Aufmerksame Lesern haben vielleicht den neuen orange-grüne Button in der Seitenleiste bemerkt: der flattr-Button. flattr ist ein neuer Micropayment-Dienst, der mir heute morgen auf taz.de und fscklog.de aufgefallen ist. flattr ist eine einfache Möglichkeit zur Geldverteilung an Netzinhalte, die man gerne liest, sieht, hört oder nutzt. Bei den klassischen Printmedien wie Zeitung und Magazinen funktioniert die Finanzierung über die Werbeeinahmen und die Verkaufserlöse. Doch im Internet funktioniert das nicht, obwohl der eine oder andere gerne bereit wäre, seiner Wertschätzung auch monetär Ausdruck zu verleihen und für konsumierte Netzinhalte freiwillig etwas zu zahlen. Den meisten ist es aber einfach zu umständlich, sich wegen 20 Cent irgendwo einzuloggen, oder gar eine Banküberweisung auf den Weg zu bringen. Von Sicherheitsaspekten mal ganz abgesehen.
Die neue Idee hinter flattr ist so einfach wie überzeugend: als Mitglied bei flattr (das ich nun bin) zahlt man jeden Monat einen beliebigen Betrag ein, mindestens jedoch 2 €. Gefällt einem eine Website (oder Artikel, Foto, Musikstück, Software, …), so klickt man auf den flattr-Button (sofern vorhanden). Am Ende eines Monats wird der gezahlte Betrag unter allen angeklickten flattr-Empfängern verteilt – hat man z.B. nur einen Artikel für gut befunden, bekommt der Autor die 2 € komplett; hat man 200 angeklickt, bekommt jeder Autor einen Cent. Um all das muss man sich als Konsument aber dann gar nicht kümmern – ein Mausklick genügt jeweils, um jemanden etwas Gutes zu tun.
Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele meiner Lieblingswebsites sich rasch einen flattr-Button zulegen, damit ich mein Geld auch sinnvoll adressieren kann …
(mehr dazu auch hier: Spreeblick)
Unlängst war es mal wieder soweit: der Hauptuntersuchung meines Autos wurde fällig. Eine neue Batterie hatte ich meinem in die Jahre gekommenen Opel Astra zwar gerade erst spendiert, aber neue Stoßdämpfer, Auspuff und Zylinderkopfdichtung war er mir dann doch nicht mehr wert. Ein neues (gebrauchtes) Auto sollte her, aber welches?
Insgesamt fahre ich eher wenig Auto – solange kein Bass zu transportieren ist, erledige ich das Meiste mit Fahrrad und ÖPNV-Jahreskarte. Und irgendwie passt ein Kontrabass ja in fast jedes Auto. Selbst ein Ford Fiesta, den ich mal geschenkt bekam und zwei Jahre fuhr, erwies sich als Kontrabass-kompatibel. Mein 123er Mercedes und der grandiose Volvo 245 ja sowieso. Lediglich der bildhübsche Saab 900, den ich mich mal Probe fuhr, fiel durch: es war ein 4-türer mit Kofferraumdeckel statt großer Heckklappe, und die Beifahrertür war so schmal, dass der Bass nicht am Armaturenbrett vorbei kam. Aber im Allgemeinen ist die Frage nicht ob, sondern wieviele Kontrabässe bekomme ich bequem ins Auto?
Zeit für eine kleine Statistik: Die meisten Bassbauer in meinem Bekanntenkreis fahren einen VW Bus. Aber auch die Modelle VW Sharan, Chrysler Voyager und Toyota Previa sind dabei und bieten problemlos Platz für mehrere Bässe. Meine Wahl fiel dann aber eine Nummer kleiner auf einen Citroën Xsara Picasso. Der hat ungefähr das selbe Format wie ein Opel Astra oder Golf Variant, ist aber durch seine Van-Form sehr viel geräumiger. (Ein ähnliche effizienten Formfaktor haben auch die konkurrierenden Minivans Renault Mégane Scenic und Opel Zafira.)
Der Clou beim Xsara Picasso sind die flexiblen Einzelsitze der Rückbank, die ruck-zuck umgeklappt oder komplett ausgebaut sind. Der mittlere Sitz bleibt bei mir eigentlich immer ausgebaut, um Platz für den Bass zu machen. Um zu Auftritten oder Proben zu fahren, lade ich den Bass dann auf der Zarge liegend durch die Heckklappe ein. Die Schnecke ragt dann etwas zwischen die Vordersitze, stört dort aber nicht, da man ja sehr hoch sitzt. Die beiden Rücksitze sichern den Bass gegen umfallen. Vier Personen, Kontrabass, Verstärker und sonstiges Zubehör – alles ist mühelos verstaut, ohne auch nur einen Sitz umklappen zu müssen. Das schafft kein Kombi. Natürlich passen nicht ganz so viele Bässe hinein wie in einen Sharan oder gar VW Bus. Aber mit nach vorne geschobenen Beifahrersitz habe ich schon problemlos drei Bässe im Xsara transportiert und würde vielleicht sogar noch einen vierten hinein bekommen.
Der Eres Verlag und die Edition Wallhall informieren über Neuerscheinungen für den Kontrabass:
- Der Bassbär – Kontrabassschule für kleine Kontrabassisten
von Reinhard Röhrs. „Diese Kontrabasschule für Kinder bietet einen stilistisch breitgefächerten Einstieg in die klassische Spielweise. Mit zahlreichen Abbildungen und CD zum Mitspielen.“ Eres-Verlag
- 33 melodische Etüden für Kontrabass, von der halben bis zur siebten Lage
von Erwin Nehrling (Gewandhausorchester Leipzig). Edition Wallhall/Verlag Franz Biersack, Magdeburg
- Zoltan Gardonyi: Sonate „Il serioso es il giocoso“ (1957)
für Kontrabass und Klavier, Edition Wallhall/Verlag Franz Biersack, Magdeburg
- Henry Eccles (*1675 / †1745): Sonate in g-Moll, für Kontrabass und Basso Continuo
Edition Wallhall/Verlag Franz Biersack, Magdeburg
Vor ein paar Tagen verstarb der großartige Pianist Hank Jones im Alter von 91 Jahren. Jones trat bis kurz vor seinem Tod regelmäßig auf und stand auch auf dem Programm des New Yorker Jazzclubs Birdland für nächste Woche.
Wolfram Knauer, Leiter des Jazzinstituts Darmstadt, hat Hank Jones in den 1970er Jahren kennengelernt und würdigt ihn in einem sehr persönlichen Nachruf:
„ (…) Mehr als zwei Jahrzehnte später traf ich Hank Jones bei einem Konzert in Deutschland, bei dem er von einem weniger als adäquaten Bassisten begleitet wurde, der normalerweise in Dixielandbands spielte und eine harte Zeit hatte, Hanks harmonischen Ausflügen zu folgen. Trotzdem lächelte Hank Jones den ganzen ersten Set lang, und als ich ihn während der Pause ein wenig bedauerte, meinte er nur, “Ach, ich habe meinen Spaß!”, zwinkerte mir zu und sagte: “Wart’s ab…!” Und tatsächlich, im zweiten Stück des zweiten Sets sagte er ein “Basssolo unseres großartigen Kontrabassisten” an. Er hatte diesem vorher gesagt, er solle einfach nur Pfundsnoten auf 1 und 3 spielen und ihm den Rest überlassen. Der tat genau dies, und Hank Jones füllte den Rest mit pianistischen Verzierungen auf – nicht zu viel, nicht zu wenig –, und, man mochte es kaum glauben: Das Basssolo klang wunderbar! Da begriff ich, dass ich eine der Fähigkeiten Hank Jones’ erlebt hatte, die er in den Jahren gelernt hatte, als er in den Studios oft zweitklassige Sängerinnen begleiten musste. Während des ersten Sets war ich noch verärgert darüber gewesen, wie man ihm einen so schlechten Musiker beiseitestellen konnte; danach war ich froh darüber, erlebt zu haben, wie Hank Jones’ große Kunst einen Kollegen weit über seine Fähigkeiten gut klingen lassen konnte. Ich traf Hank ein paar weitere Male, zuletzt im vergangenen Sommer in Salzau. Er hatte große Ohren, Musik war sein Leben, und wir, die ihn im Konzert erleben durften, können uns glücklich schätzen. Danke, Hank Jones!“
Manchmal sind es gerade die kleine Dinge, die das (Bassisten-) Leben einfacher machen. Die LANDO Tonabnehmer-Befestigungsschelle gehört bei mir jedenfalls zu diesen Dingen. Mit ihr lassen sich 1/2″-Klinkenbuchsen mit wenigen Handgriffen am Saitenhalter anbringen – oder auch wieder abmontieren. Sie wird aus schwarzem Kunststoff hergestellt und wiegt nur wenige Gramm. Zwei Unterlegscheiben aus Weichplastik sorgen dafür, das nichts klappert und dämpfen den Tonabnehmer gegen Resonanzen vom Saitenhalter ab.
www.kontrabass-atelier.de

Der Workshop beginnt um 14.30 Uhr und endet um 18.00 Uhr. Das Konzert beginnt dann um 20.00 Uhr
Kosten: € 75,- für Workshop und Konzert, € 10,- für das Konzert. www.martinwind.com
Ort: Sünnenblink Musikwerkstatt (Heiner Windelband), Bramsche; www.suennenblink.de
Der Sommer ist auch immer die Zeit der Open-Air-Jazzfestivals. In manchen Städten haben diese Jazzfestivals schon eine recht lange Tradition. Und allzu oft ist dann irgendwann aber die Luft raus: die Festivals heißen dann zwar noch „Jazzfestival“, aber der Jazz spielt nur noch eine Nebenrolle im Programm. So scheint es jetzt auch in Worms zu sein. In der aktuellen Ausgabe des Jazzpodiums wird dort halbseitig mit dem Claim „Back to the Roots“ das 20-jährige Jubiläum des Festivals „Worms: Jazz & Joy“ beworben. Auftreten werden: Nena, The Baseballs, Al die Meola, Marianne Rosenberg, und der „Tatort“-Pathologe Jan Josef Liefers. Allenfalls Al di Meola kann noch eine gewisse Nähe zum Jazz nachgesagt werden, der Rest des Programms ist schlicht und ergreifend Etikettenschwindel. Es sei denn, man versteht das Motto „Jazz & Joy“ als Gegensatzpaar.
Vom Titel eigentlich kein Kontrabass-Thema, aber sicherlich dennoch interessant. Nicht zuletzt, weil der eine oder andere ja auch E-Bass spielt.
„Die meisten E-Gitarristen/E-Bassisten wissen relativ wenig über ihr Instrument. Sie wünschen sich ihren Traumsound, aber sie rätseln herum, wie sie ihn erhalten können. Oft geben sie beim Kauf unnötig Geld aus. Außerdem haben sie häufig mit störenden Nebengeräuschen zu kämpfen. Die von Händlern und Zeitschriften verbreiteten Informationen sind selten neutral. Es herrscht ein Mangel an sachlicher Verbraucheraufklärung. Dieses Seminar will die Lücke schließen.
Themenschwerpunkte:
● Vorstellung der bekanntesten Modelle, geschichtliche Entwicklung von den Anfängen bis heute, mit vielen Dias
● Typische Soundbeispiele (von CD und direkt)
● Vorführung verschiedener Modelle
● Erklärung der Funktionsweise von Tonabnehmern, Bedienungselementen, Verstärkern, Effektgeräten usw., Einfluss des Kabels.
● Möglichkeiten zur Klangverbesserung und zur Beseitigung von Störgeräuschen.
● Tipps für den Kauf
● Viel Zeit für Beantwortung von Fragen der Teilnehmer
Jeder Teilnehmer sollte seine eigenen Instrumente mitbringen, damit wir sie gemeinsam begutachten können.“
Freies Musikzentrum, Ismaninger Str. 29, 81675 München, el. (089) 414247-0.
www.freies-musikzentrum.de, siehe unter „Jazz“, Kurs Nr. J042. Kosten: 72 Euro
Leitung: Helmuth Lemme, Autor zahlreicher Fachbücher, Betreiber der Webseite www.gitarrenelektronik.de