Let’s have a session!

1967 brachte der Saxophonist und Pädagoge Jamey Aebersold seine erste Play-Along-Schallplatte heraus. Charakteristisch für die Aebersold-Platten ist, dass die Nummern lediglich von eine Begleitband aufgenommen wurden – der Solist ist man selbst. Bass und Klavier liegen jeweils vollständig isoliert auf einer Stereo-Seite, das Schlagzeug in der Mitte – so kann man als Bassist die Basslinie ausblenden, oder besser heraushören. Diese erfolgreiche Reihe hat es bis heute auf über 130 Ausgaben gebracht. Und so, wie Real Book heute als Begriff für Fake Books im Allgemeinen gilt, wird der Name Aebersold inzwischen als Synonym für diese Übemethode verwendet.

Neu war die Idee damals aber nicht: bereits 1953 brachte der Gitarrist Billy Bauer eine Platte mit dem Titel Let’s have a Session heraus (iTunes nach dem Klick). Billy Bauer war einer der ersten Gitarristen des Modern Jazz, gehörte zum Kreis der Musiker um Lennie Tristano und war 1949 an den legendären Crosscurrents-Aufnahmen für das Capitol-Label beteiligt. Mit Billy Bauer sind Tony Aless (piano), Don Lamond (drums) und Arnold Fishkin am Bass zu hören.

Pianist Lennie Tristano schreibt in den Liner Notes: ”The tunes on this record […] are played in the keys used by most jazz musicians. You can have a session all by yourself or with your friends any time you wish. Most of all, wether you dig hi, low, or no fi, you ought to get plenty of sheer pleasure out of this record and the idea behind it!“

(Der iTunes-Download umfasst neben den Play-Along-Aufnahmen auch die LP Plectrist von 1956, mit Osie Johnson (dr), Andrew Ackers (p) und Milt Hinton am Bass)

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