Archive for the 'Allgemein' Category

Kontrabassist Duncan McTier verhaftet?

Es kommt ja nicht oft vor, dass es Kontrabassisten in die Hauptnachrichten schaffen, und wenn, dann meist aus unerfreulichem Anlass. So auch hier: Duncan McTier, international renommierte Kontrabassist und Hochschul-Professor aus Großbritannien, wurde von der Londoner Polizei verhaftet, wie International Business Times berichtet. Der Vorwurf: er soll in den 1990ern eine damalige Schülerin am Royal Nothern College of Music tätlich angegriffen haben. Die Ermittlungen stehen in Zusammenhang mit der „Operation Kiso“, die mögliche sexuelle und tätliche Übergriffe an einer ganzen Reihe von britischen Hochschulen untersucht, so z.B. an der Yehudi Menuhin School in Surrey, die Purcell School in Hertfordshire, Wells Cathedral School in Somerset und St Mary’s Music School in Edinburgh. Die Verhaftung McTiers ist laut IB Times die zweite im Rahmen der Ermittlungen. Quelle: www.ibtimes.co.uk

Musikmesse Nachlese Teil 2

Franz Moser hat auf der Musikmesse die überarbeitete Version seine MPM (Moser Patent Mechaniken) vorgestellt. Bei diesen Stegschrauben zur Höhenverstellung können die Stegfüße der Deckenbewegung in alle Richtungen folgen, da sie mittels Kugelgelenk mit der Schraube verbunden sind.
Das ist auch bei der neuen Version so, allerdings ist das Kugelgelenk von der Schraube in den Stegfuß gewandert, wo der Schaft auf einem Teller aus Messing steht. Die Bohrwände schränken den Bewegungsspielraum soweit ein, dass der Steg nicht mehr so einfach umkippen kann, was das Aufstellen und Ausrichten des Steges stark vereinfacht. Das Gewinde ist jetzt stärker ausgeführt (M8). Neben den mechanischen Verbesserungen konnte Franz Moser im direkten Vergleich mit dem alten Modell auch eine Verbesserung der akustischen Eigenschaften feststellen.

Vom deutschen Tonabnehmer-Spezialisten Shadow gibt es einen neuen Preamp für den Kontrabass. Shadow hat bei der Entwicklung auf die Unterstützung von Bassist Didi Beck zurückgegriffen, denn die Zielgruppe dieses Geräts sind die Rockabilly- bzw. Slap-Bassisten – aber auch für andere Musikstile dürfte das Gerät nicht uninteressant sein. Der SH RB-Pro hat zwei Miniklinke-Eingänge: einen für den Stegtonabnehmer (SH951, im Lieferumfang gleich mit dabei) und einen für den Griffbrett-Tonabnehmer (SH2500, ebenfalls dabei). Beide Kanäle haben einen Gain- und einen Volume-Regler, um sie zu einem Gesamtsignal zu mischen (mono out). Man kann aber auch beide Signale einzeln weiterführen. Der Kanal für den Steg-TA hat einen dreibandigen EQ, sowie einen Subsonic-Filter. Der Griffbrett-Kanal hat lediglich einen Low Cut und Höhenregler, sowie eine Phasenumkehr. Der RB-Pro läuft mit einer 9V-Batterie, und hat außerdem ein eingebautes Stimmgerät.

 

Nicht auf der Musikmesse ausgestellt, aber dennoch recht neu auf dem Markt ist der Vintage Revolution Acoustic Box Live Preamp von Max De Iulis aus den Niederlanden. Das recht große Gehäuse beherbergt zwei Kanäle – einer ist für den Anschluss eines Mikros gedacht (Phantomspeisung), der andere für einen Piezo-TA. Beide Kanäle haben je einen parametrischen Mittenregler, und für das Summensignal hat man einen Bass/Mitten/Höhenregler zur Verfügung. Für das Mikrofon stehen ein Kerb- (Notch) und ein Hochpass-Filter (Low Cut) zur Verfügung; außerdem gibt es Phasenumkehr-Schalter. Es gibt einen Line-Ausgang zum Amp und einen XLR-Ausgang für die PA-Anlage, die sich getrennt regeln lassen. Das Gerät läuft mit einem Netzkabel direkt an der 220V-Steckdose – eigentlich ganz praktisch, wenn man kein Netzteil vergessen kann. Die Acoustic Box ist nicht nur bedarfsgerecht ausgestattet, sondern auch sehr hochwertig und stabil verarbeitet. Für Bassisten, die gerne Mikrofon und Pickup benutzen, ist die Box sicher ein sehr interessantes Produkt.

Das Wort zum Sonntag

An Ostern ist ja so allerhand verboten, was Spaß macht. „Stiller Feiertag“ und so. Hier in Frankfurt nehmen es vor allem die Liberalen sehr genau damit. (Ex-)Dezernent Volker Stein (FDP) sorgte vor ein paar Jahren dafür, dass das lange aus praktischen Gründen einfach ignorierte Tanzverbot dann plötzlich doch wieder rigoros durchgesetzt wurde. Seitdem hat unter anderem auch der Jazzkeller am Karfreitag notgedrungen zu.

Völlig zu Recht erscheint dieses Verbot vielen Menschen als intolerant und völlig aus der Zeit gefallen. Schließlich bekommt ein gläubiger Christ ja gar nichts davon mit, wenn in einem Club getanzt oder gejammt wird – es sei denn, er begibt sich dort hin. Und dazu zwingt ihn ja niemand.
In der Black Community San Franciscos würde man diese Diskussion wahrscheinlich ohnehin nicht verstehen. Tanzen und jammen gehört dort zum Gottesdienst dazu, das ist quasi der Gottesdienst. Das gilt vor allem in der Kirche des heiligen John Coltrane. (Nein, der 1. April ist erst morgen. Die gibt’s wirklich, aber warum auch nicht.)

 

Sitzt bombenfest

In der Werkstatt hatte ich es gerade mit einem besonders fest sitzendem Stimmstock zu tun. Wie sich schlussendlich zeigte, hatte man selbigen mit einem Nagel in der Mitte (!) des Basses festgesetzt. Keine gute Idee.

 

Happy Birthday, Heiner!

Der Bassbauer Heiner Windelband feierte gestern seinen 55. Geburtstag – mit der Fertigstellung seines 100. Basses (siehe Foto).
Herzlichen Glückwunsch nach Bramsche!

iApp Neuerscheinung: Drumgenius

Anders als der Name Drumgenius (und das Programm-Icon) vermuten lässt, ist der Autor dieser neuen iPhone-App kein Drummer, sondern ein Kontrabassist. Und auch die Zielgruppe dürften wohl wir Bassisten sein. Mauro Battisti hat für diese iApp eine Fülle von Jazz-Schlagzeug-Loops zusammengestellt, die richtig gut klingen und ein breites Spektrum vom Traditional Jazz über Swing und Latin bis hin zu „krummen“ Metren abdeckt. Die iApp ist ein prima Übe-Assistent, wenn einem das Metronom zu öde wird, oder man Abwechslung zum synthetischen Sound von iRealb braucht.

Von den 201 Loops darf man sich drei kostenlos herunterladen – alle weiteren kosten dann einen kleinen Obolus. Dieser Marketing-trick hat bei mir prompt funktioniert, denn angefixt durch die drei Testloops habe ich mir gleich das 50er-Paket für 2,69 € gegönnt. Wann und welche Loops man laden möchte, kann man selbst aussuchen – auch das ist angenehm konsumentenfreundlich.
Eine Vorschau gibt’s auf Youtube.

Musikinstrumente und Flugreisen

Während man es sich als Kontrabassist lieber dreimal überlegt, ob man mit Instrument reist oder ohne, haben andere fliegende Streicher mitunter Sorgen ganz anderer Natur. So wurden jüngst wiederholt Geigen vom Zoll konfisziert, weil Verdacht auf Steuerhinterziehung bestand. Da es sich bei den Betroffenen um prominente Musikerinnen handelte, schaltete sich der Finanzminister Wolfgang Schäuble ein und ließ die Geigen freigeben. Und sieht sich deswegen wiederum mit Anzeigen von Zoll- und Finanzbeamten konfrontiert, die Schäuble den Verzicht auf Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer (es geht um 1,5 Mio €) nicht durchgehen lassen wollen.
Quelle: Die Welt

Bass2012 in Kopenhagen

Bass2012 Copenhagen

The Human Jukebox

Glück gehabt.

Kollege Dieter K. hatte vor Kurzem bei einem Open-Air-Gig ziemliches Glück. Sein Bass leider weniger.

Hier noch ein Bild von meinem Basscrash, das zeigt, dass neben Alkohol- und Drogenkonsum die gesundheitlichen Gefahren für Jazz-Musiker durch umherfliegende Betonklötze auch nicht zu vernachlässigen sind. Insbesondere wenn man im Freien spielt und unter Planen, die bei Wetterumschwung zu Ballons werden. Ob es eine Rolle gespielt hat, dass wir gerade bei „All of me“ waren ist eher unwahrscheinlich, wir waren aber im Nachhinein dann aber doch ziemlich froh, dass es „nur“ den Bass getroffen hat, der sich todesmutig opferte und den herabfallenden Klotz von mir abgelenkt hat.

Kurznachrichten

Bassist Phil Palombi hat seine Website aufgeräumt, erneuert und um ein Weblog ergänzt.
Palombi ist Herausgeber eines Buches mit 15 Transkriptionen von Scott LaFaro-Solos, und durfte eine seiner CDs mit LaFaro Prescott-Bass aufnehmen, der sich heute im Besitz des Bassbauers Barrie Kolstein befindet.

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Ada M. Babino plant ein Biopic über den Kontrabassisten Keter Betts, der in seiner über 60-jährigen Karriere mit Dinah Washington, Cannonball Adderley, Stan Getz, Ella Fitzgerald und vielen anderen gearbeitet hatte. Zur Finanzierung sucht er Unterstützer auf Kickstarter.

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Thomas Bickelhaupt ist Bildender Künstler und spielt Kontrabass. In einer Serie von 50 Grafiken illustriert er die Beziehung zwischen Kontabass und Kontrabassspieler auf humoristische Weise. Einen kleine Einblick bekommt man unter http://ph-ludwigsburg.de/9148.html

Stimmstock-Innentaster für Kontrabass im Selbstbau

Um den Abstand zwischen Deck und Boden zu bestimmen, um einen Stimmstock in passender Länge anzufertigen, gibt es im Geigen- bzw- Bassbau sogenannte Innentaster. Man führt sie durch das f-Loch in den Korpus ein, und fährt die beiden Ausleger dort aus, wo der Stimmstock später stehen soll. Meinen Innentaster habe ich selbst angefertigt, dazu habe ich mir ein U-Profil aus Messing und einen  genau dazu passenden Messingstab mit quadratischem Durchmesser besorgt.

Messing hat den den Vorteil, dass es sich mit einfachen Mitteln löten lässt. Mit einem Lötkolben allerdings nicht, man braucht dazu einen gasbetriebenen „Flammenwerfer“. Ein kleines Modell in Feuerzeuggröße reicht dazu völlig. Das Löten wird dadurch erschwert, dass man beide Teile nicht während des Lötend festhalten kann (heiß!). Man muss sich also eine kleine Vorrichtung zum Halten bauen. Für den oberen Teil das Innentasters habe ich ein Stück abgewinkeltes Messingrohr verwendet, dass ich noch aus einem vorhergehenden Versuch hatte.

Den unteren Teil des Innentasters habe ich im Schraubstock zweimal rechtwinkelig zu einem Ausleger zurecht gebogen – dabei brach das spröde Messing. Deswegen habe ich ein Holzstück (Stimmstock-Reststück) angesetzt – eigentlich funktioniert das so noch besser. Rechts im Bild sieht man auch, wie der Messing-Vierkant in dem U-Profil liegt – da wackelt nichts, und dennoch lässt es sich gut hin- und her schieben. Damit das ganze nicht auseinander fällt, habe ich alles in Schrumpfschlauch eingepackt.

Damit man mit dem Innentaster auch messen kann, muss sich der untere Teil arretieren lassen. Dazu habe ich einen kleinen Stellring auf das Ende des Profils gesetzt. Ich musste ihn noch nicht mal verlöten oder -kleben. Da ich das U-Profil sowie passend zurechtfeilen musste, hält der Ring auch so. Lediglich die Schraube muss ich noch mal bei Gelegenheit durch eine größere austauschen.

Zwischen dem Stellring und dem oberen Ausleger erkennt man auf dem Foto (ganz oben) ein Stück Plastik mit einer Punkt-Markierung. Dieses Stück Plastik (ich habe es aus einer alten Sammelmappe heraus geschnitten) lässt sich auf dem Profil frei verschieben, und liegt außen auf der Decke auf. Damit lässt sich auch von außen sehen, wo der Innentaster misst bzw. ob man auch da misst, wo der Stimmstock dann später aufgestellt werden soll.
Aus dem selben Plastikmaterial stelle ich mir übrigens auch Fühlerlehren her, um die Position des aufgestellten Stimmstocks zu überprüfen, siehe www.kontrabassblog.de/?p=555

Inkognito mit dem Kontrabass reisen

Geht man mit dem Bass auf Reisen, hat man stets das Problem, dass weder die deutsche Bahn noch die Fluggesellschaften sonderlich gerne mit Musikinstrumenten zu tun haben wollen. Bei so genanntem Sportgepäck – und das kann vom Tennisschläger über Fahrrad und Surfbrett alles mögliche sein – sind die Fluggesellschaften wesentlich entspannter und entgegenkommender, auch was die Gebühren betrifft. Deswegen ist es keine schlechte Idee, an dieser Stelle nicht ganz ehrlich zu sein – und irgendwie ist Bassspielen ja auch eine Art Sport.
Der Trick bewährt sich schon seit Jahren: das Flightcase des Eminence RN geht beispielsweise problemlos als Golfschläger-Koffer durch die Gepäckannahme. Maurice Kühn kommt mit seinem Kontrabass gerade aus Japan zurück und hat gute Erfahrungen mit einem Fahrradkoffer gemacht.

Vor einigen tagen bin ich von einer kleinen japan-tour wieder heimgekehrt. im gepäck hatte ich meinen “removable-neck-reisebass” für den ich längere zeit nach einem passenden case gesucht habe. die meisten solcher bass-boxen die ich gefunden habe waren aber entweder zu schwer, oder hatten keinen platz für eine basshülle, oder waren ganz und gar unerschwinglich… nachdem ein verzweifelter selbstbauversuch gescheitert war kam mein vater auf eine geniale Idee: die firma B&W stellt koffer für den transport von fahrrädern in flugzeugen her. das modell “B&W bike case” ist das größte am markt erhältliche – es fasst 2 Fahrräder, wenn man möchte. oder einen kontrabass mit abnehmbaren hals! vorweg: die 4 flüge haben bass und case ohne schaden überstanden. großer vorteil: das case wurde an jedem flughafen sofort als fahrradkoffer identifiziert. die dinger kennen die da. “davon hatte ich heute schon 5″ so die nette frau beim einchecken. auch der ein oder andere radler mit fahrrad im gepäck hat mir kollegenhaft zugenickt :-)
auf dem hinflug hat man mir netterweise am übergepäckschalter (obwohl ja ein kontrabass drinnen war) den günstigeren pauschalpreis für fahrräder gegeben. auf der rückreise habe ich es drauf ankommen lassen: die schilder habe ich entfernt und einfach immer genickt wenn ich “bike” gehört habe. im zweifelsfall hätte man das “missverständnis” auf die zugegebenermaßen nicht immer so leichte verständigung auf “engrish” mit den japanischen airlinemitarbeitern schieben können… lange rede kurzer sinn: es hat auch dieses mal geklappt.
wobei ich wohl der weltschlechteste lügner bin und mir dabei auch nicht sehr wohl war. ich denke mit etwas charme und überzeugungsarbeit kann man auch mit offenen karten evtl einen günstigeren preis für den bass im fahrradcase erzielen. es ist zwar groß, aber kein vergleich zu dem großen bass-flightcase, mit dem ich mal geflogen bin … aber es fährt nur schnurgeradeaus (mit etwas übung bekommt man aber raus wie man auch um die ecken kommt). mit bass, hülle, polsterung, kabeln und pickups waren es insgesamt 29kg.
Außerdem toll in japan: “jazz-water”. sogar mit Bassschlüssel! kaum zu glauben!

 

Noch ein Trick zum Reisen mit removable neck: der Hals mit Griffbrett macht einen Großteil des Gewichtes eines Basses aus. Wenn man den in einer Tasche verpackt mit in die Kabine nimmt, und nur den Korpus als Übergepäck aufgibt, kann man oft ein paar Euro sparen.