In der aktuellen Februar-Ausgabe des New Yorker Jazzmagazins All About Jazz erschienen zwei Artikel über Bassisten: ein Interview mit Reggie Workman und ein Porträt von Mark Helias. Das Magazin liegt kostenlos in New Yorker Clubs und Plattenläden aus; wer keine Zeit hat, dort vorbeizuschauen, kann es auch als PDF hier herunterladen: http://newyork.allaboutjazz.com
Archiv für Januar 2007
Als Betthupferl noch ein schneller Linktipp zum Videoportal YouTube: dort gibt’s eine tolle Aufnahme von A Shadow of Your Smile mit Rufus Reid (b), Marvin Stamm (tr) und Bill Mays (p).
Was geht in einem Menschen vor, der zu solcher Grausamkeit fähig ist. Da bekommt doch das Wort “Bassbar” (engl. für Bassbalken) plötzlich einen ganz faden Beigeschmack.
(Danke, Gerald, für den Linktipp)
Update: Das gute Stück ging tatsächlich für 1.121 Euro weg. Das ist fast ebenso schockierend.
Zu Weihnachten habe ich uns einen elektrischen Allesschneider gekauft, also so eine Art Brotschneidemaschine, mit der man auch Wurst und Käse schneiden kann. Oder auch Rotkohl. Und weil ich keine Brotkrümel im Rotkraut-Salat haben wollte, wischte ich mal eben schnell mit einer eleganten Handbewegung … nunja, es erwischte die Kuppe meines rechten Mittelfingers, von der Seite so richtig schön hinein. Meine Finger sind vom Bassspielen ja hornhautgestählt, und so tat es eigentlich gar nicht dolle weh, und blutete auch nur in Maßen. Aber mit Bassspielen war erstmal Pause. Gestern Abend im Jazzkeller war dann nur der Zeigefinger mit Zupfen dran; den Mittelfinger hatte ich in einen extra-dicken Verband gepackt, da ich beim Warmspielen gemerkt habe, dass die Zupfreflexe nicht so einfach zu unterdrücken sind. Heute dann kam der dicke Verband wieder runter, und die Wunde sieht auch schon ganz gut aus. Ich glaube irgendwann im Laufe der Woche kann ich mit dem Aufbautraining beginnen.
Fazit: solche Maschinen sind nichts für uns Bassisten, wie sich eigentlich jeder denken kann. Finger weg.
Mit dem althergebrachten Radiohören ist ja so eine Sache. Bis auf wenige, rare Momente ist das Programm fast aller Sender schlicht unerträglich. Aber niemand zwingt mich ja, mir das Gedudel anzutun. Für den Musikgenuss unterwegs habe ich einen Apple iPod. Mit einer Zufalls-Funktion, die mir auf Wunsch die Musikauswahl abnimmt. Und interessante und aktuelle Podcasts gibt es auf iTunes etliche.
Nun gibt es ja neben dem terrestrischen auch bereits seit längerem das Internet-Radio – also Sender, die über das Internet senden und damit weltweit zu empfangen sind. iTunes bietet ja schon länger Zugriff auf zahlreiche Webradio-Sendungen, aber bislang war es mir (trotz der Klassifizierung nach Musikgenres) oft einfach etwas zu zeitaufwändig, nach mir genehmen Sendern zu suchen. Ein neuer Internet-Dienst hat da eine bequeme Lösung: Last.fm ist ein Musikportal, dass zwar keine eigenen Musikinhalte anbietet, aber die Streams der vielen Webradio-Stationen besser zugänglich macht. Um last.fm zu benutzen, kann man sich eine kostenlose Software herunterladen, die als Player fungiert. Das ganze funktioniert dann so, wie ich mir Radiohören schon immer gewünscht habe: anhand einer Tagcloud (einer Ansammlung von Tags, also Stichworten) kann man eine Vorauswahl vornehmen bzw. die Auswahl einschränken. Ein Klick auf die Play-Taste startet dann einen Radiostream, passend zum Stichwort. Zu dem gerade gesendeten Musikstück werden dann noch Informationen eingeblendet, samt Fotos und dem Amazon-kauf-mich-Link.
Das interessante an last.fm ist die „soziale” Funktionalität, die auch für die Tagclouds verantwortlich ist. Denn die mitgelieferte Software speichert, welche Musik ich über iTunes oder andere Player höre („scrobbling”), erstellt daraus mit der Zeit ein aussagekräftiges Musikprofil und verknüpft dieses mit den Daten anderer Last.fm-Nutzer. Das hört sich erstmal etwas unerfeulich nach Big-Brother-Überwachung an. Aber: aus dem eigenen Profil ergeben sich dann Empfehlungen, persönliche Charts (unterteilt in meistgespielte Stücke, Alben, Künstler) und so genannte „musikalische Seelenverwandte”, also Last.fm-User, die ein ähnliches Musikprofil besitzen. Und diese Angebote helfen, Neues aufzustöbern und zu finden.

