Archiv für Juni 2006

Fragebogen: Karoline Höfler

Der Kontrabassblog-Fragebogen wurde diesmal von der Stuttgarter Bassistin Karoline Höfler
ausgefüllt:

Welche CD steckt gerade in deiner Stereoanlage?
Ali Farka Toure

Welche(n) Bassisten hörst Du am liebsten?
Larry Grenadier

Welcher Bassist hat Dich am meisten beeinflusst?
Ron Carter, Charly Mingus, Charly Haden, Scott la Faro, Dave Holland, Palle Danielson

Welche CD würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen?
keine Ahnung, alle paar Monate eine Andere, zur Zeit: Pat Metheny “99/00″

Wer ist Dein Lieblingskomponist?
Bill Evans

Was übst Du gerade auf dem Bass?
Das wirkliche Aufrechtstehen und möglichst symmetrische Stehen beim Üben/Spielen in jeder Situation.

Wie bist Du zum Bassspielen gekommen?
habe zuerst ziemlich besessen Jazz gehört und erste Jazzplatten oft mit Bass als Soloinstrument gekauft.

Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten Auftritt als Kontrabassist?
Oh ja, mit einer Amateurband in einer Kneipe Geislingen/Steige. Ich war furchtbar aufgeregt, konnte noch fast nichts und hatte nicht einmal einen Tonabnehmer.

Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Instrument?
Der Bass meines Grossvaters, ein alter Mittenwalder

Welches war dein bisher wichtigstes Konzert (oder Plattenaufnahme)?
Für mich ganz persönlich: Charly Haigls Festival Band

Welche Schule kaufen Deine Schüler?
Keine

Welche Eigenschaft ist für einen Bassisten am wichtigsten?
Banddienlich zu spielen, ohne die eigene Persönlichkeit ausser acht zu lassen.

Was für ein Instrument spielst Du (Bass, Saiten, ggfs. Tonabnehmer)?
-Einen ca. 80 Jahre alten No-Name-Bass wahrscheinlich deutsche Produktion, Velvet-Anima-Strings, Realist-Pickup gemischt mit Audio-Technica-Microphon.
- Bei Auslandstourneen (Flugreisen) Eminence Electric Upright mit Obligato-Strings

Hast Du Deinem Bass einen Kosenamen gegeben?
in öffentlichen Verkehrsmitteln: Riesenbaby um mich gegen Mütter mit Kinderwagen zu behaupten, sonst manchmal: Küchenschrank

Fortbildungstermine der PAK Bayern

Die PAK (Pädagogische Arbeitsgemeinschaft Kontrabass) Bayern bzw. VBSM lädt zu folgenden Fortbildungen ein:
23. 09. 2006 - 16. Arbeitstreffen der Kontrabass-Lehrkräfte in München
07. 10. 2006 - Gestrichener Jazz und/oder Jazz mit Streichinstrumenten
18. 11. 2006 - Ensemblearbeit mit dem (Kinder)-Bass für MFE/MAG-Lehrkräfte und Ensembleleiter
24. bis 26. 11. 2006 - Improvisation im Instrumentalunterricht
20. 01. 2007 - 11. Aktionstag Kontrabass in München
20. bis 23. 02. 2007 - 4. Bavarian Bass Camp; Teilnehmerbegrenzung, deshalb frühzeitig anmelden, z. B. unter www.musikschulen-bayern.de/fortbildung

Konzert für Ray Brown

Am 24.06.06 um 02:30 Uhr sendet 3sat das “Konzert für Ray Brown” (Aufzeichnung vom JazzBaltica Festival 2003 u.a. mit Michael Brecker).

Kontrabass in Eigenbau

Der Australier Matthew Tucker stellt auf http://z4.invisionfree.com/Double_Bass sein Kontrabass-Bauprojekt vor. Er hat sich zum Bau einer Amati-Kopie nach Plänen von Raymond Chandler entschlossen. Als Holz verwendet er die bei ihm in Australien einheimische Zeder (Western Red Cedar) für die Decke, und Eiche (Oak) für die Zargen.
Weitere interesaante Selbstbau-Projekte gibt es auf den hier bereits einmal erwähnten Websites von Gerald Dallhamer (Kontrabass-Restauration) und Matthew Welsh (Bau einer Geige) zu sehen.

Interview mit Charlie Haden und Flea

In der aktuellen Ausgabe der amerikanischen Zeitschrift “Bass Player” wurde ein interessantes Doppel-Interview mit Jazzbassist Charlie Haden und Rock-E-Bassist Flea (Red Hot Chili Peppers) veröffentlicht. Netterweise ist es auch online verfügbar.

Jubiläum: 125 Jahre Fünfsaiter!

5saiter

Carl Otho, Bassbauer aus Leipzig, erhielt im Juni 1881 – also heute vor 125 Jahren – das Reichspatent No. 12065 auf seine Erfindung des Fünfsaitigen Kontrabass’. Zeitgenössische “competente Beurtheiler” waren begeistert: “Durch ihre Erfindung eines fünfsaitigen Contrabasses C, E, A, D, G, sind Sie in meinen Augen ein Wohlthäter der musikalischen Menschheit geworden. (…) Jedes auf künstlerische Respektabilität Anspruch erhebende Orchester sollte es sich nach meiner Ansicht angelegen sein lassen, von Ihrer sinnreichen Erfindung nach Kraft Gewinn zu ziehen.”
Die bis dahin nicht gebräuchliche tiefe C-Saite musste Otho gleich miterfinden. Bemerkenswerterweise handelt es sich dabei bereits um eine Stahlsaite: “Die C-Saite hat einen Durchmesser von 10 mm (sic!). Ein Kern von Stahldraht, der ca. 2 mm stark ist, ist seiner Länge nach mit Seidenfäden belegt. Auf die Seidenschicht ist dann einfacher Eisendraht gesponnen. Diese Eisendrahtschicht ist wiederum der Länge nach mit Seidenfäden belegt. Darüber ist nochmals einfacher Eisendraht dicht gewickelt, dieser wiederum dicht mit einer Schicht Seide überlegt, und über diese ist als als letztes Umhüllungsmaterial versilberter oder vernickelter Kupferdraht gesponnen.”

Mit dieser Patentschrift meldete Otho noch einer weitere Neuerung an, die heute im Gegensatz zur fünften Saite wohl an jedem Bass zu finden ist: eine “Stellvorrichtung zur Hoch- und Tiefstellung des Contrabasses (…), aus einer in einem Holzkolben eingelassenen eisernen Hülse, in der eine mit einer Spitze versehene Stange sich führt. Die Stange ist leicht schiebbar und wird je nach Bedürfnis mit einer Schraube in der erforderlichen Stellung festgehalten.”