und Saitenhalter für jede Saite einzeln verändern. Diese haben, ähnlich wie bei einem E-Bass-Steg, verschiebbare Reiter. Dadurch lassen sich alle Saiten unterhalb des Steges gezielt stimmen. Diese Saitenhalter sind nicht mit den mit Feinstimmer-Saitenhaltern zu verwechseln, die lediglich eine zusätzliche Stimmmöglichkeit bieten, ohne die resonante Saitenlänge zu verändern.

klettbandKonventionelle Saitenhalter führen die Saiten vom Steg parallel weiter. Dabei liegen die Befestigungspunkte der Saiten außerhalb der Kraftwege, wodurch der Saitenhalter – besonders durch den Zug der äußeren Saiten – seitwärts gedrückt wird. Diese Kraft wirkt hemmend auf die Saitenschwingungen, und wirkt sich negativ auf den Klang aus. Das kann mit Saitenhaltern vermieden werden, die die Saiten nicht parallel, sondern zentrisch auf den Untersattel gerichtet weiterführen, wobei die Befestigungslöcher der Saiten auf den Kraftwegen derselben liegen. Da hierfür die Löcher enger beieinander liegen müssen, müssen sie schräg angeordnet werden, um ausreichend Platz für die Plomben an den Enden der Saiten zu bieten. (Solche Saitenhalter waren früher bereits für Gamben üblich, sind jedoch in Vergessenheit geraten, bis sie 1962 von Hans Rödig in seinem Buch „Geigenbau in neuer Sicht“ beschrieben wurden, und in den 1980er Jahren vom Bassbauer Heiner Windelband wieder aufgegriffen wurden.)

Ein guter Sitz des Stachelkopfes im Unterklotz ist für den Klang ebenfalls wichtig. Der Schaft des Stachelkopfes ist konisch geformt, und wird lediglich in den Unterklotz gesteckt, nicht geleimt. In der Regel wird das Einhängeseil um den Stachel geführt; es gibt auch auch Bässe mit seperatem Endknopf hierfür.
Die heute verwendeten Stachel sind entweder aus Stahlrohr oder Stahlstäben, letztere mit Kerben für die Feststellschraube. Holzstachel, wie sie früher verwendet wurden, findet man nur noch selten, obgleich sie für den Klang vorteilhaft sein können.
Beim Spiel im Stehen kann ein abgeknickter Stachel, wie ihn der Bassist François Rabbath populär machte, für eine ausbalanciertere Haltung des Basses sorgen. Dabei wird ein Stahlstab verwendet, der um ca. 45° abgewinkelten ist. Bei der üblichen, leicht nach hinten gekippten Haltung des Basses ruht normalerweise ein großer Teil des Gewichts auf dem Daumen der linken Greifhand. Durch den abgeknickten Stachel wandert der Schwerpunkt nach vorne; der Daumen wird entlastet.

Holz hat die Eigenschaft, Wasser aus der Luft aufnehmen und zu speichern. Nimmt der Wasseranteil im Holz zu, quillt es auf, sinkt er, zieht es sich wieder zusammen. Dieser Vorgang findet auch bei Bässen statt, und wirkt sich dort unmittelbar auf die Bespielbarkeit des Instruments aus. Die Feuchtigkeit dringt durch die f-Löcher ins Innere des Korpus‘, wo sie über die unlackierten Oberflächen ins Holz eindringt. Dabei nimmt der Boden aus Ahorn mehr Feuchtigkeit auf als die harzhaltigere Decke aus Fichtenholz; er wird länger und (bei gewölbten Böden) flacher, während die Decke weniger stark ihre Form ändert. Dadurch senkt sich das Griffbrett, und die Saitenlage wird höher – je nach Instrument und Luftfeuchtigkeit in unterschiedlichem Ausmaß. Um das zu kompensieren, und sowohl im Sommer (hohe Luftfeuchte, hohe Saitenlkage) und im Winter (niedrige Luftfeuchte, niedrige Saitenlage) einen möglichst gleichbleibend bespielbaren Bass zu haben, verwenden manche Bassisten unterschiedliche hohe Stege (Sommer- und Wintersteg), oder einen durch Schrauben höhenverstellbaren Steg.
Aber während die unterschiedlichen Saitenlagen noch zu kompensieren sind, können durch Witterungseinfluß auch Risse auftreten, oder sich Leimfugen öffnen. Deswegen sollte man dem Instrument aprupte Klimawechsel ersparen.
Idealerweise sollte die Umgebungsluft eine Luftfeuchte von rund 50% aufweisen. Am besten kontrolliert man die Luftfeuchte des Raumes, in dem der Baß überwiegend aufbewahrt wird, regelmäßig mit einem Hygrometer. Zu feuchter Raumluft läßt sich am einfachsten durch häufiges Lüften begegnen. Schwieriger ist es mit zu trockener Luft. In den Wintermonaten ist die Luftfeuchte aufgrund der Kälte ohnehin geringer, und die Heizungen trocknen die Raumluft zusätzlich aus. Um das Instrument vor zu trockener Luft zu schützen, werden Instrumenten-Befeuchter angeboten. Diese, mit einem Schwamm gefüllten, rund 30 cm langen Schläuche werden mit Wasser getränkt und durch ein f-Loch in den Korpus gehängt. Ratsam ist in jedem Fall, das Raumklima auch durch das Aufstellen von mit Wasser gefüllten Behältnissen, dem Aufhängen feuchter Tücher oder mit elektrischen Luftbefeuchtungsgeräten zu verbessern.
Während in den Wintermonaten zu trockene Luft ein Problem darstellt, stellen in den Sommermonate direkte Hitzeeinwirkung durch Sonneneinstrahlung und abrupte Klimawechsel eine Bedrohung für den Bass dar. Besonders der Transport in schwarzen Taschen, die besonders viel Sonnenlicht- und Wärme absorbieren, ist nicht ungefährlich. Das gilt besonders im Auto, wo zudem Klimaanlagen der Luft Feuchtigkeit entziehen und für zusätztliche Gefahr sorgen. Hier gilt: lieber mit geöffnetem Fenster als mit Klimaautomatik fahren, und außerdem direkte Sonneneinwirkung auf den Bass vermeiden.

2 Antworten auf Setup und Klangoptimierung

  1. Reinholdprigge sagt:

    Das ist eine sehr gute Anleitung. nnVielen DanknnRagin

  2. Floschulze sagt:

    Hat jemand die Darmsaiten von Pure-Corde aus Potsdam/Marokko schonmal ausprobiert bzw. eine Ahnung wie die klingen?

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