Gestern Abend hatte ich bei einem Gipsy-Swing-Gig im Mampf Jazzlokal die Gelegenheit, zwei neue Verstärkungs-Utensilien einem Praxistest zu unterziehen: den Realist LifeLine-Pickup und den PJB Double Four Amp.
Der Realist LifeLine lässt sich nur in Stege einbauen, die Schrauben zur Höhenverstellung haben – er wird zwischen Schraube und Steg geklemmt. Bei meinem Bass, einem Christopher DB202T-RN (ein Sperrholzbass mit abnehmbarem Hals) zeigt das Gewinde der Schrauben nach oben, der LifeLine sitzt also unterhalb der Schraube, zur Decke hin.
Der LifeLine klingt dem Realist Copperhead (der unter dem Stegfuß montiert wird) eigentlich gar nicht so unähnlich: voll und rund, eher etwas dunkel bzw. dumpf. Die Position weiter oben im Steg bringt aber etwas mehr Definition im Klang, und wenn die Schraube andersherum eingebaut wäre und der LifeLine oberhalb der Schraube säße, wäre der Klang sicherlich noch etwas mittiger/höhenreicher. Ohne den direkten Vergleich am selben Instrument vollzogen zu haben, ist mein Eindruck, dass der Fishman Full Circle (ein in der Stegschraube integrierter Piezo-PU) etwas offener klingt und auch durch Drehen stärker im Klang zu variieren ist. Die einfache Montage ist aber ein klarer Vorteil des LifeLine. Für Bassisten, die den Realist Copperhead mögen, aber einen etwas weniger dunklen Grundcharakter suchen, könnte der LifeLine eine interessante Option sein.
Eine echte Überraschung ist aber der PJB Double Four. Dieser Amp ist wirklich verdammt klein, leicht und handlich, und ich hatte mit nach einem ersten Test zu Hause gefragt, ob er für einen Clubgig nicht doch zu schwach ist. Deswegen hatte ich als Backup noch meinen Zadow ze200 dabei. Den hätte ich aber getrost zu Hause lassen können, denn was aus dem Double Four rauskommt, klingt nicht nur gut, sondern kann auch mit zwei verstärkten Akustik-Gitarren und Klarinette locker mithalten. Ich musste den Kleinen noch nicht einmal voll aufdrehen, hatte also noch etwas Lautstärke-Reserven. Verblüffend ist angesichts der Winzigkeit, dass auch der Bassbereich recht ausgewogen klingt: hier hat Phil Jones wirklich gute Arbeit geleistet. Nun darf man keine physikalischen Wunder erwarten – Lautsprecher mit größeren Gehäusen bringen ohne Zweifel mehr Bass auf die Bühne. Aber ich hatte dennoch nicht das Gefühl, über einen Schuhkarton zu spielen. Je nach Platzierung zur Wand kann man den Sound auch noch verbessern. Es lohnt sich also, den Double Four etwas herumzuschieben, bis man den Raumklang optimal mitnutzt.
Der Double Four im Club-Einsatz: das größte Instrument (Bass) hat den kleinsten Verstärker (Double Four).










Messing hat den den Vorteil, dass es sich mit einfachen Mitteln löten lässt. Mit einem Lötkolben allerdings nicht, man braucht dazu einen gasbetriebenen „Flammenwerfer“. Ein kleines Modell in Feuerzeuggröße reicht dazu völlig. Das Löten wird dadurch erschwert, dass man beide Teile nicht während des Lötend festhalten kann (heiß!). Man muss sich also eine kleine Vorrichtung zum Halten bauen. Für den oberen Teil das Innentasters habe ich ein Stück abgewinkeltes Messingrohr verwendet, dass ich noch aus einem vorhergehenden Versuch hatte.

Als Schüler hatte ich einen Freund, der bereits im Besitz eines Kontrabasses war, als ich noch tapfer auf meinen ersten Kontrabass sparen musste. Wir spielten zwar eigentlich in verschiedenen Bands, aber auch mal gelegentlich zusammen – damals bediente ich noch die Gitarre (immerhin eine alte Gretsch) und war etwas neidisch auf den Bass. Wir verloren uns dann nach den Abitur aus den Augen, aber gelegentlich erinnerte ich mich an damals, und an seinen Bass, von dem ich aber nicht viel mehr wusste, als dass er etwas runtergekommen war und ein komisches Griffbrett hatte. Als Schüler mit knappen Budget stört einen das aber nicht weiter – Hauptsache Kontrabass, und irgendwie spielbar.

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