Kontrabass und Loopgerät

Vor einiger Zeit hatte ich an dieser Stelle ja bereits auf den YouTube-Clip des Bassisten David Maur aufmerksam gemacht – ein Virtuose an Kontrabass und Loopgerät. Die Grundfunktionen meines Digitech JamMan Loopgeräts habe ich zwar inzwischen auch erlernt, aber von einer ähnlich runden Soloperformance bin ich noch Lichtjahre entfernt. Mein Nahziel ist der Einsatz in einer Duobesetzung, in meinem Fall Kontrabass+Saxophon – damit ich beim Bass-Solo nicht immer so alleine bin … allerdings ergibt sich ein gravierendes technisches Problem: der Bass nimmt wie ein riesiges Mikrofon auch immer das Saxophon mit auf. Bei der Wiedergabe des Loops, meiner Begleitspur, hört man das immer noch leise aber deutlich im Hintergrund, wenn ich zuvor z. B. einen Durchgang Walkingbass „auf Vorrat“ geloopt habe und dann mein Solo drüber spielen möchte.

Nun kann man das musikalisch lösen, in dem man im Ablauf dafür sorgt, dass der Bass einen Durchgang alleine spielt, sei es als Intro oder als ersten Solodurchgang. Ich möchte da aber gerne flexibler sein. Als technische Lösung könnte vielleicht ein Magnettonabnehmer weiterhelfen, das werde ich als nächstes mal ausprobieren. Vielleicht sind zwei verschiedene Tonabnehmer dabei ohnehin hilfreich, damit sich Loop- und Livesound akustisch besser trennen? Besser als mit dem großen Bass dürfte es auch mit Eminence funktionieren, den David bei diesem Clip auch benutzt.
Setzt jemand unter meinen Lesern ebenfalls ein Loopgerät ein? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Wie sehen Eure musikalischen und technischen Konzepte aus?

2 opinions on “Kontrabass und Loopgerät”

  1. Nachtrag: Letztens habe ich es ausprobiert: Auch über den Shadow Nanoflex kommen noch jede Menge Nebengeräusche rüber. Ist also für ein Live-Duo auch ungeeignet. Ein magnetischer TA scheint wohl die einzige Lösung zu sein…

  2. Hallo Jonas, auch ich experimentiere zur Zeit viel mit Kontrabass und Looper. Ich hab auch schon mit einem kleinen Programm eine Vernissage musikalisch umrahmt, trotzdem bin ich noch weit von der Perfektion dieser Technik entfernt.

    Die technische Seite: Ein Boss RC-20XL (der Mikroreingang, zusätzliche Stopptaster, Fade-Out-Funktion und Reverse-Modus gaben damals den Ausschlag gegenüber dem RC-2 – ich spare aber schon für den RC-50). Momentan habe ich den Shadow-Nanoflex-Pickup (der ist aktiv, da kann man auch mal direkt in den Looper rein). Im Kontrabass-Solo-Setup hänge ich den Looper aber in die Send/Return-Schleife meines AI Contra. Zu Hause benutze ich den Instrumenteneingang meistens mit meiner Gitarre und für den Rest das Røde NT3 (ein für den Preis sehr gutes Kondensator-Mikro mit der Möglichkeit, durch einen internen 9V-Block unabhängig von Phantom-Power arbeiten zu können – man kann also direkt in den Mikroeingang des Loopers). Auch mit dem Bass spiel ich akustisch rein.

    Von der musikalischen Seite her probiere ich zur Zeit ziemlich viel Unterschiedliches aus – diverse Instrumente und auch Gesang und Beatbox. Wer mich musikalisch sehr beeindruckt ist ricoloop (www.ricoloop.com), obwohl ich insgesamt doch mehr akustische Sounds bevorzuge. Natürlich nutze ich den Looper auch zum Üben (eine Form Walking-Bass und dann Solo drüber spielen). Hier kann man super sein Timing testen (End-Tempo = Anfangstempo???). Auch Harmonielehre kann man gut trainieren, indem man sich adhoc-Voicings überlegt, die man dann jede Stimme für sich einspielt (Terz und Septime reichen da ja schon). Naja, das ist ein weites Feld…

    Live-Erfahrungen zusammen mit anderen Musikern konnte ich noch nicht sammeln, von daher kann ich auch keine Tipps geben, wie man die Nebengeräusche vermeiden kann. Nur soviel: Wir haben mit unsere Band letztens mehrspurig aufgenommen und auf der Pickup-Spur vom Bass sind die anderen Musiker (trotz engen, lauten Proberaums) wirklich nur sehr, sehr leise zu hören (keine Ahnung, ob das im Live-Betrieb stören würde…

    Grüße,
    Johannes

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