Archiv für Juni 2010

Mit Klimaanlage zum Klimaschutz-Musical

Heute, nach dem Achtelfinale, wurde in der Schule meines Sohnes das Klima-Musical „Eisbär, Dr. Ping und die Freunde der Erde“ von der Musical-AG aufgeführt. Die Handlung: „Eisbär Lothar und Dr. Ping, Professor der Südpol-Uni, haben ein gemeinsames Problem: Die Erde hat Fieber und ihr Zuhause schmilzt. Also ziehen sie los, um die Menschen für den Schutz des Klimas zu gewinnen.“ Und so weiter, man kennt das ja. Was irgendwie auch klar war: die meisten Eltern kamen, trotz allerbestem Fahrrad-Wetters, dann doch lieber mit dem Auto.

Jazz Life im Sommer

Vor ein paar Jahren bekam ich den  prachtvollen Bildband Jazz Life von William Claxton und J.E. Behrendt zum Geburtstag geschenkt. Dieses Buch im XXL-Format bringt etliche Kilo auf die Waage, weshalb ich es – trotz seiner tollen Bilder – leider viel zu selten in die Hand nehme. Deswegen habe ich mich gefreut, als mich der Mannheimer Bassist Maurice Kühn (der das Buch auch gerade zum Geburtstag bekam) auf ein paar interessante Bilder aufmerksam machte, die so richtig schön zur Sommerzeit passen.

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Kalifornien, Anno 1960: Vibraphonist Terry Gibbs hat Musikerkollegen wie Paul Chambers, Wynton Kelly, Mel Lewis und Sonny Stitt mit (ihren?) Frauen in seinem Haus zu Gast. Man liegt am Pool, jammt im Wohnzimmer, und geknutscht wird auch … Wann sieht man schonmal Paul Chambers in Unterhosen am Bass? Sonny Stitt hingegen trägt noch Hemd und Schlips. Die sommerliche, entspannte Atmosphäre, die man gerne mit Kalifornien assoziiert, fangen die Bilder hervorragend ein.

Das Buch Jazz Life ist im Taschen Verlag, Köln, erschienen und illustriert eine Reise, die Claxton und Behrend 1960 quer durch die USA machten. Viele der berühmten Jazzmusiker-Fotos, die man von Plattencovern und aus anderen Büchern kennt, entstammen diesem opulenten Buch. Das Buch enthält außerdem zwei CDs mit Jazzaufnahmen.

Auftrittsmöglichkeiten für Jazzmusiker

Ein Thema, dass jeden praktizierenden Musiker beschäftigt: wie komme ich an Auftrittsmöglichkeiten, am besten auch noch adäquat bezahlt? Johannes Schaedlich hat auf seiner Website mal ein paar Gedanken zum Thema Gig-Akquise zu Papier gebracht. Recht lang, aber unterhaltsam und lesenswert. Vor allem auch für Veranstalter.
(Ebenfalls lesenswert sind auch seine anderen Texte, z.B. über einer Charlie Haden Masterclass, an dem er teilnahm.)

5. Internationales Kontrabass-Festival in Peking

15. November 2010bis20. November 2010

CISB, die chinesische Gesellschaft der Kontrabassisten, veranstaltet im November ein großes, internationales Kontrabass-Festival in Peking:

Supported by the Beijing municipal government, cosponsored by the Double Bass Society under the Chinese Musician Association and China Conservatory of Music, this year’s 2010 Fifth Beijing International Double Bass Music Festival will take place in Beijing starting from Nov. 15 to Nov. 20, 2010. The world famous Bassiona Amorosa ensemble and eight renowned double bass players from Germany, the United States, Russia and other countries will be invited to hold special concerts and have master classes during the festival. Meanwhile, in order to further the cultural exchange between China and the abroad double bass field as well as promote the composition, education, and performance of Chinese musical works for double bass, the first Chinese Double Bass Works Performance Show will also be held during the festival. As an important part of the festival, the Chinese Works Performance Show will officially be held regularly from this year forward.
The Beijing International Double Bass Music Festival organization committee and the arts council shall be responsible for organizing and planning the event while the performance show jury committee will be responsible for judging.
The performance show awards include a Performance Award (comprised of an Excellent Performance Award and Performance Award), the Best Teacher Award (given to the tutors who have guided and encouraged the outstanding performers), and the Best Chinese Double Bass Works Award (categorized according to the different forms of double bass compositions and arrangements). Each year’s performance show trophy will be named after the senior generation bass players and educators who have greatly contributed to the Chinese double bass community.

Venue: China Conservatory of Music
Requirements: Play a piece of Chinese work, any form is accepted (i.e. solo, un-accompaniment, ensemble, etc.). No age restriction.

Website: www.ccmusic.edu.cn

Download Application Form (Word doc.)

Stegschrauben-Tricks

Die klanglichen Eigenschaften von Stegschrauben ist ein oft diskutiertes Thema im Bassbau. Sie sind schon sehr praktisch, aber schaden sie vielleicht dem Klang mehr als sie der Bespielbarkeit nützen? Oder wiegt die stets optimale Saitenlage etwaige Dämpfungseffekte klanglich wieder auf? Welche Schrauben sind die besten? In Amerika, wo die Stegschrauben in den 1930ern erstmals auch im Bassbau verwendet wurden, findet man sie heute auf fast jedem Bass. Hierzulande ist man da aber etwas zurückhaltender – wohl auch aufgrund konstanterer klimatischer Bedingungen.
Andrew Brown hat sich vor einigen Jahren einmal die Arbeit gemacht, und Stellschrauben aus verschiedenen Materialien mit wissenschaftlicher Akribie untersucht. Sein Ergebnis: leichte Schrauben aus Holz und Aluminium haben tatsächlich weniger Auswirkung auf den Klang als schwerere aus Messing.
Stellschrauben zur Höhenverstellung unterscheiden sich nicht nur im Material, sondern auch in Design und Konstruktion. Die Patentmechaniken von Franz Moser, quasi der Mercedes unter den Stegschrauben, sind mit ihrem kugelförmigen Gelenk und Feingewinde natürlich sehr leichtgängig. Einfache Aluminiumschrauben, die direkt in ein ins Holz geschnittenes Gewinde geschraubt werden, sind zwar sehr leicht und von geringer Dämpfung, aber unter der Last der gestimmten Saiten zunächst sehr schwergängig. Aber hier kann man mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen. Ein einfaches Hausmittel ist Kerzenwachs oder Graphit (Bleistift), mit dem man das Alugewinde einreibt. Die Auflageflächen der Schraube, auf denen der Steg steht, kann man ebenfalls mit einem weichen Bleistift einreiben, um hier für weniger Reibung zu sorgen.
Noch weiter reduzieren lässt sie die Reibung, wenn man zwischen Schraube und Stegfuß (oder Stegoberteil – das kommt darauf an, wie herum die Schrauben eingebaut sind) eine Unterlegscheibe legt.

Um das Gewinde noch leichtgängiger zu machen, gibt es aber noch einen weiteren Trick: im Baumarkt bekommt man hauchdünnes Teflon-Band, das im Sanitärbereich das traditionelle Hanf zum Dichten von Wasseranschlüssen abgelöst hat. Dieses Teflonband wickelt man um das Gewinde: es schmiegt sich eng an, und macht es gleitfähiger.
Stegschrauben

Frühstücksfernsehen

Smalls NYC

New York – die Hauptstadt des Jazz. Leider zu weit weg, um spontan mal eben kurz hinzufahren und durch die Clubs zu ziehen …
Der  New Yorker Jazzclub Smalls hat eine Webcam installiert, die live ins Internet überträgt, was so im Club stattfindet. So kann man immerhin am heimischen Computer-Bildschirm das Geschehen miterleben. Allerdings zu nachtschlafener Zeit: ich habe es heute morgen das erste Mal geschafft, rechtzeitig aufzustehen und mal mal reinzuschauen. Leider endete die heutige Session schon um halb drei Ortszeit, also halb neun MEZ.

Jazzfotos von Werner Kohn auf Issuu

Auf Issuu, einer Art digitalem Zeitschriftenkiosk, habe ich dieses Buch mit Jazzfotografien von Werner Kohn entdeckt:

Open publication - Free publishing - More armstrong

Meisterkurs Kontrabass und Kammermusik mit Frank Reinecke

3. September 2010bis12. September 2010

„Meisterkurs Kontrabass und Kammermusik mit Frank Reinecke  (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks); willkommen sind Schüler, Studenten, Berufsmusiker, Musikpädagogen und ambitionierte Amateure, die ein Programm ihrer Wahl intensiv erarbeiten wollen. Jeder Teilnehmer erhält täglich Einzel- bzw. Ensembleunterricht.
In freundlicher Atmosphäre können wertvolle Hilfestellungen bei der Lösung individueller Probleme im instrumentalen und künstlerischen Bereich gegeben werden. Es geht um stilistische und interpretatorische Themen, die avancierte Erarbeitung von klassischer Solo- und Orchesterliteratur, ebenso um Fragen über Haltung und Atem, richtiges und falsches Üben, Umgang mit Nervosität, Anforderungen bei Spitzenorchestern, Probespieltraining. Es wird eine moderne, flexible Bogentechnik vermittelt. Spezialgebiet: Neue Musik, mikrotonale Musik, Fragen zur Intonation.“
Weitere Infos: www.muehldorfer-sommerakademie.de und www.duoslaattoreinecke.com

Mühldorfer Sommerakademie 2010 – Meisterkurse für Streicher, Flötisten und Pianisten

Städtische Musikschule Mühldorf a.Inn
Stadtplatz 52, D-84453 Mühldorf a.Inn
Tel: +49 8631 612-280

Neues Bassmikro: dpa 4099B

dpa4099bDer renommierte dänische Mikrofon-Spezialist DPA bietet in seiner 4099-Serie auch ein für Kontrabass optimiertes Anklemm-Mikrofon an.
Die Modelle der 4099-Serie sind Mikrofone mit individuellen Halterungen für unterschiedliche Instrumente, die alle in Dänemark von Hand gefertigt werden. Das Modell für Kontrabass kommt mit einer Gummi-Halterung, die an die Saiten zwischen Steg und Saitenhalter (engl.: afterlength) geklemmt wird. In dieses Gummiteil wird der Schwanenhals, an dem das Mikro befestigt ist, hineingesteckt. Mikro und Schwanenhals sind erstaunlich leicht. Das mit der Kapsel fest verbundene Kabel hat einen winzigen Stecker, der in einen XLR-Adapter gesteckt wird. Über diesen muss es – wie alle Kondensator-Mikros – zum Betrieb phantomgespeist werden.

Dank Supernieren-Charakteristik ist das 4099B im Vergleich zu anderen Mikros ziemlich rückkoppelungsfest. Außerdem verarbeiten die Mikros extreme Schalldruckpegel – beide Eigenschaften lassen das Mikro auch für den Einsatz als Live-Mikro auf der Bühne eine gute Figur machen.

Im Praxistest erweist sich die Befestigung des Mikros tatsächlich als so einfach, wie es die Hersteller-Bilder suggerieren. Das Gummiteil wird einfach eingeklemmt – fertig. Um den Sweet Spot (die beste Stelle zur Abnehme des Klangs) zu finden, kann man es auf den Saiten verschieben, und so einen recht weiten Bereich um den den Steg herum abdecken. Es gibt auch keine scharfen Kanten und Ecken, mit denen man den Lack zerkratzen könnte – auch das erleichtert die Handhabung. Leider kann das Gummiteil nicht alle Resonanzen von afterlength und Saitenhalter dämpfen; so übertragt sich auch Körperschall vom Bass auf die filigran am Schwanenhals aufgehängte Mikrokapsel. Inwieweit das stört oder tolerabel ist, kommt dann (wie immer …) auf das Instrument und die Raumakustik an.
Der Bassist Chris Minh Doky, der auch auf der Verpackung abgebildet ist, benutzte das 4099B übrigens schon, bevor die Gummihalterung auf den Markt kam – er bohrte einfach unterhalb des Herzens ein Loch in den Steg, und steckte den Schwanenhals dort hinein.

erhältlich bei www.kontrabass-atelier.de

Sonderbares Arbeitsplatz-Gewinnspiel

Die Schnapsbrennerei Jack Daniels verlost Arbeitsplätze als Aufbauhelfer bei einem Rockfestival. Die Gewinnchancen kann man erhöhen (oder mindern …), wenn man ein Bild von sich mitschickt, dafür braucht man aber auch nicht wirklich zu arbeiten, wenn man nicht möchte: „Sofern der Teilnehmer das wünscht, ist er berechtigt, aber nicht verpflichtet, den Bands und ihren Managern während der Tour Roadie-typische Unterstützungsleistungen zu erbringen, z. B. beim Aufstellen und Anschließen der Verstärkeranlage.“
Geld gibt’s für’s Kistenschleppen keines, nur ein bedrucktes T-Shirt: „Es besteht Einvernehmen zwischen den Parteien, dass der Gewinn des Preisausschreibens darin besteht, dass der Teilnehmer als Roadie an dem Festival teilnehmen darf. Insbesondere erhält der Teilnehmer über die Teilnahme an der Tour hinaus für seine Leistungen kein Entgelt.“ Dafür muss man aber für die Dauer der (unbezahlten!) Tätigkeit eine Krankenversicherung abschließen.
Die Welt der Rockfestivals ist mir doch sehr fremd, und wird es wohl immer bleiben.