Stadt Ludwigslust setzt Johann Matthias Sperger ein Denkmal

Die Stadt Ludwigslust, Austragungsstätte des alljährlichen Sperger-Kontrabass-Wettbewerbs, ehrt ihren berühmten Sohn mit einem Denkmal. Die Bronze-Skulptur wurde von Bildhauer Andreas Krämmer geschaffen. Unklar ist, ob Andreas Krämmer tatsächlich einen Satz blanker Darmsaiten mit umsponnener tiefster Saite zum Vorbild nahm, oder unabsichtlich mit der Stimmung durcheinander kam, denn die tiefste Saite ist ungewöhnlicherweise die dünnste Saite, die höchste Saite die dickste.
Zudem fehlt der Skulptur eine Saite, denn Sperger spielte mutmaßlich die 5-saitige „Wiener Terz-Quart-Stimmung“ F1–A1–D–F#–A.

Fotos: Sylvia Wegener, Stadt Ludwigslust

Update: Klaus Trumpf hat mich auf eine optische Täuschung aufmerksam gemacht. Siehe Kommentare … 

 

2 opinions on “Stadt Ludwigslust setzt Johann Matthias Sperger ein Denkmal”

  1. Lieber Herr Jonas Lohse – schön, dass Sie die wunderbare Sperger-Skulptur veröffentlicht haben.
    Ich nehme mir jetzt raus, darauf zu antworten, da ich mit dem Bildhauer Herrn Andreas Krämmer etwas zusammen gearbeitet habe (Fotos vom Dallinger-Sperger-Instrument, Sperger-Bogen, zur Gestaltung des Instrumentes usw….). Seit 1966, also seit 52 Jahre war es (und ist es auch noch) mein Bestreben Sperger und sein Werk bekannt zu machen. In Ludwigslust, seiner langen Wirkungsstätte, gibt es nicht nur die “Johann-Matthias-Sperger-Musikschule”, die Gedenktafel an seinem Wohnhaus, seit 20 Jahren den Internationalen J.M.Sperger-Wettbewerb, seit 2015 die J.-M.-Sperger-Straße – und nun als Höhepunkt das Bronze-Sperger-Denkmal!
    Sie schreiben: die tiefste Saite sei die dünnste – das stimmt leider nicht. Es kommt darauf an, von welcher Seite fotografiert wurde! Die Saiten mußten mit dem Griffbrett stabil verbunden werden, also sehr stark sein – und dadurch ist es eine Frage der Draufsicht.
    Einen 5-Saiter dürfte er zum Solospiel nie benutzt haben – denn in seinen 18 (erhaltenen!) Kontrabass-Konzerten gibt es nicht eines, was unter das tiefe “A” geht. Er ist garantiert nicht auf seine Solo-Reisen in der Postkutsche mit einem Fünfsaiter gefahren (wie z.B. 100%ig belegt, zum Leipziger Gewandhausorchester 1801, wo er zwei seiner Kb.-Konzerte aufführte).
    Alles nachzulesen im “Sperger-FORUM VIII” und in den letzten Ausgaben der BASS WORLD der ISB in verschiedenen Folgen. Eine Sperger-Biographie wird demnächst erscheinen. Er ist nicht nur der ‘bedeutendste Kontrabassist des 18.Jh., wie es immer heißt, sondern DER KONTRABASSIST bis heute! Sein Ouevre um faßt annähernd 400 Werke (wie bekannt ist: darunter 45 Sinfonien, Kantaten, 30 Solokonzerte für verschiedene Instrumente, darunter das geniale Viola-Konzerte (s.Youtube) und und und….)

    1. Vielen Dank für die Richtigstellung! ich habe mir das letzte der Fotos (die Nahaufnahme) nochmal genauer angesehen, und ahne jetzt, was Sie meinen: die Saiten sind nicht rund im Durchschnitt, sondern haben die Form eines Flachprofils. Dadurch wird der sichtbare Durchmesser blickwinkelabhängig verfälscht.

      Aus welcher Quelle ich das mit dem 5-saiter habe, muss ich direkt nochmal suchen – aber da verlasse ich mich im Zweifel gerne auf Ihre Expertise 😉

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