Archiv für Januar 2009

ISB Convention 2009

8. Juni 2008bis13. Juni 2008

Die wohl größte und wichtigste Veranstaltung der Kontrabasswelt, die Convention der International Society of Bassists, findet vom 8–13 Juni 2009 in der Penn State University School of Music (USA) statt.

Der optimale Bogenhaarbezug

Viele Bassisten schätzen es, wenn bein Neubeziehen des Bogens an der Spielseite etwas mehr Haare aufgezogen werden – als Reserve, um der höheren Beanspruchung auf dieser Seite des Haarbezugs Rechnung zu tragen. Doch nicht nur zuwenige, sondern auch zuviele Haare können sich negativ auf die  Eigenschaften des Bogens auswirken – weniger ist oft mehr, wie Bogenmachermeister Thomas M. Gerbeth in seinem Magazin Pernambuco (Ausgabe 5) erläutert.
Durch die höhere Zahl von Haaren auf der Spielseite wird nämlich auch die Spannung der Haare herabgesetzt. Dadurch kommt man beim Spielen leichter mit der Stange auf die Saiten, und die Haare werden zwischen Stange und Saiten gerieben und verschleißen schneller. Zudem ändert sich die seitliche Biegung der Stange, was sich zusätzlich auf die Eigenschaften des Bogens auswirkt.

Neues Berufsbild: Geigenstimmer

Geigenstimmer

(gefunden in den Gelben Seiten)

Wiedergeburt eines Kontrabass-Konzerts

„Findeisen? – Der hat doch diese Kontrabass-Schule geschrieben!“ – Kaum einer weiß noch, dass Theodor Albin Findeisen neben Unterrichtsmaterial auch solistische und kammermusikalische Werke für Kontrabass geschrieben hat. Da ergeht es Findeisen genauso wie seinem Kollegen Franz Simandl, dessen Kontrabass-Schule ebenfalls immer noch verwendet wird, dessen anderen Werke für Kontrabass aber genauso unbekannt sind, selbst unter Bassisten.
Der PRObass Musikverlag hat sich der Sache angenommen und in Vergessenheit geratene bzw. verschollen geglaubte Findeisen-Kompositionen ausgegraben und neu veröffentlicht. Ein Hörbeispiel von Findeisens Kontrabass-Konzert kann man auf der Verlags-Website anhören. Die Kontrabass-Stimme wurde von Andreas Wiebecke-Gottstein, Solobassist der Neubrandenburger Philharmonie und Gründer des PRObass Musikverlags, in seinem Übungszimmer aufgenommen. Dazu wurde dann im Computer die Orchesterbegleitung hinzugespielt (die Aufnahme dient also mehr Demonstrationszwecken, als dass sie eine vollwertige CD-Produktion sein könnte).

Gu Pin Hu

chinafolkbass.jpg

Über traditionelle chinesische Musik und Instrumente weiß man ja in unserer westlichen Welt im Allgemeinen sehr wenig.
Auf der Website des chinesischen Geigenbauers Shan Jiang habe ich nun interessante Abbildungen des des Gu Pin Hu, eines taditionellen chinesischen Bassinstruments gefunden, das sein Vater Yun Kai Jiang gebaut hat.
Den Bildern zufolge hat dieses Streichinstrument eher die Größe eines Cellos, allerdings eine deutlich größere Zargentiefe. Auffallend: seitlich hat das Gu Pin Hu eine Art Klappe, die wohl als (regelbares?) Schallloch fungiert.

Berlin ist statistisch Spitze

Ich habe Statista.org mal zum Thema Jazz befragt, und ganz interessante, aber wenig überraschende Ergebnisse erhalten. So weiß die Statistik z. B., dass in den höheren Einkommensgruppen die Jazzleidenschaft zunimmt, und in Großstädten (Top: Berlin) mehr Jazz gehört wird als in den neuen Bundesländern (man beachte den recht ordentlichen Wert für Sachsen, trotz der zahlreichen Neonazis dort – es ist also noch nicht alles verloren).
Die 50–59jährigen sind die fleißigsten Jazzhörer – keine überraschender Wert. Allerdings hätte ich nicht erwartet, dass die Jazz-Akzeptanz von Männer und Frauen sich nur um ein Prozent unterscheidet.

(Bei der „Gegenprobe“ liegt übrigens Berlin auch sehr weit vorne.)

Vorsicht, Flamme

Kürzlich brachte unser Pianist seinen Kontrabass mit zur Probe, und bat mich, ein paar Schönheitsreparaturen vorzunehmen und den Bass klanglich etwas zu „pimpen“. Der Bass ist mutmaßlich osteuropäischer Provenienz, vollmassiv, und weist zwei Auffälligkeiten auf.
Rein äußerlich springt einem sofort die lebhafte Flammung ins Auge. Aber bei näherer Betrachtung wird schnell klar: hier war nicht Mutter Natur am Werk, sondern Pinsel und Farbe. Echte Flammen, die im Holz durch standortbedingten Wimmerwuchs entstehen, erkennt man daran, dass unter wechselnden Blickwinkeln ein räumlicher Eindruck entsteht, ähnlich einem Hologramm. Aufgemalte Flammen hingegen lassen diese Tiefe vermissen.

gepinselte Flamme

Eine weitere Eigentümlichkeit weist dieser Bass im Inneren auf. Im Bereich des Stimmstocks wurde im Boden eine Mischung aus Balken und Stimmfutter „stehen gelassen“. Diese Verdickung wurde beim Schnitzen der Bodenwölbung mit abfallenden Flanken bis an die Mittelfuge heranreichend ausgearbeitet.
Häufiger anzutreffen ist ein Stimmfutter (eine aufgeleimte, meist runde geformte Verstärkung aus Holz) im Bereich  Decke – als Reparatur, um das Fichtenholz z. B. nach einem Stimmriss zu verstärken, oder bei Sperrholzbässen, um den Klang mehr Fokus zu geben. Bodenbalken sind bei Bässen mit Flachboden Standard, aber auch manche gewölbte Böden weisen solche über die gesamte Breite aufgeleimte Balken auf.
Wie sich dieser „halbe“ Bodenbalken wohl auf den Klang auswirkt? Zumindest das Stimmstocksetzen erleichtert die ebene Fläche etwas …

Stimmfutter

FAZ macht Frankfurt schlechter als es ist

„Wohin nur mit der Kunst?“ fragt Rainer Schulze in einem Artikel in der FAZ, der sich mit dem Platz- bzw. Ateliermangel für Künstler und Kreative in unserer Mainmetropele beschäftigt. Seinen Artikel beginnt er mit der Geschichte eines Kontrabassisten: „Fünfzehn Monate hat er Frankfurt gegeben. Dann ist der Kontrabassist nach Berlin gegangen. In die Hauptstadt, wo die großen Jazz-Musiker sich die Klinke in die Hand geben, die Mieten günstig sind, jeden Abend irgendwo eine Session steigt und an Proberäumen kein Mangel herrscht. Frankfurt, so sein Urteil, sei „langweilig“, „glatt“ und „versnobt“. Für Auftritte und zum Geldverdienen komme er zwar gerne hierher. Denn in Berlin ist die Konkurrenz groß und die Gage klein. Aber hier leben? Glaubt man den Klagen vieler Frankfurter Künstler, handelt es sich bei dem ausgewanderten Jazz-Musiker nicht um einen Einzelfall.“

Nein, ein Einzelfall ist der zitierte Kontrabassist sicher nicht (ich komme leider nicht drauf, welcher Kollege das sein könnte – hat jemand eine Idee?). Aber: sooo schlecht ist es in Frankfurt gar nicht. Natürlich lässt sich nicht leugnen, dass die Zeiten als Jazz-Metropole Deutschlands lange vorbei sind. Und nicht nur Berlin, sondern auch andere Städte sind in Sachen Jazz längst an Ffm vorbeigezogen. Aber dennoch hat Ffm einiges zu bieten: gemessen an seiner Größe – immerhin sind wir keine Millionenstadt, sondern gerade mal so groß wie z. B. Essen – sogar eine ganze Menge. Finde ich.

Jam-Session Google-Map

Im Kontrabass-Forum GEBA entstand die Idee, eine Übersicht über Jazz-Jamsessions in Deutschland (und vielleicht auch anderswo) als Google-Map zu realisieren. Vorschläge für weitere Einträge sind via Eintrag auf der Forumsseite, oder per E-mail an mich hoch willkommen.


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Plainsound Raga

7. Juni 2008
19:00

Kontrabassist Frank Reinecke, Mitglied des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und Interpret für zeitgenössische Musik als Solist und in verschiedenen Kammermusikensembles, weist auf folgende Uraufführung hin:

Plainsound Raga von Wolfgang von Schweinitz
In Kooperation mit STUDIO 21 für aktuelle Musik, Hochschule für Musik und Theater, Hamburg
19:00 Uhr Einführung durch den Komponisten, 20:00 Uhr Konzert; Eintritt: 22,- € ermäßigt 14,- €

Frank Reinecke: „Es handelt es sich um ein 75 minütiges mikrotonales Hauptwerk für Violine und Kontrabass.
Hier wird die Spieltechnik des Kontrabasses aufs äußerste herausgefordert und weiterentwickelt (auf der Homepage des Komponisten finden sich Proben der neuentwickelten Notation). Kurz gesagt: es ist ein ‘Hammer’, und hier geht etwas völlig Neues los – Der Kontrabass erfährt als Instrument der avancierten Neuen Musik eine neue Betonung.
Weitere Konzerte werden nach jetzigem Wissensstand stattfinden am 3. Dezember in Paris (Goethe-Institut) und am 24. Januar 2009 Los Angeles (Gehry-Hall, RedCat). Die Plainsound Raga wird vorraussichtlich noch dieses Jahr als Coproduktion des Labels NEOS mit dem Bayerischen Rundfunk als CD
erscheinen.“

Mit Frank Reinecke tritt auf: Helge Slaatto,Violine, Professor für Violine an der Hochschule für Musik Münster.

17. Darmstädter Jazz Conceptions

23. Juni 2008bis28. Juni 2008

Auch in diesem Jahr organisieren der Darmstädter Bassist Jürgen Wuchner und das Jazzinstitut Darmstadt wieder die Jazz Conceptions.
Diesmal sind als Dozenten mit dabei: Christopher Dell (vib), Phillip van Endert (g), Michael Griener (d), Adam Pieronczyk (sax), Christof Thewes (tbn), Jürgen Wuchner (b), Uwe Oberg (ensemble)

Jazzinstitut Darmstadt
Bessunger Strasse 88d
D-64285 Darmstadt
Tel. ++49 - 6151 - 963700
Fax ++49 - 6151 - 963744
www.jazzinstitut.de

Erfahrungsaustausch unter Kontrabass-Lehrkräften

23. Juni 2008
10:00bis12:00

Gesprächsleitung: Prof. Stephan Petzold
Thema: PAKINO, die neue Pädagogische Arbeitsgemeinschaft Kontrabass Nordost.
Ziel dieser Fachrunde ist der Austausch über bezirkliche Musikschulgrenzen hinweg. Vielleicht hat der/die Kollege/in aus der benachbarten Musikschule einen Tipp, den Sie schon lange gesucht haben? Oder Sie haben Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen, die Sie schon lange weitergeben wollten? Die Runde stellt keine Fortbildung im üblichen Sinne dar, sondern bietet in moderierter Form Gelegenheit, Kollegen/innen kennen zu lernen. Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich!

Veranstaltungsort: Carl-Philipp-Emanuel Bach Gymnasium, Rheinsberger Str. 4-5, 10115 Berlin

Wettbewerb für Kontrabass des International Music Center of America, Wien

14. Juni 2008

Wettbewerb: Kontrabass, Violine und Klavier
Veranstalter: International Music Center of America
Europäisches Musikzentrum, Wien
Yamahasaal Bösendorfersaal Wien
Graf Starhemberg-Gasse 14
1040 Wien
Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen unter:
www.eu-musikzentrum.eu, www.imca.us